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Die goldene Gans
Die goldene Gans Märchen

Die goldene Gans für Kleinkinder (ab 3 Jahre)

Vorlesezeit für Kinder: 15 min

Es war einmal vor langer Zeit, als noch Könige regierten und in ihren Schlössern lebten. Da gab es eine Familie mit Mann, Frau und drei Söhnen. Der jüngste war ein bisschen ungeschickt und tollpatschig. Deswegen nannten ihn alle nur den Tollpatsch. Alle lachten ihn aus, weil er immer alles fallen lies, was kaputt gehen konnte und sonst auch keine Gelegenheit ausließ, über alles zu stolpern, was herumlag.

Eines Tages musste der älteste Sohn in den Wald gehen, um Holz zu fällen. Bevor er ging, gab ihm seine Mutter ein Stückchen Brot, leckeren Käse und eine Flasche Apfelsaft mit. So musste er bei der Arbeit nicht hungrig und durstig sein. Als er in den Wald kam, begegnete ihm ein ungewöhnliches, graues Männlein mit einem Hut, fast so groß wir er selbst und mit einem Bart, länger als seine Arme. Das kleine merkwürdige Männlein begrüßte den ältesten Sohn freundlich und sprach: „Gib mir doch ein Stück Brot aus deiner Tasche und lass mich einen Schluck von deinem Apfelsaft trinken! Ich bin so hungrig und durstig.“ Der Sohn aber antwortete unfreundlich: „Gebe ich dir mein Brot und meinen Saft, so hab ich ja selber weniger!“ So ließ er das Männlein stehen und ging weiter. Als er nun anfing, einen Baum zu fällen, dauerte es nicht lange, da schnitt er sich bei der Arbeit an der scharfen Axt. So musste er heimgehen und sich von seiner Mutter verbinden lassen. Was der älteste Sohn nicht wusste, ist, dass es etwas mit dem merkwürdigen Männlein zu tun hatte.

Da die Familie unbedingt Holz brauchte, um zu heizen, zu backen und zu kochen, ging der zweite Sohn in den Wald. Die Mutter gab ihm, wie dem ältesten Sohn, ein Stückchen Brot, leckeren Käse und eine Flasche Apfelsaft mit. Auf dem Weg in den Wald begegnete dem zweiten Sohn ebenfalls das alte, graue und ungewöhnliche Männchen mit dem großen Hut und dem langen Bart. Das Männlein fragte wieder nach etwas zum Essen und zum Trinken, weil er so hungrig und durstig war. Der Sohn aber antwortete wie sein großer Bruder unfreundlich: „Gebe ich dir mein Brot und meinen Saft, so hab ich ja selber weniger!“ So ließ er das Männlein stehen und ging weiter. Die Strafe blieb nicht aus, als er ein paar Schläge mit der Axt tat. Er schnitt sich ebenfalls an der scharfen Axt. So ging auch er nach Hause, da die Stelle, wo er sich geschnitten hatte, furchbar weh tat.

Da sagte der Tollpatsch: „Vater, lass mich hinausgehen, um Holz zu hacken!“ Da antwortete der Vater besorgt: „Deine Brüder haben sich dabei weh getan. Du weißt doch, dass du ein bisschen ungeschickt bist. Daher mache ich mir große Sorgen, dass auch du dir weh tust.“ Der Tollpatsch aber bat so lange, bis er endlich sagte: “ Nun gut mein Sohn, versprich mir aber, dass du vorsichtig sein wirst!“ Der Tollpatsch versprach es und so machte er sich auf den Weg. Die Mutter gab ihm noch Brot und Wasser mit. Leider war der Apfelsaft und der Käse aufgebraucht. Den Tollpatsch störte das jedoch nicht, da er glücklich war, der Familie helfen zu können. Als er in den Wald kam, begegnete ihm ebenfalls das alte, graue Männchen, grüßte ihn und sprach: „Gib mir bitte ein Stück von deinem Brot und einen Schluck aus deiner Flasche, ich bin so hungrig und durstig.“

Da antwortete der Tollpatsch: „Ich habe aber nur trockenes Brot und Wasser. Wenn das für dich in Ordnung ist, können wir uns hinsetzen und gemeinsam essen und trinken.“ Da setzten sie sich. Als der Tollpatsch das Brot herausholte, so war da auf einmal noch ein feiner und leckerer Käse und als er dem Männlein ein Schluck Wasser geben wollte, so verwandelte es sich in leckeren und süßen Apfelsaft. Da freute sich der Tollpatsch und so aßen und tranken sie gemeinsam.

