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Die Bremer Stadtmusikanten
Die Bremer Stadtmusikanten Märchen

Die Bremer Stadtmusikanten für Kleinkinder (ab 3 Jahre)

Vorlesezeit für Kinder: 13 min

Es war einmal vor langer Zeit ein Esel. Der arbeitete sehr hart. Er trug Tag für Tag, Woche für Woche, Säcke mit Weizenkörner in eine Mühle. Der Esel war schon sehr alt, mit grauer Mähne und hatte nicht mehr die Kraft, die schweren Säcke zu tragen. Seine Knie schmerzten. „Die Arbeit ist unerträglich geworden,“ dachte der nette Esel. Der Besitzer der Mühle bemerkte, dass der Esel seine Arbeit nicht mehr so erledigte wie früher. So dachte der Mann, der Esel sei faul geworden und überlegte laut: „Einen faulen Esel durchzufüttern, kann ich mir nicht leisten. Was mache ich nur mit dem faulen Langohr?“ Der Esel hörte, wie der Mann laut vor sich herdachte und wusste nun, dass keine guten Zeiten für ihn an der Mühle angebrochen waren. Der nette Esel war enttäuscht und traurig darüber, dass der Mann ihn jetzt nicht mehr mochte, obwohl er Tag für Tag, Woche für Woche sein Bestes gegeben hatte. „I-AH. I-AH. Einen faulen Esel, nennt er mich… tzzzzzz. Das lasse ich mir nicht gefallen,“ beschloss der nette Esel. So ging er weg und machte sich auf den Weg nach Bremen, in den Norden Deutschlands. Da, so dachte er, könnte er ja Stadtmusikant werden. Als er ein Weilchen unterwegs war, traf er einen Hund, der hechelte wie einer, der sich müde gelaufen hat.

Bremer Stadtmusikanten Hund

„Nun, was hechelst du so, kleiner Vierbeiner?“ fragte der Esel. „Ach,“ sagte der Hund, „weil ich alt bin und jeden Tag schwächer werde. Früher war ich mit meinem Herrchen jeden Tag auf der Jagd. Nun aber bin ich zu langsam und meine Spürnase ist auch nicht mehr die Beste. So holte sich mein Herrchen einen jüngeren Hund, mit dem ich mich so gar nicht verstand. Da beschloss ich, nochmal ein Abenteuer zu erleben. Hast du denn eine Idee, großes, graues Langohr?“ – „Weißt du was?“ sprach der Esel, „ich gehe nach Bremen und werde dort Stadtmusikant, komm doch mit mir mit. Ich bin mir sicher, dass wird ein spannendes Abenteuer. Ich spiele Gitarre und du schlägst die Pauken. Was hältst du davon?“ Der Hund war zufrieden und stimmte zu. So gingen die beiden zusammen den Weg Richtung Bremen. Es dauerte nicht lange, da sahen die beiden eine Katze am Weg.

Bremer Stadtmusikanten Katze

Die Katze machte ein Gesicht wie drei Tage Regenwetter. „Nun, was ist dir denn über den Weg gelaufen, alte Fellnase?“ sprach der Esel. „MIAU. Ich finde das gar nicht lustig, mir geht es schlecht,“ antwortete die Katze, „ich sitze lieber hinter dem warmen Ofen, als Mäusen hinterherzujagen. Deswegen war die Frau, bei der ich wohnte, ziemlich sauer. Als ich dann noch aus Versehen ein paar Blumentöpfe umstieß, musste ich weg laufen. Nun ist guter Rat teuer: wo soll ich hin?“ – „Komm mit uns nach Bremen, wir wollen Stadtmusikanten werden,“ sprach der Esel. Die Katze hielt das für eine gute Idee und ging mit. Bald darauf kamen der Esel, der Hund und die Katze an einem Hof vorbei. Da saß ein bunter Hahn auf dem Zaun und schrie furchtbar laut: „KIKERIKIE. KIKERIKIE.“

