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Der gestiefelte Kater
Der gestiefelte Kater Märchen

Der gestiefelte Kater für Kleinkinder (ab 3 Jahre)

Vorlesezeit für Kinder: 16 min

Es war einmal ein Mann, der war Müller und stellte daher Mehl für Bäckereien her. Er hatte drei Söhne, einen Esel, einen Kater und seine Mühle. Die Söhne mussten das Getreide in der Mühle mahlen bis Mehl daraus wurde. Der Esel musste Getreide holen und Mehl forttragen. Die Katze musste die Mäuse wegfangen, damit diese die Körner nicht anknabberten. So hatte jeder seine Aufgabe. Eines Tages, als der Müller sehr alt geworden war, starb er in Ruhe und Frieden. Die drei Söhne teilten sich nach Tagen der Trauer die Erbschaft auf. Der älteste bekam die Mühle, der zweite den Esel, der dritte den Kater. Weiter blieb nichts für ihn übrig. Da war der dritte traurig und sprach zu sich selbst: „Mir ist es schlimm ergangen, mein ältester Bruder kann mahlen, mein zweiter auf seinem Esel reiten – aber was kann ich mit einem Kater anfangen? Ich lass mir einfach ein Paar Pelzhandschuhe aus seinem Fell machen, dann ist’s vorbei.“

Kater ohne Stiefel mit traurigen Jungen vor Mühle

„Hör,“ fing der Kater an, der alles verstanden hatte, „du brauchst nicht ein Paar schlechte Handschuhe aus meinem Pelz machen zu lassen. Gib mir nur ein Paar Stiefel, dass ich rausgehen und mich bei den Leuten sehen lassen kann. Ich verspreche dir, dann soll dir bald geholfen sein.“ Der Müllerssohn staunte und dachte zunächst, dass er sich verhört hätte. Der Kater konnte jedoch wirklich sprechen. So ließ er von seinem ursprünglichen Plan ab und wollte dem Kater Stiefel machen lassen. Sie gingen also zum Schuster und ließen ihm Stiefel für seine Pfoten herstellen. Als sie fertig waren, zog sie der Kater an und ging auf zwei Beinen, wie ein Mensch. Der Schuster und der Müllerssohn waren erstaunt und wussten nicht, was sie sagen sollten. Da nahm der gestiefelte Kater noch eine schicke Jacke und einen tollen Hut mit einer großen Feder, die er beim Schneider fand. Der Schuster und der Müllerssohn standen immer noch wie angewurzelt da, staunten und sagten keinen Ton. Da nahm der vornehm gekleidete Kater einen Sack, füllte ihn voll Korn, nahm noch ein Seil dazu und band ihn an einem Stock fest. Danach warf er ihn über seine Schulter, ging zur Tür hinaus und machte sich auf den Weg Richtung Schloss.

Gestiefelter Kater auf dem Weg zum Schloss mit Sack

Damals regierte ein König das Land, der sehr gern Rebhuhn aß. Die kleinen, grauen Hühner waren aber schlecht zu sehen und wenn man eins sah, war es auch schnell wieder verschwunden. Die Not war also, dass keine zu bekommen waren. Der ganze Wald war voll, aber kein Jäger hat sie fangen können. Das wusste der Kater und gedachte es besser zu machen. Als er fast beim Schloss war, bog er in den Wald ab, machte seinen Sack halb auf und breitete das Korn darin aus. Die Schnur legte er in das Gras bis hinter einem dicht bewachsenen Busch. Dahinter versteckte er sich und lauerte geduldig. Die Rebhühner kamen nach einiger Zeit angelaufen und fanden ihre Leibspeise in dem offenen Sack. Eins nach dem anderen hüpfte hinein und pickte das Korn. Als eine gute Anzahl darin war, zog der Kater den Strick zu. Er warf den ganzen Sack voller Hühner über seine Schulter und ging geradewegs zum Schloss des Königs. Dort angekommen riefen die Wachen. „Halt! Wohin?“ – „Zum König!“ antwortete der Kater selbstverständlich.
„Bist du verrückt, ein sprechender Kater der zum König will?“ sagte die eine Wache. „Lass ihn nur gehen,“ sagte ein anderer, „der König hat doch oft Langeweile, vielleicht macht ihm der Kater mit seinem Brummen und Miauen Vergnügen.“

Als der Kater zum König kam, machte er eine tiefe Verbeugung und sagte: „Mein Herr, der Graf“ – dabei nannte er einen langen und vornehmen Namen – „grüßt sie und schenkt ihnen diese Rebhühner.“ Da wusste der König vor Freude nicht wie ihm geschah und wollte sich für das tolle Geschenk bedanken. So befahl er dem Kater, so viel Gold aus der Schatzkammer in seinen Sack zu tun, wie er nur tragen könne. Als der Kater fertig war, seinen Sack zu füllen, sagte der König: „Das bringe deinem Herrn als Dank für sein großzügiges Geschenk.“ Der arme Müllerssohn saß zu Hause am Fenster, stützte den Kopf auf die Hand und dachte, dass er nun sein letztes Geld für die Stiefel eines entflohenen Katers ausgegeben habe. Da trat der Kater herein, nahm den Sack vom Rücken, schnürte ihn auf und schüttete das Gold vor den Müllerssohn und sagte: „Da hast du etwas Gold vom König, der dich grüßen lässt und sich für die Rebhühner bei dir bedankt.“

