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Der Rattenfänger von Hameln
Der Rattenfänger von Hameln Märchen

Der Rattenfänger von Hameln für Kleinkinder (ab 3 Jahre)

Vorlesezeit für Kinder: 14 min

Vor langer, langer Zeit gab es eine schöne Stadt mit vielen glücklichen Menschen. Diese Stadt hieß Hameln. In der Stadt lebten die Leute fröhlich und zufrieden. Die Kinder spielten gemeinsam auf der Straße und in den Gärten der Häuser. Als sich zwei der Kinder zusammen im Garten fangen wollten, sah eines davon, wie sich der kleine Strauch am Rand der Wiese bewegte. „Da, schau nur!“ sagte das eine Kind und fragte weiter: „Was ist das nur?“ In dem Augenblick schaute eine kleine Maus aus dem Busch und entdeckte die beiden Kinder. Daraufhin lief sie schnell weg. Der Maus waren die Kinder als Spielgefährten viel, viel zu groß. Am nächsten Tag spielten die Kinder am selben Ort und sahen schon zwei Mäuse. Einen Tag darauf waren es schon drei, dann vier, dann fünf Mäuse. Als die Kinder das in der Schule erzählten, sagten alle anderen Kinder, dass bei ihnen auch so viele Mäuse im Garten wohnten. Nun, zunächst störten die kleinen Tierchen nicht und lebten ebenso glücklich und zufrieden wie die Menschen in der Stadt.

Mit der Zeit gefiel es den Mäusen aber so gut in der Stadt Hameln, dass sie auch ihre Familien und Verwandten einluden. Zudem kamen auch die viel größeren Mäuse in die Stadt. Diese hatten einen viel längeren Schwanz und größere Zähne als die kleinen Bekannten. Man nannte sie auch Ratten. Diese Ratten hatten auch viel mehr Hunger als die kleinen Mäuse. Es lebten so viele der kleinen Bewohner in der Stadt, dass man mit dem Zählen überhaupt nicht mehr nachkam. Irgendwann fanden die kleinen Stadtbewohner auch nach langer Suche nichts mehr zu essen. So dachten sie sich, dass die Menschen bestimmt nichts dagegen hätten, ihr Essen zu teilen. Also knabberten die Mäuse und Ratten den Käse und die Wurst an. Sogar der frisch abgefüllte Pfirsichsaft war nicht sicher vor den kleinen Stadtbewohnern.

Ratten Mäuse fressen sich durch Lebensmittel

Als die Menschen in ihre Speisekammer sahen, erschracken sie sich gewaltig. Der gute Schinken und die edle Salami waren fast vollständig weggefuttert. Von den Würstchen waren nur noch Reste übrig. Der Käse hatte noch mehr Löcher als vorher und der Saft war halb ausgetrunken. „Jetzt reicht es!“ sagte einer der Menschen, nahm sich den Besen und vertrieb die Mäuse und Ratten. Diese suchten das Weite und rannten weg. Eine flüchtete durch das offen stehende Fenster nach draußen. Dort auf der Straße machten die anderen Menschen das gleiche. Mäuse, Katzen, Ratten und Menschen liefen alle durcheinander.

Rattenplage Menschen verjagen Ratten in Stadt

Doch Hilfe war schon unterwegs. Es tauchte kurze Zeit später ein wunderlicher Mann in der Stadt auf. Er verhielt sich anders als die anderen Menschen. Daher war er den Stadtbewohnern ein wenig unheimlich. Außerdem sah er mit seinem Umhang, seinem sonderbaren Schuhen und dem Hut mit einer riesig großen Feder, komisch aus. Doch er sagte, dass er die gesamte Stadt von Mäusen und Ratten befreien kann. Da staunten die Menschen und fragten sich, wie er das denn machen wolle. Gift wollten die Menschen nicht einsetzen, da sie Angst hatten, dass sich ihre geliebten Katzen vergiften. Fallen wollten sie auch nicht benutzen, da die vielen Kinder in der Stadt reintreten und sich verletzen könnten. Der wunderliche Mann, den sie nur den Rattenfänger nannten, versprach jedoch, weder Gift noch Fallen einsetzen zu wollen.

So waren die Menschen zufrieden und wollten, dass er direkt mit seiner Arbeit beginnt. Er lehnte jedoch ab, da er noch seine Bezahlung klären musste. So ging er zu dem, der die Entscheidungen in der Stadt Hameln trifft. Dem Bürgermeister. Dort trug er sein Angebot vor, die Stadt von den Ratten und Mäusen zu befreien, ohne Gift und Fallen einzusetzen. Er wollte dafür nur einen kleinen Sack mit Goldmünzen. „Das ist viel zu viel!“ sagte der Bürgermeister. Daraufhin diskutierten die beiden, was denn für die Arbeit angemessen ist. Der Rattenfänger bestand jedoch auf seinen kleinen Sack mit Goldmünzen. So überlegten der Bürgermeister und sein Berater einige Zeit. Die beiden stellten fest, dass sie den Rattenfänger seine Arbeit tun lassen müssen, da sonst noch mehr in der Stadt durcheinander kommt. Er sagte dem Rattenfänger also seine Bezahlung zu und versprach, dass er seine Goldmünzen bekommen würde, sobald alle Ratten vertrieben sind.

