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Hänsel und Gretel
Hänsel und Gretel Märchen

Hänsel und Gretel für Kleinkinder (ab 3 Jahre)

Vorlesezeit für Kinder: 18 min

Vor einem großen Wald wohnte ein Mann mit seiner Frau und seinen zwei Kindern. Der Sohn hieß Hänsel und die Tochter Gretel. Der Vater der beiden Kinder war Holzfäller. Er ging jeden Tag in den Wald und fällte Bäume, um das Holz in der Stadt zu verkaufen. Holzfäller zu sein war jedoch ein schwerer und anstrengender Beruf. Zudem verdiente man mit dem Holz nicht viel Geld. Daher war die Familie arm und hatte nicht viel, was sie ihr Eigen nennen konnten. Eines Tages, als es Winter wurde, war dieser wärmer als sonst. Während des milden Winters, brauchten die Leute weniger Brennholz, um sich in ihren Hütten daran zu wärmen. So wurde der Holzfäller immer ärmer und ärmer, bis er so arm war, dass die gesamte Familie zu wenig zu essen hatte und hungern musste. Ihr Magen knurrte so sehr, dass der Vater und seine Frau nicht einschlafen konnten. Der Vater drehte sich im Bett von links nach rechts. Dann wieder von rechts nach links.

Er konnte vor Sorge einfach nicht schlafen. Er seufzte und sprach zu seiner Frau: „Was soll nur aus uns werden? Wie können wir unsere armen Kinder ernähren?“ – „Weißt du was,“ antwortete die Frau, „nachdem du letztens vom Holzfällen zurück gekommen bist, hast du erzählt, dass du im Wald viele Pilze und Beeren gesehen hast. Hänsel und Gretel können doch im Wald danach suchen.“ Der Vater fand die Idee gut und stimmte zu. Am nächsten Morgen sprach der Vater mit Hänsel und Gretel und erklärte ihnen, dass sie Pilze und Beeren sammeln sollten. Die beiden freuten sich, helfen zu können. Der Vater sagte zu den beiden: „Versprecht mir aber, dass ihr auf dem Weg bleibt!“ Sie versprachen es und sammelten einen ganzen Korb voller Pilze und Beeren. Als die beiden zurück zum Haus kamen, war die gesamte Familie glücklich, da sie zumindest für heute genug zu essen hatten.

Am nächsten Tag gingen Hänsel und Gretel wieder los und wollten Pilze und Beeren sammeln. Nur war am Wegesrand nichts mehr zu finden. Da sagte Hänsel: „Lass uns tiefer in den Wald hinein gehen, um dort wieder etwas zu essen finden zu können. Wir werden den Weg schon zurück finden.“ Daraufhin sagte Gretel: „Aber Hänsel, Vater hat verboten, dass wir uns vom Weg entfernen. Ich habe Angst, dass wir uns verlaufen.“ Da erinnerte sich Hänsel an eine klare Nacht, die so hell war, dass er nicht schlafen konnte. Er schaute durch das Fenster nach draußen. Der Mond schien ganz hell, so dass er ein paar weiße Kieselsteine wunderschön leuchten sah, die vor dem Haus lagen. Als er daran dachte, hatte er eine Idee und sprach zu Gretel: „Lass uns die weißen Steine vor dem Haus nehmen, um damit eine Spur zu legen. So finden wir zurück Schwesterchen, auch wenn wir tiefer in den Wald hineingehen.“ Gretel hatte trotzdem ein mulmiges Gefühl, stimmte der Idee jedoch zu. So machten sie sich zusammen auf den Weg in den Wald. Der Vater kam ein kurzes Stück mit, bevor er zu der Stelle abbog, wo er den Tag zuvor mit dem Holz spalten aufgehört hatte. Er war immer noch sehr darüber besorgt, dass die Kinder und seine Frau nicht genug zu essen hatten.