Bremer Stadtmusikanten Hahn

„Rotkopf, du schreist einen schrecklich laut an,“ sprach der Esel, „was hast du vor?“ – „Ich habe jeden über das gute Wetter informiert,“ sprach der Hahn.
„Ihr seid ja ein bunter Haufen, wohin geht ihr?“ fragte er. „Nach Bremen zum Musizieren,“ sagte der Esel, „du hast eine gute Stimme und wenn wir zusammen Musik machen, so muss es gut werden. Willst du mit uns nach Bremen ziehen?“ Der Hahn dachte nicht lange nach, da zogen alle vier fröhlich und gemeinsam weiter. Sie konnten aber die Stadt Bremen in einem Tag nicht erreichen und kamen abends in einen Wald, wo sie übernachten wollten. Der Esel und der Hund legten sich unter einen großen Baum. Die Katze und der Hahn wollten auf den Ästen im Baum schlafen. Der Hahn aber flog mit großer Anstrengung bis an die Spitze, wo es am sichersten für ihn war. Ehe er einschlief, sah er sich noch einmal um. Er sah nach links, er sah nach rechts, er blickte nach vorn und hinter sich. Da, in weiter Ferne, sahen seine alten Augen ein Licht brennen. Daraufhin rief er seine neuen Freunde zusammen und sagte: „Nicht weit weg, auf dem kleinen Hügel, steht ein Haus. Dort brennt noch Licht!“ Die Katze wurde neugierig und sagte: „Wir sollten uns aufmachen und noch dort hingehen, denn hier draußen im Wald ist es ein wenig kalt.“ Der Hund stimmte zu und ergänzte: „Außerdem würde uns ein bisschen was zu futtern gut tun und uns Kraft für den morgigen Weg nach Bremen geben.“ Also waren sich die vier einig und machten sich auf den Weg durch den dunklen Wald zum Haus. Bald sahen sie das Licht durch den Wald leuchten. Zuerst ganz schwach und dann immer heller und heller, bis die vier Freunde am erleuchteten Haus ankamen.

Bremer Stadtmusikanten Nacht

Der Esel, als der größte der vier Freunde, näherte sich dem Fenster und schaute hinein. „Was siehst du, Langohr?“ fragte der Hahn. „Was ich sehe?“ antwortete der Esel, „einen gedeckten Tisch mit schönem Essen und Trinken. Räuber sitzen am Tisch und lassen’s sich gut gehen.“ – „Das wäre was für uns,“ sprach der Hahn. „Ja, ja, ach, das wäre schön!“ sagte der Esel. Da schauten sich die Vier an und diskutierten, was sie machen müssten, um die Räuber zu verjagen. Nach einer gewissen Zeit fanden sie endlich ein Mittel. Der Esel müsste sich mit den Vorderfüßen auf das Fensterbrett stellen, der Hund auf den Rücken des Esels springen, die Katze auf den Hund klettern und zu guter Letzt, der Hahn auf den Rücken der Katze fliegen. So standen sie alle aufeinander und waren zusammen riesig groß. Als jeder der vier Freunde seine Position eingenommen hatte, sagte der Esel: „Auf die Plätze, fertig, los!“ Daraufhin fingen sie alle gemeinsam an, ihre Musik zu singen: „I-AH, KIKERIKIE, I-AH, MIAU, WUFF, WUFF.“

Bremer Stadtmusikanten Räuber

In dem lauten Durcheinander stürzten sich die Vier, immer noch aufeinander stehend, durch das Fenster: „KLIRRR, BUUMMM, KLIRRR“ und standen nun im Haus. Die Räuber sprangen auf vor Schreck. Sie wussten nicht, wie ihnen geschah. „Was ist das nur?“ fragte der eine Räuber mit Angst erfüllter Stimme. Da sagte ein anderer aus der Räubertruppe: „Ohh Gott, es ist ein Gespenst, was uns für unsere Diebestaten bestrafen wird.“ Daraufhin brach Panik bei den Räubern aus. Da ließen sie alles stehen und liegen und flohen in größter Angst in den Wald hinaus. „Wir haben sie in die Flucht geschlagen“ miaute die Fellnase und alle freuten sich. Nun setzten sich die vier Freunde an den Tisch und aßen nach Herzenslust so viel sie konnten.