Rättenfänger verhandelt mit der Stadt

So ging er raus auf die Straße und holte eine Flöte heraus. Die Leute fragten sich, ob der Rattenfänger verrückt sein würde. Wie wollte er mit einer Flöte Mäuse fangen? Sie wurden jedoch eines besseren belehrt, als er anfing, ein wunderliches Lied zu spielen. Nacheinander kam nämlich eine Maus nach der anderen hervor. Den kleinen Stadtbewohnern gefiel die Musik anscheinend so sehr, dass sie an nichts anderes mehr denken konnten. So spazierte der Rattenfänger los, während er weiter seine Flöte spielte. Er lief jede Straße und jede Gasse ab. So hörten alle Mäuse und Ratten aus der ganzen Stadt die Musik und folgten dem komischen, musizierenden Mann. Da staunten die Leute nicht schlecht. Als der Rattenfänger alle Straßen und Gassen abgelaufen hatte, folgten ihm so viele Mäuse und Ratten, dass diese eine lange Reihe durch die halbe Stadt ergaben.

Rattenfänger lockt Ratten aus der Stadt

So spazierte der Rattenfänger weiter Flöte spielend durch das Stadttor aus der Stadt heraus, immer weiter in Richtung Fluss. Dort angekommen, stellte sich der Rattenfänger in das Wasser, wohin ihm ebenfalls die Mäuse und Ratten folgten. Diese schwammen auf die andere Seite des Flusses.

Ratten springen in Wasser

Als alle Tierchen da waren, hörte der Rattenfänger auf Flöte zu spielen. Da schauten sich die Mäuse und Ratten fragend an, weil sie nicht wussten, wo sie waren. „Wie sind wir hier hingekommen?“, fragte eine der Mäuse. Es kam den Tierchen vor, als ob sie die ganze Zeit geschlafen hätten. Zurück zu schwimmen, trauten sich die Mäuse und Ratten nicht. Also blieben sie der Stadt fern und suchten sich auf den Äckern und in den Wäldern ein neues Zuhause. Nach getaner Arbeit ging der Rattenfänger zurück zum Bürgermeister und wollte seinen verdienten Lohn abholen. Dieser lachte aber nur und sagte: „Einen Sack voll Gold, für ein wenig Flöte spielen. Wäre es harte Arbeit gewesen, hättest du dir den Lohn verdient. Das war es aber nicht. Ich gebe dir eine Goldmünze.“

Beamte lachen über Rattenfänger wütend

Der Rattenfänger wurde böse, da er aus seiner Sicht um seinen Lohn betrogen wurde. Er erinnerte den Bürgermeister daran, dass ein kleiner Sack voll Goldmünzen abgemacht und versprochen war. Dafür sollte er die Stadt von Mäusen und Ratten befreien. Das habe er getan. Demnach stehe ihm der abgemachte Lohn zu. Es half jedoch nichts. Der Bürgermeister blieb dabei und zahlte nur eine Goldmünze. Der Rattenfänger ging zornig und wütend weg. Sagte aber zu sich, dass er sich das nicht gefallen lassen würde. Am 26. Juni erschien er wieder in der Stadt Hameln und fing an Flöte zu spielen. Dieses Mal ein anderes Lied, viel schöner und angenehmer in der Melodie. Schon kurz nachdem er begonnen hatte, das Lied zu spielen, kamen wieder kleine Stadtbewohner aus ihren Häusern.

Dieses Mal jedoch nicht die Ratten und Mäuse, sondern alle Kinder aus der Stadt. Kleine Mädchen und Jungen folgten fröhlich und hüpfend dem Rattenfänger. Die Erwachsenen bekamen von alledem nichts mit. Der Tag und die Uhrzeit waren vom Rattenfänger schlau gewählt. Alle Erwachsenen waren in der Kirche und beteten für die Brüder Johannes und Paulus aus einer alten Legende. Der Rattenfänger konnte demnach unbemerkt durch die gesamte Stadt ziehen, sodass ihm alle Kinder folgten. Darunter auch die schon fast erwachsene Tochter des Bürgermeisters. Der ganze Schwarm folgte dem Rattenfänger aus der Stadt hinaus über eine Brücke.