Der Müller war froh über den Reichtum, ohne dass er begreifen konnte, wie es passiert war. Während der Kater seine Stiefel auszog, erzählte er ihm alles. Dann sagte er: „Du hast jetzt zwar Gold genug, dabei soll es aber nicht bleiben. Morgen ziehe ich meine Stiefel wieder an, dann sollst du noch reicher werden. Dem König habe ich nämlich gesagt, dass du ein Graf bist.“ Wie versprochen, ging der Kater am nächsten Morgen mit seinen Stiefeln, der Jacke und dem auffälligen Hut wieder auf die Jagd und brachte dem König einen reichen Fang. So ging es nun jeden Tag. Der Kater brachte jeden Tag Rebhühner zum König und Gold nach Hause. Einmal brachte er sogar einen verwirrten Hasen, der in den Sack gesprungen war, um Korn zu essen.

Gestiefelter Kater bei König auf Thron mit Sack Hase

Da freute sich der König über sein neues Haustier, welches seitdem als Schlosshase nur Schabernack trieb. Der Kater war so beliebt beim König, dass er sich im Schloss frei bewegen konnte, ohne dass ihn die Wachen kontrollierten. So stand der Kater eines Tages in der Schlossküche am Herd, wärmte sich und brummte zufrieden. Da hörte er den Kutscher fluchen: „Der König und die Prinzessin, diese reichen Schnösel! Da will man sich einmal im Wirtshaus mit seinen Freunden treffen und Karten spielen und kann nicht, weil man die zwei Schnösel um den See spazieren fahren muss.“ Als der Kater das hörte, hatte er eine Idee und schlich nach Hause. Er sagte zum Müllerssohn: „Wenn du ein Graf und reich werden willst, so komm mit mir hinaus zum See und bade darin.“ Der Müllerssohn wusste nicht, was er dazu sagen sollte, doch er folgte dem Kater. Am See angekommen, zog er sich aus und sprang nackt in das Wasser. Der Kater nahm seine Sachen, trug sie fort und versteckte sie. Kaum war er damit fertig, kam der König mit seiner Kutsche angefahren.

Gestiefelter Kater vor Kutsche mit König - Junge im Wasser

Der Kater fing gleich an sehr freundlich und vornehm zu sprechen: „Ach! Allergnädigster König! Mein Herr, hat sich hier im See zum Baden begeben, da ist ein Dieb gekommen und hat ihm die Kleider gestohlen, die am Ufer lagen. Nun ist der Herr Graf im Wasser und kann nicht heraus. Wenn er sich noch länger darin aufhält, wird er sich erkälten.“ Als der König das hörte, schickte er einen seiner Leute geschwind zurück zum Schloss, um königliche Kleider zu holen. Der Herr Graf zog dann auch die vornehmen Sachen an. Der König mochte ihn, weil er dachte, die Rebhühner von ihm geschenkt bekommen zu haben. So lud ihn der König ein, mit in seiner Kutsche zu fahren.

GestiefelterKater bei König vor Kutsche mit Jungen

Als der Müllerssohn, der so tat als wäre er ein wohlhabender Graf, in der Kutsche saß, war die Prinzessin nicht böse darüber. Sie lächelte ihn an, denn er war jung, schön und gefiel ihr recht gut. Der Kater aber war vorausgegangen und zu einer großen Wiese gekommen. Dort waren über hundert Leute und machten Heu. „Wem gehört die Wiese, liebe Leute?“ fragte der Kater. „Dem großen bösen Zauberer, der uns ohne Lohn zwingt, hier zu arbeiten.“ antworteten sie. „Hört, jetzt wird gleich der König vorbeifahren. Wenn er wissen will, wem die Wiese gehört, so antwortet: dem Grafen. Wenn ihr das tut, so verspreche ich, dass ihr belohnt werdet.“ Darauf ging der Kater weiter und kam zu einem Acker, wo Getreide angebaut war. So groß, dass es niemand übersehen konnte. Da standen mehr als zweihundert Leute und schnitten Getreidehalme, um die Ernte einzuholen. „Wem gehört das Korn, liebe Leute?“ – „Dem bösen Zauberer, der uns ohne Lohn zwingt, hier zu arbeiten.“ – „Hört, jetzt wird gleich der König vorbeifahren, wenn er wissen will, wem das Korn gehört, so antwortet: dem Grafen. Wenn ihr das tut, so verspreche ich, dass ihr belohnt werdet.“ Danach kam der Kater an einen prächtigen Wald. Da standen mehr als dreihundert Leute, fällten Bäume und machten Holz. „Wem gehört der Wald, liebe Leute?“ – „Dem bösen Zauberer.“ – „Hört, jetzt wird gleich der König vorbeifahren, wenn er wissen will, wem der Wald gehört, so antwortet: dem Grafen. Wenn ihr das tut, so werdet ihr belohnt.“ Der Kater ging weiter und kam bald zum Schloss des bösen Zauberers.