Holzfäller und Zauberer Zwerg

Nach dem gemeinsamen Essen sprach das Männlein: „Weil du ein gutes Herz hast und du gerne teilst, will ich mich bei dir bedanken und dir Glück bescheren. Dort drüben steht ein alter Baum. Wenn du ihn fällst, so wirst du etwas Überraschendes finden.“ Darauf nahm das Männlein Abschied und verschwand im grünen, dichten Wald. Der Tollpatsch ging zum alten Baum und fing langsam an, den Baum zu fällen. Er war sehr vorsichtig, wie er es seinem Vater versprochen hatte. Nach einiger Zeit fiel der alte Baum zu Boden. Wie von Zauberhand erschien auf dem Baumstumpf eine Gans, die Federn aus reinem Gold hatte. Der Tollpatsch war überrascht und staunte über die Schönheit der glänzenden, goldenen Gans.

Junge entdeckt goldene Gans auf Baumstumpf

Er hob sie heraus, nahm sie mit sich und ging an einen Fluss, wo die Gans und der Tollpatsch ihren Durst löschten. An der gleichen Stelle wollten zwei Schwestern Wasser holen, die nun voller Erstaunen die goldene Gans entdeckten.

Holzfäller trinkt mit goldener Gans Wasser an See

Die zwei Schwestern waren neugierig, was das für ein wunderlicher Vogel war. Sie hätten gerne jeweils eine von den goldenen Federn gehabt. Die älteste dachte: „Jetzt, wo der Tollpatsch gerade trinkt, merkt er gar nicht, wenn wir eine Feder herausziehen.“ So packte die ältere Schwester die Gans an den Flügeln und versuchte eine Feder zu stibitzen. Aber was passierte da? Ihre Finger und die ganze Hand blieben fest an der schönen Gans kleben. Bald danach kam die zweite Schwester und versuchte ebenfalls eine goldene Feder zu holen. Da sagte die andere: „Bleib weg, um Himmels Willen, bleib weg!“ Aber sie begriff nicht, warum sie wegbleiben sollte. Wie sie ihre Schwester angerührt hatte, so blieb sie an ihr hängen. Als der Tollpatsch die beiden Mädchen sah, wunderte er sich sehr, nahm die Gans und ging fort. Doch die zwei Schwestern klebten immer noch fest und folgten ihm, da sie die Gans nicht los lassen konnten.

Goldene Gans Junge mit zwei Frauen

Als der Vater seine zwei Töchter mit dem Tollpatsch mitten auf dem Feldweg begegnete, sagte er sichtlich verwundert: „Schämt euch Mädchen, was lauft ihr dem jungen Burschen durch das Feld nach? Was soll das denn?“ Also fasste er seine jüngste Tochter an die Hand. Als er das machte, blieb auch er hängen und musste selber hinterlaufen. Dem Tollpatsch kümmerte es gar nicht mehr, dass die Leute an der Gans hingen. Sie mussten immer hinter ihm herlaufen, egal ob es nach links oder nach rechts ging. Er lief einfach, wie es ihm in die Beine kam. So gingen sie an einer Wiese mit einem Bauern vorbei.

Junge mit goldener Gans mit 3 Leuten auf Weg in Wiese

Da wunderte sich der Bauer. Der Vater der beiden Töchter bat den Bauern, ihn und seine Mädchen loszumachen und blieb ebenfalls hängen. Ebenso erging es noch zwei weiteren Leuten, so dass es nun schon sechs waren, die dem Tollpatsch mit der Gans nachliefen. Kurze Zeit später kamen sie in eine Stadt. Dort herrschte ein König, der eine ernsthafte Tochter hatte, die niemals lachte und auch von niemanden zum Lachen gebracht werden konnte. Darum hatte der König ein Gesetz erlassen, was besagte, dass derjenige sie heiraten könne, der sie zum Lachen bringen konnte. Als der Tollpatsch das hörte, bemerkte er, dass alle Leute in der Stadt lachten, als sie ihn mit den sechs Leuten sahen, die an der goldenen Gans hingen.

Junge mit goldener Gans mit 6 Leuten durch Stadt

Also hatte der Tollpatsch eine Idee. Wieso sollte es er nicht versuchen, die Prinzessin zum Lachen zu bringen? So ging er mit seiner Gans und ihrem Anhang so lange in der Stadt herum, bis er den königlichen Kutschenwagen sah und an diesem vorbeilaufen konnte. Als die Königstochter den Tollpatsch und die sechs Menschen hintereinander herlaufen sah, fing sie überlaut an zu lachen und wollte gar nicht wieder aufhören.

Junge mit goldener Gans mit 4 Leuten mit Schloss u. Kutsche

So bat der Tollpatsch den König, die Prinzessin zur Braut nehmen zu dürfen. Dem König gefiel jedoch der Schwiegersohn nicht. Er erhob allerlei Einwände und sagte, er müsste ihm erst einen Mann bringen, der einen Keller voll mit Apfelsaftfässern austrinken könnte. Der Tollpatsch ärgerte sich, dass der König sein selbst erlassenes Gesetz nicht einhielt, fand jedoch das Lachen der Prinzessin so schön, dass er auf keinen Fall aufgeben wollte. Er wusste jedoch, dass er selbst niemals einen ganzen Keller voll mit Apfelsaftfässern austrinken könnte. So dachte er nach und dachte und dachte, bis ihm das graue Männchen in Erinnerung kam, mit dem er zusammen gegessen und getrunken hatte. Er ging also zurück an die Stelle, wo er den Baum gefällt hatte. Dort sah er einen Mann sitzen, der ein ganz trauriges Gesicht machte. Obwohl der Tollpatsch gerade sein eigenes Problem mit der Aufgabe des Königs hatte, fragte er den Mann, was er sich so sehr zu Herzen nähme.