Rattenfänger mit Kinderschlange auf Brücke vor Stadt

Ein Kindermädchen ist mit einem Baby auf dem Arm der Gruppe nachgelaufen. So konnte sie von der Ferne beobachten, was passiert war. Sie lief schnell zurück in die Stadt und berichtete, was sie gesehen hatte. Panik machte sich in der Stadt breit. Alle Eltern suchten überall nach ihren Kindern und weinten ganz schrecklich. Was das Kindermädchen nicht sah, war, dass der Rattenfänger die Kindergruppe hinaus auf einen Berg führte, wo er mit ihnen verschwand.

Kinder werden in Berg geführt

So suchten die Eltern Tage und Nächte erfolglos nach ihren geliebten Kindern. Einhundertunddreißig Kinder verschwanden. Das waren fast alle aus der Stadt. Nur die Kinder, die nicht so schnell laufen und deswegen dem Rattenfänger nicht folgen konnten, sind geblieben. So wurde ein verstauchter Fuß oder ein gebrochenes Beim zum Glücksfall. Alle anderen Kinder waren aber nicht mehr da. Und das alles nur, weil der Rattenfänger um seinen verdienten Lohn gebracht wurde und der Bürgermeister sein Versprechen gebrochen hatte, weil er so schrecklich geizig war. Da auch seine Tochter weg war, ist auch er sehr traurig gewesen. Er wünschte sich, dass er den kleinen Sack voller Goldmünzen im Austausch gegen die Kinder zahlen konnte. Doch der Rattenfänger war genauso verschwunden wie die Kinder. Jahre vergingen, die Mädchen und Jungen wurden jedoch noch immer nicht wieder gesehen. Jedes Kind, was nach dieser Zeit in Hameln aufwuchs, hörte daher die Geschichte vom Rattenfänger. Dabei sagte jede Mutter und jeder Vater: „Mein Kind, deswegen darfst du nie mit Fremden mitgehen!“ Die Kinder versprachen es und so passierte ein so schlimmes Ereignis nie wieder.

Nach vielen, vielen Jahren gingen einige Leute aus der Stadt Hameln auf eine Abenteuerwanderung. Dabei ging es über Stock und Stein, durch Täler und über Berge. Sie trafen nach einem langen und anstrengenden Fußmarsch auf ein kleines, verstecktes Dorf. Die Bürgermeisterin lud die Wanderer zur Übernachtung in die Stadt ein. Beim Abendbrot unterhielten sich die Gäste mit der Bürgermeisterin.

So erzählten die Wanderer aus Hameln auch die alte Geschichte vom Rattenfänger. Als sie die Geschichte hörte, fing die Bürgermeisterin vor Freude an zu weinen. Sie erzählte, dass die Bewohner in diesem Dorf die verlorenen Kinder sind und sie selbst die Tochter des Bürgermeisters von Hameln ist. Nachdem der Rattenfänger damals alle in die Höhle gebracht hatte, verschwand er. Die Kinder suchten einen Ausgang. Sie krabbelten und liefen mehrere Tage und Nächte durch die finstere Höhle bis sie einen Ausgang fanden. „Wir waren so glücklich, wieder Tageslicht zu sehen und die Sonnenstrahlen auf unserer Haut zu spüren“, berichtete die Bürgermeisterin.

Nur wussten die Kinder nicht den Weg zurück nach Hameln. So blieb nur die Möglichkeit, dort zu bleiben und ein Dorf zu bauen. Die Wanderer brachten in Windeseile diese frohe Botschaft nach Hameln: „Die Kinder leben, die Kinder sind wohlauf, wir haben sie gefunden!“, riefen die Wanderer durch jede Straße der gesamten Stadt. Alle waren überglücklich, diese Nachricht zu hören. So veranstalteten alle zusammen ein großes Fest und waren froh darüber, sich wieder zu sehen und in den Armen liegen zu können. So lebten alle noch lange, fröhlich und zufrieden.

Lesen Sie ein Kurz-Märchen (5 min)

Informationen für wissenschaftliche Analysen


Statistiken zum Märchen
Wert
Lesbarkeitsindex nach Amstad73.8
Lesbarkeitsindex nach Björnsson36
Flesch-Reading-Ease Index58.4
Flesch–Kincaid Grade-Level8.1
Gunning Fog Index7.9
Coleman–Liau Index12
SMOG Index10.5
Automated Readability Index9
Zeichen-Anzahl10.960
Anzahl der Buchstaben8.905
Anzahl der Sätze143
Wortanzahl1.720
Durchschnittliche Wörter pro Satz12,03
Wörter mit mehr als 6 Buchstaben412
Prozentualer Anteil von langen Wörtern24%
Silben gesamt2.769
Durchschnittliche Silben pro Wort1,61
Wörter mit drei Silben227
Prozentualer Anteil von Wörtern mit drei Silben13.2%
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