Gestiefelter Kater auf dem Weg zum Schloss

Der gestiefelte Kater trat selbstsicher hinein und stellte sich vor den Zauberer. Der sah ihn böse an und fragte, was er denn wolle. Der schlaue Kater verbeugte sich tief und sagte: „Ich habe gehört, dass du dich in jedes Tier ganz nach deinem Belieben verwandeln könntest. Was einen Hund, Fuchs oder auch einen Wolf betrifft, da will ich es wohl glauben. Eine Verwandlung in einen Elefanten scheint mir jedoch unmöglich. Deshalb bin ich gekommen, um mich selbst zu überzeugen.“ Der Zauberer sagte stolz: „Das ist für mich eine Kleinigkeit,“ und verwandelte sich in dem Augenblick in einen Elefanten. „Das ist erstaunlich,“ sagte der Kater, „aber auch in einen Löwen?“ – „Das ist auch kein Problem,“ sagte der Zauberer. Dann stand er als Löwe vor dem Kater. Der Kater tat so, als ob er von der Zauberkunst begeistert wäre und sprach: „Das ist unglaublich, so etwas hätte ich mir nicht im Traum vorstellen können. Aber noch bemerkenswerter als alles andere, wäre es, wenn du dich auch in ein so kleines Tier, wie eine Maus, verwandeln könntest. Du kannst gewiss mehr, als irgendein anderer Zauberer auf der Welt. Das wird aber auch dir zu hoch sein.“

Gestiefelter Kater mit Bösewicht / Maus

Der Zauberer war ganz geschmeichelt von den süßen Worten und sagte: „O ja, liebes Kätzchen, das kann ich auch,“ und sprang einen Moment später als eine Maus im Zimmer herum. Als der Kater das sah, machte er einen großen Satz, fing die Maus. „Habs, schleck“ und der böse Zauberer war durch die schlaue List besiegt. Der König aber war mit dem Grafen und der Prinzessin weiter spazieren gefahren. Sie kamen an eine große Wiese. „Wem gehört das Heu?“ fragte der König. „Dem Herrn Grafen,“ riefen alle, wie der Kater es von ihnen wollte. „Ihr habt da ein schönes Stück Land, Herr Graf,“ sagte der König. Danach kamen sie an den Acker mit Getreide. „Wem gehört das Korn, ihr Leute?“ – „Dem Herrn Grafen.“ – „Ei! Herr Graf! Große, schöne Ländereien!“ – Darauf durch den Wald: „Wem gehört das Holz, ihr Leute?“ – „Dem Herrn Grafen.“

Der König wunderte sich noch mehr und sagte: „Ihr müsst ein reicher Mann sein, Herr Graf. Ich glaube nicht, dass ich einen so prächtigen Wald besitze.“ Endlich kamen sie an das Schloss. Der Kater stand schon oben auf der Treppe und als die Kutsche anhielt, sprang er herab und machte die Tür auf. Dann sagte er: „Herr König, Ihr gelangt hier in das Schloss meines Herrn, des Grafen, den diese Ehre für sein Lebtag glücklich machen wird.“ Der König stieg aus und wunderte sich über das prächtige Gebäude, das fast größer und schöner war als sein Schloss. Der Graf führte die Prinzessin die Treppe hinauf in den Saal, der voller Gold und Edelsteinen nur so flimmerte. Sie verbrachten zusammen einen schönen Abend. Der Graf und die Prinzessin verstanden sich so gut, dass sie sich für den nächsten Tag wieder im Schloss verabredeten.

Gestiefelter Kater mit Königspaar

Nach einiger Zeit fragte der Graf beim König um Erlaubnis, die Prinzessin zu heiraten. Dieser stimmte freudig zu und so veranstalteten sie ein großes Fest mit vielen Gästen. Der Graf war nun vom Müllerssohn zum Nachfolger des Königs aufgestiegen. Der Kater war noch immer an seiner Seite und übernahm wichtige Aufgaben. Wie versprochen, belohnte er noch die Leute, die auf der Wiese, auf dem Acker und im Wald gearbeitet haben. So lebten alle noch lange glücklich und zufrieden.

Autor: Sebastian Bujak
Bildquellen: Shutterstock / Mustafa Kocabas

Lesen Sie ein Kurz-Märchen (5 min)

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Coleman–Liau Index12
SMOG Index9.4
Automated Readability Index7.5
Zeichen-Anzahl11.974
Anzahl der Buchstaben9.431
Anzahl der Sätze152
Wortanzahl1.979
Durchschnittliche Wörter pro Satz13,02
Wörter mit mehr als 6 Buchstaben370
Prozentualer Anteil von langen Wörtern18.7%
Silben gesamt2.954
Durchschnittliche Silben pro Wort1,49
Wörter mit drei Silben178
Prozentualer Anteil von Wörtern mit drei Silben9%
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