Da antwortete er: „Ich habe so großen Durst und kann ihn nicht löschen. Das kalte Wasser aus dem Fluss vertrage ich nicht. Eine große Flasche Apfelsaft habe ich zwar schon ausgeleert, aber das war nur ein Tropfen auf den heißen Stein!“ – „Da kann ich dir helfen,“ sagte der Tollpatsch, „komm mit mir, du sollst genug bekommen und tust mir gleichzeitig einen riesen Gefallen!“ Er führte ihn daraufhin in den Keller des Königs. Der Mann machte sich über die großen Fässer her, trank und trank, so dass sein Bauch größer und immer größer wurde. Ehe ein Tag herum war, hatte er den ganzen Keller ausgetrunken. Der Tollpatsch verlangte abermals seine Braut, der König aber ärgerte sich, dass so ein ungeschickter Bursche, den jedermann einen Tollpatsch nannte, seine Tochter heiraten sollte. So machte er neue Bedingungen: Er müsste erst einen Mann in das Königreich bringen, der einen Berg voll Brot, so groß wie ein Haus, aufessen könnte. Der Tollpatsch dachte nicht lange nach und ging gleich hinaus in den Wald. Da saß auf demselben Platz, wo er den alten Baum gefällt hat, ein Mann, der ein jammerndes Gesicht machte. Der Mann war so dünn, dass er sich seinen Gürtel gleich zwei Mal um seinen Bauch binden könnte.

Als der Tollpatsch den Mann fragte, warum er denn so traurig sei, antwortete er: „Ich habe einen ganzen Backofen voll mit Brot gegessen. Aber was hilft das, wenn man soooooooo großen Hunger hat wie ich. Mein Magen bleibt einfach immer leer.“ Der Tollpatsch war froh darüber und sprach: „Mach dich auf und geh mit mir, du sollst dich satt essen!“ Er führte ihn an den Hof des Königs, der jedes Brot aus dem ganzen Reich zusammentragen und einen ungeheuer großen Berg davon bauen lassen hat. Der Mann aus dem Wald bekam leuchtende Augen und hoffte nun endlich seinen Hunger stillen zu können. So fing er an zu essen und nach einem Tag war der ganze Berg verschwunden. Danach war sowohl der Mann aus dem Wald, als auch der Tollpatsch glücklich, der nun zum dritten Mal seine Braut forderte.

Der König aber suchte noch einmal Ausflucht und verlangte ein Schiff, das zu Land und zu Wasser fahren kann. „Sobald du damit angesegelt kommst,“ sagte er, „sollst du gleich meine Tochter zur Gemahlin haben.“ Der Tollpatsch ging geraden Weges in den Wald, da saß das alte, graue Männchen, dem er sein Brot gegeben hatte, und sagte: „Ich habe für dich getrunken und gegessen, ich will dir auch das Schiff geben!“ Das alles tue ich, weil du barmherzig bist, teilst und dich um deine Mitmenschen kümmerst!“ Da gab er ihm das Schiff, das zu Land und zu Wasser fuhr. Als der König das sah, konnte er ihm seine Tochter nicht länger vorenthalten. So plante der König eine große Hochzeit und als er sah, wie glücklich seine Tochter mit dem Tollpatsch war, so wurde auch er glücklich.

Junge mit goldener Gans und Braut

So lebten der Tollpatsch und seine Frau lange, glücklich und zufrieden. Sie lachten gemeinsam jeden Tag, bis an ihr Lebensende.

Autor: Sebastian Bujak
Bildquellen: Shutterstock / Mustafa Kocabas

Lesen Sie ein Kurz-Märchen (5 min)

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Statistiken zum Märchen
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Lesbarkeitsindex nach Amstad77.6
Lesbarkeitsindex nach Björnsson36.3
Flesch-Reading-Ease Index65.5
Flesch–Kincaid Grade-Level8
Gunning Fog Index9.2
Coleman–Liau Index12
SMOG Index10.1
Automated Readability Index9
Zeichen-Anzahl11.425
Anzahl der Buchstaben9.096
Anzahl der Sätze121
Wortanzahl1.898
Durchschnittliche Wörter pro Satz15,69
Wörter mit mehr als 6 Buchstaben392
Prozentualer Anteil von langen Wörtern20.7%
Silben gesamt2.814
Durchschnittliche Silben pro Wort1,48
Wörter mit drei Silben174
Prozentualer Anteil von Wörtern mit drei Silben9.2%
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