Hänsel markiert mit Brotkrumen Weg im Wald

Hänsel nahm Kieselsteine aus seiner Tasche und warf sie auf den Boden, so dass er sehen konnte, wo sie hergekommen waren. Während dessen sammelte Gretel Pilze und Beeren. Als es langsam dunkel wurde, schimmerten die Steine durch den Sonnenuntergang auffällig. Hänsel nahm sein Schwesterchen an die Hand und folgte den glänzenden Steinen. So fanden sie den Weg einfach und sicher zurück nach Hause. Der Korb mit frischen Pilzen und Beeren war so reichlich gefüllt, dass sich die Familie ein ganzes Wochenende davon satt essen konnte. Nicht lange danach war wieder Not in allen Ecken und die Kinder hörten, wie die Mutter zum Vater sprach: „Alles ist wieder aufgegessen, wir haben nur noch ein halbes Brot. Die Kinder müssen wieder in den Wald und Essen sammeln gehen,“ sagte die Frau und fügte besorgt hinzu, „dieses Mal müssen die Kinder ziemlich tief in den Wald gehen, um noch etwas zu finden.“ Dem Mann fiel es schwer, die Kinder allein so tief in den Wald zu schicken. Er musste jedoch Bäume fällen und die Mutter musste sich um den Haushalt kümmern. Da sagte die Mutter erbost: „Es nützt nichts, wir sind eine arme Familie. Hänsel und Gretel müssen mithelfen. Wer A sagt, muss auch B sagen.“ Die Kinder hatten hinter der Tür gelauscht und das Gespräch mit angehört.

Hänsel und Gretel Vater, Mutter im Streit

Besonders Gretel sorgte sich und weinte später als sie zu Bett gingen, da nicht genug zu essen da war und es gefährlich werden würde, allein so tief in den Wald zu gehen. Hänsel tröstete sein Schwesterchen und sprach: „Weine nicht Gretel und schlaf nur ruhig, der liebe Gott wird uns schon helfen.“ Am frühen Morgen kam die Frau und holte die Kinder aus dem Bett. Die Mutter berichtete, dass die Kinder wieder in den Wald gehen sollten, um Pilze und Beeren zu sammeln. Damit sie etwas zu knabbern hatten, bekamen Hänsel und Gretel jeweils ein kleines Stückchen Brot. Auf dem Weg in den Wald begleitete der Vater die beiden wieder, bis er zu seiner Stelle ging, wo er Holz gespalten hatte. Hänsel hatte auf dem Weg in den Wald nun aber nicht mehr die glänzenden Steine. Daher nahm er das Stück Brot und warf Krümel auf den Boden, um den Weg zurück zu finden.

Hänsel und Gretel mit Vater im Wald

Die Kinder kamen an Stellen im Wald, wo sie noch nie gewesen waren. Dort sammelten sie fruchtige Beeren und leckere Pilze. Als das Körbchen bis oben hin gefüllt war, sagte Hänsel zu seinem Schwesterchen: „Die Brotkrümelchen, die ich ausgestreut habe, werden uns den Weg nach Hause zeigen.“ Da machten sie sich auf, aber sie fanden kein Krümelchen mehr. Die vielen tausend Vögel, die im Wald wohnten und umherflogen, hatten alle Krümelchen weggepickt. Hänsel sagte zu Gretel: „Wir werden den Weg schon finden.“ Aber sie fanden ihn nicht. Als es Abend wurde, teilte Gretel ihr Brot mit Hänsel, der sein Stück auf den Weg gestreut hatte. Dann schliefen sie ein. Sie irrten noch einen ganzen Tag von morgens bis abends durch den Wald, aber sie fanden nicht nach Hause. Weil sie so müde waren und weil die Beine sie nicht mehr tragen wollten, lehnten sie sich an einen Baum und schliefen spät in der Nacht ein.

Hänsel und Gretel in der Nacht im Wald

Nun war es schon der dritte Morgen, seitdem sie ihr Zuhause verlassen hatten. Alles Essbare, was sie gesammelt hatten, haben Hänsel und Gretel schon aufgebraucht. Sie hatten schrecklich großen Hunger. Trotzdem fingen sie wieder an, weiterzugehen, aber sie gerieten immer tiefer in den Wald. Während dessen suchten die Eltern ihre beiden Kinder Tag und Nacht. Bisher leider ohne Erfolg. Als es Mittag war, sahen Hänsel und Gretel einen schönen, schneeweißen Vogel auf einem Ast sitzen. Der sang so schön, dass sie stehen blieben und ihm zuhörten. Als er fertig war, schwang er seine Flügel und flog vor ihnen her und sie liefen ihm nach, bis sie zu einem Häuschen gelangten. Als sie ganz nahe herankamen, sahen sie, dass es aus Brot gebaut war. Das Dach war aus Lebkuchen, die Fenster voll Zucker und überall am Haus waren Süßigkeiten und Leckereien.