Bremer Stadtmusikanten beim Essen

Als die vier fertig waren und es Schlafenszeit wurde, machten sie das Licht aus und suchten sich eine Schlafstelle. Jeder da, wo er es am liebsten mochte. Die Katze schlief beim warmen Ofen, der Hund legte sich vor die Hintertür, wie er es gewohnt war. Der Hahn flog auf einen Balken unter das Dach und der Esel kuschelte sich draußen in den Strohhaufen. So schliefen die Vier nach dem anstrengenden Tag schnell ein. Als Mitternacht vorbei war und die Räuber von weitem sahen, dass kein Licht mehr im Haus brannte und alles ruhig schien, sprach der Anführer der Räubertruppe: „Wir hätten uns nicht so einfach vertreiben lassen sollen.“ Daraufhin ließ er den kleinsten aller Räuber zum Haus gehen. „Er falle ja mit seiner Gestalt am wenigsten auf,“ so der Anführer. Also ging der Kleine zum Haus. Es war alles ruhig. „Ist da überhaupt noch jemand?“ fragte sich der kleine Räuber ohne Haare, strubelligem Bart und finsterem Blick. Der Kleine schlich sich auf Zehenspitzen ganz leise in die Küche und dachte, die leuchtenden Augen der Katze wären glühende Kohlen, die noch im Ofen liegen. So schlich er hin und wollte diese anzünden, um besser im Raum sehen zu können. Die Katze verstand aber keinen Spaß, sprang ihm ins Gesicht, fauchte und kratzte. Da erschrak er gewaltig, lief weg und wollte zur Hintertür hinaus. Dort lag aber der Hund, der aufsprang und ihm in sein Bein biß. Damit noch nicht genug. Als er aus der Hintertür raus war, wartete schon der Esel und gab ihm noch einen tüchtigen Tritt mit dem Hinterfuß. Der Hahn, der vom Lärm aus seinem wohlverdienten Schlaf gerissen wurde, rief vom Balken im Haus herab: „KIKERIKIE!“ Draußen schafften es dann die vier Freunde mit vereinten Kräften, dem Räuber in die Flucht zu schlagen.

Bremer Stadtmusikanten und die Räuber

Da lief der Räuber, so schnell er konnte, zum Anführer der Räubertruppe zurück und sprach: „Oh je, in dem Haus saß eine schreckliche Hexe, die hat mich angehaucht und mir mit ihren langen Fingern mein Gesicht zerkratzt. Und vor der Hintertür stand ein felliges Monster, dass wollte mich verschlingen und probierte schon mein Bein. Und auf dem Hof lag ein schwarzes Ungetüm, das ist mit einer Holzkeule auf mich losgegangen. Und zu alledem saß oben auf dem Dach der Richter, der mit gruseliger Stimme rief: Bringt mir den Räuber her! Da sah ich zu, dass ich fortkam.“ Von nun an trauten sich die Räuber nie wieder in das Haus. Stellt euch vor, man glaubt es kaum, den vier Bremer Stadtmusikanten gefiel’s so gut darin, dass sie nie wieder woanders wohnen wollten.

Bremer Stadtmusikanten Haus

Der Esel war glücklich darüber, dass die Vier auch im hohen Alter noch so ein Abenteuer erlebt hatten. Zudem fragte er sich einmal: „Ob wir die Räuberbande auch vertrieben hätten, wenn ich nur andere Esel als Freunde gehabt hätte? Wer weiß, jedenfalls macht es einen riesen Spaß, weil wir alle so verschieden sind und zusammen gehalten haben.“ So lebten die vier Stadtmusikanten noch lange gemeinsam, waren glücklich und hatten viel Freude zusammen.

Autor: Sebastian Bujak
Bildquellen: Shutterstock / Mustafa Kocabas

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Statistiken zum Märchen
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Gunning Fog Index7.4
Coleman–Liau Index11.9
SMOG Index9.6
Automated Readability Index7
Zeichen-Anzahl9.495
Anzahl der Buchstaben7.471
Anzahl der Sätze127
Wortanzahl1.590
Durchschnittliche Wörter pro Satz12,52
Wörter mit mehr als 6 Buchstaben297
Prozentualer Anteil von langen Wörtern18.7%
Silben gesamt2.397
Durchschnittliche Silben pro Wort1,51
Wörter mit drei Silben157
Prozentualer Anteil von Wörtern mit drei Silben9.9%
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