Hänsel und Gretel vor Knusperhäuschen

„Da wollen wir uns dranmachen und eine leckere Mahlzeit haben,“ sprach Hänsel und sagte weiter: „Ich will ein Stück vom Dach essen. Gretel, schau nur, dass Fenster schmeckt bestimmt ganz süß.“ Hänsel reichte in die Höhe und brach sich ein wenig vom Dach ab, um zu probieren, wie es schmeckte. Gretel stellte sich an die Scheibe aus Zucker und naschte, so dass es beim kauen laut knusperte. Daraufhin rief eine feine Stimme aus der Stube heraus:

„Knusper, knusper, Knäuschen.
Wer knuspert an meinem Häuschen?“
Die Kinder antworteten:
„Der Wind, der Wind,
das himmlische Kind.“

Die zwei Geschwister aßen weiter, ohne sich Angst machen zu lassen. Hänsel, dem das Dach sehr gut schmeckte, riss sich ein weiteres Stück davon herunter. Gretel probierte, nachdem sie den süßen Zucker genaschte hatte, ebenfalls ein Stück Lebkuchen vom Dach des Hauses. Da ging auf einmal die Tür auf. Eine steinalte Frau, die sich auf eine Krücke stützte, kam rausgeschlichen. Hänsel und Gretel schauten die alte Dame fragend an. Daraufhin sprach sie: „Ei, ihr lieben Kinder, wer hat euch hierher gebracht? Kommt nur herein und bleibt bei mir. Ihr braucht keine Angst zu haben.“

Hänsel und Gretel vor Knusperhaus mit Hexe

Die alte Dame fasste beide an die Hand und führte sie in ihr Häuschen. Da war der Tisch reichlich gedeckt. Es gab Milch und Pfannkuchen mit Zucker, Äpfeln und Nüssen. Danach wurden zwei gemütliche Bettlein hergerichtet. Hänsel und Gretel legten sich hinein und meinten, dass die alte Dame sehr nett ist und ihnen Gutes tut. Die alte Dame hatte sich allerdings nur freundlich gestellt. In Wirklichkeit war sie eine böse Hexe, die den Kindern auflauerte. Sie hatte das Brothäuslein nur gebaut, um sie anzulocken. Wenn die Hexe ein Kind einfing, fütterte sie es so dick, dass es nicht mehr weglaufen konnte. Danach ging es: Haps und schleck, das Kind war weg! Die Hexe konnte nicht gut sehen, aber sie hatte eine so feine Nase, dass sie besser schnüffeln konnte als ein Hund.

So roch sie sofort, wenn Menschen in der Umgebung sind. Als Hänsel und Gretel in ihre Nähe kamen, da lachte sie boshaft und sprach: „Die habe ich, die sollen mir nicht wieder entwischen!“ Früh morgens, ehe die Kinder aufgewacht waren, stand sie schon auf. Als sie die beiden so lieblich schlafen sah, murmelte sie vor sich hin: „Das wird ein guter Bissen werden.“ Da packte sie Hänsel mit ihrer dürren Hand, trug ihn in einen kleinen Stall und sperrte ihn hinter Gitter. Hänsel hatte Angst und bat die Hexe darum, ihn frei zu lassen. Es half jedoch nichts. Dann ging sie zur Gretel, rüttelte sie wach und rief: „Steh auf, Faulenzerin, hole Wasser und koche deinem Bruder etwas Gutes, der sitzt draußen im Stall und soll dick werden. Wenn er dick genug ist, werde ich einen leckeren Bissen haben.“ Gretel fing an zu weinen. Es war aber vergeblich, sie musste tun, was die böse Hexe verlangte. Nun bekam der weggesperrte Hänsel das beste Essen, aber Gretel bekam nichts. Wenn die Hexe gerade nicht aufmerksam war, gab jedoch Hänsel seiner Schwester so viel ab, dass auch sie satt wurde.

Die beiden Geschwister hielten auch in dieser schwierigen Situation zusammen und unterstützen sich, wo es nur ging. Jeden Morgen schlich die alte Hexe zum Stall und rief: „Hänsel, streck deinen Finger heraus, damit ich fühle, ob du schon dick geworden bist.“ Hänsel streckte aber nicht seinen Finger heraus, sondern einen dünnen Knochen, den er gefunden hatte. Die böse Hexe konnte mit ihren trüben Augen nicht sehen, dass es ein Knochen war und dachte, es wären Hänsels Finger. Sie wunderte sich, dass er einfach nicht dicker werden wollte.

Hänsel und Gretel Hexe Finger Knochen

Als vier Wochen herum waren und Hänsel einfach nicht zugenommen hatte, wurde sie ungeduldig. Sie wollte nicht länger warten. „Gretel,“ rief sie dem Mädchen zu, „sei flink und hole Wasser und Mehl! Hänsel mag schlank oder dick sein. Das ist jetzt egal!“ Als Gretel Wasser und Mehl geholt hatte, sagte die böse Hexe: „Erst wollen wir backen. Ich habe den Backofen schon eingeheizt und wir müssen nur noch den Teig kneten.“ Gretel merkte, dass es jetzt gefährlich für ihren lieben Bruder Hänsel wurde. Weil Hänsel sie immer beschützt hatte und immer für sie da war, fasste Gretel ihren gesamten Mut zusammen, um ihren Bruder zu retten. Als die gemeine Hexe den frischen Brotteig in den Ofen geschoben hatte, gab ihr Gretel einen Stoß, so dass sie hineinfiel.

Gretel stößt Hexe in Ofen

Danach lief Gretel schnurstracks zu Hänsel, öffnete das Gitter und rief erleichtert: „Hänsel, wir sind erlöst, wir haben die böse Hexe besiegt!“ Da sprang Hänsel heraus wie ein Vogel aus dem Käfig, als ihm das Gitter aufgemacht wurde. Hänsel und Gretel haben sich ganz fest gedrückt und waren froh, jetzt in Sicherheit zu sein. Weil sie sich nicht mehr zu fürchten brauchten, schauten sie sich im Haus der Hexe um. Da stand in einer Ecke eine Truhe mit Goldtalern. „Die sind noch besser als Kieselsteine,“ sagte Hänsel und nahm die Truhe unter seinen Arm. „Jetzt wollen wir fort,“ sagte Gretel, „damit wir aus dem Hexenwald herauskommen.“

Als sie ein paar Stunden gegangen waren, gelangten sie an einen großen Fluss. „Wir können nicht hinüber,“ sprach Hänsel, „ich sehe keinen Steg und keine Brücke.“ – „Hier fährt auch kein Schiff,“ antwortete Gretel, „aber da drüben schwimmt eine weiße Ente, wenn ich die frage, hilft sie uns bestimmt auf die andere Seite des Flusses.“ Das Entchen kam heran und wollte den beiden gern helfen. Hänsel setzte sich auf das Entchen und bat sein Schwesterchen, sich zu ihm zu setzen. „Nein,“ antwortete Gretel, „es wird dem Entchen zu schwer, es soll uns nacheinander rüber bringen.“ Das tat das gute Tierchen und als sie glücklich am Ufer waren und ein Weilchen weiter gingen, kam ihnen der Wald immer bekannter und bekannter vor. Endlich erblickten sie von weitem das Haus ihrer Eltern. Da fingen sie an zu laufen, sahen ihren Vater im Garten und fielen ihm um den Hals. Er war überglücklich seine zwei Kinder wieder im Arm zu halten. Die Freude wurde noch größer, als Hänsel seinem Vater die Truhe voller Gold zeigte.

Vater, Hänsel und Gretel mit Goldtruhe

Als die Mutter durch das Küchenfenster Hänsel und Gretel sah, kam auch sie herausgelaufen und drückte ihre beiden Kinder fest an sich. Sie hatten keine frohe Stunde gehabt, seitdem die Kinder alleine im Walde waren und haben jeden Tag nach ihnen gesucht. Durch das Gold, was Hänsel und Gretel mitbrachten, hatten alle Sorgen ein Ende. Sie lebten noch lange und in großer Freude zusammen.

Autor: Sebastian Bujak
Bildquellen: Shutterstock / Mustafa Kocabas

Lesen Sie ein Kurz-Märchen (5 min)

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Wortanzahl2.264
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Durchschnittliche Silben pro Wort1,51
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Prozentualer Anteil von Wörtern mit drei Silben7.3%
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