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Schneewittchen
Schneewittchen Märchen

Schneewittchen für Kleinkinder (ab 3 Jahre)

Vorlesezeit für Kinder: 28 min

Es war einmal vor langer Zeit mitten im Winter. Die Schneeflocken fielen wie Federn vom Himmel herab. An diesem schönen Wintertag nähte eine Frau mit Nadel und Faden. Sie lehnte sich auf das Fensterbrett nach draußen und atmete die kalte und frische Luft ein. Das Fensterbrett war aus sehr dunklem und stabilem Holz gebaut. Außerdem freute sich die Frau über die schöne, weiße Landschaft. Während sie von der schönen Landschaft abgelenkt war, stach sie sich aus Versehen mit der Nähnadel in den Finger. „Autsch“ sagte die Frau und sah ihren Finger an. Drei Tröpfchen Blut fielen in den weißen Schnee. Es war aber gar nicht schlimm und es tat auch nicht weh. Weil die rote Farbe im weißen Schnee so schön aussah, dachte sie sich: „Ach, hätte ich doch nur ein Kind, so weiß wie Schnee, mit Wangen so rot wie Blut und mit Haaren so schwarz wie das Holz am Fenster!“ Bald darauf bekam sie eine Tochter. Das Kind war so weiß wie Schnee, mit Wangen rot wie Blut und so schwarzhaarig wie das dunkle Holz. Sie nannte das Kind Schneewittchen. Doch im Königreich gab es eine böse Königin. Die war wunderschön, konnte es aber nicht leiden, wenn jemand schöner war als sie. Sie hatte einen zauberhaften Spiegel. Wenn sie vor diesen trat und sich darin anschaute, sprach sie:

„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“

So antwortete der Spiegel:

„Frau Königin, Ihr seid die Schönste im Land.“

Schneewittchen böse Königin und Spiegel

Da war sie zufrieden, denn sie wusste, dass der Spiegel immer die Wahrheit sagte. Schneewittchen wurde aber immer größer und immer schöner. Als sie eine junge Frau wurde, war sie so schön wie ein teurer Diamant. Sie war sogar schöner als die Königin. Als diese einmal ihren Spiegel fragte:

„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“

So antwortete er:

„Frau Königin, Ihr seid die Schönste hier. Schneewittchen aber ist tausendmal schöner als Ihr.“

Königin, Spiegel und Jäger

Da erschrak die Königin und wurde gelb und grün vor Neid. Wenn die Königin von nun an Schneewittchen auf dem Markt oder in der Stadt sah, ärgerte sie sich. Die Königin war so neidisch auf die Schönheit von Schneewittchen. So neidisch, dass die Königin, Schneewittchen überhaupt nicht mochte. Der Neid der Königin wurde immer größer und größer. Er wuchs wie Unkraut in ihrem Herzen und machte sie ganz krank. Sie musste ständig daran denken, dass Schneewittchen schöner ist als sie. Die ganze Nacht und den ganzen Tag hatte sie deswegen keine Ruhe mehr.

Da rief die Königin den Zauberer des Königreiches zu sich. Sie sagte zu ihm: „Bring Schneewittchen hinaus in den Wald, ich will sie nicht mehr sehen. Du sollst ihr außerdem ihre Schönheit wegzaubern. Sie soll eine krumme Nase haben, schiefe Augen und riesig große Ohren.“ Der Zauberer gehorchte und führte sie hinaus in den Wald. Als er dann seinen Zauberstab heraus holte und Schneewittchens Schönheit wegzaubern wollte, fing sie an zu weinen. Schneewittchen sprach: „Ach, lieber Zauberer, lass mich bitte so wie ich bin! Ich habe keinem etwas getan und war immer ehrlich und freundlich gewesen. Ich verspreche, in den wilden Wald zu laufen und nicht mehr wieder zurück zu kommen. Nur bitte verzaubere mich nicht. “ Weil sie so lieb war, hatte der Zauberer Mitleid und sprach: „So lauf weg, du armes Kind! Ich werde dich verschonen. “ Zurück bei der Königin schwindelte der Zauberer. Er sagte, dass sie auf Wölfe gestoßen sind und Schneewittchen weglief, während er die wilden Tiere verscheuchen musste. Die Königin glaubte ihm. Sie war aber trotzdem wütend, dass sie immer noch nicht die Schönste im gesamten Land war.

Schneewittchen aber war nun ganz allein in dem großen Wald. Sie hatte Angst und wusste nicht, wie sie sich helfen sollte. Da fasste sie ihren gesamten Mut zusammen und fing an zu laufen. Sie sagte zu sich: „Ich werde so lange laufen, bis ich auf jemanden treffe, der mir helfen kann.“ Schneewittchen lief über spitze Steine, durch Büsche mit stacheligen Dornen und an wilden Tieren vorbei. Nichts konnte sie daran hindern, weiter zu laufen. Sie lief so lange wie sie ihre Füße trugen. Als es Abend wurde, sah sie ein kleines Haus und ging hinein.

Schneewittchen sieht Zwergenhaus

Schneewittchen war erschöpft von dem aufregenden Tag und wollte sich ausruhen. Das Haus war jedoch anders als andere Häuser. Es war alles klein und zierlich, aber sehr sauber. Da stand ein Tisch mit weißer Tischdecke und sieben kleinen Tellern. Jeder Teller mit einem kleinen Löffel und sieben kleinen Messern und Gabeln. Außerdem standen auf dem Tisch sieben kleine Becher. An der Wand waren sieben Betten nebeneinander aufgestellt und schneeweiße Laken darüber gezogen. Schneewittchen war nicht nur müde, sondern auch sehr hungrig und durstig. Da aß sie von jedem Teller ein wenig Gemüse und Brot und trank aus jedem Becher ein wenig Wasser. Sie wollte nicht einem alles wegnehmen, daher nahm sie nur ein wenig von jedem. Danach wurde Schneewittchen noch müder und legte sich in eines der kleinen Betten. Es passte aber nicht. Das eine war zu schmal, das andere zu kurz. Erst das siebte Bett war so groß, dass Schneewittchen darin schlafen konnte. Sie legte sich hinein und schlief sofort ein.

Als es ganz dunkel geworden war, kamen die Besitzer des kleinen Hauses. Es waren die sieben Zwerge, die in den Bergen arbeiteten. Sie zündeten ihre sieben kleinen Lichter an. So wurde es hell im Haus. Da sahen die sieben Zwerge, dass jemand im Haus war, da nicht alles an seinem Platz stand. Es war nicht genau so, wie sie das Haus verlassen hatten, als sie auf Arbeit gingen. Der erste Zwerg sprach: „Wer hat auf meinem Stühlchen gesessen?“ Der zweite: „Wer hat von meinem Tellerchen gegessen?“ Der dritte: „Wer hat von meinem Brötchen genommen?“ Der vierte: „Wer hat von meinem Gemüse gegessen?“ Der fünfte: „Wer hat mit meinem Gäbelchen gestochen?“ Der sechste: „Wer hat mit meinem Messerchen geschnitten?“ Der siebte: „Wer hat aus meinem Becherlein getrunken?“

Dann sah sich der erste um und entdeckte, dass auf seinem Bett eine kleine Delle war. Da sprach er: „Wer hat in meinem Bettchen geschlafen?“ Die anderen kamen gelaufen und riefen: „In meinem hat auch jemand gelegen!“ Der siebte Zwerg aber blieb vor seinem Bett stehen und rieb sich verwundert die Augen, als er sah, dass eine Frau darin schlief. Da rief er die anderen, die schnell herbeigelaufen kamen. „Schnell holt die sieben kleinen Lichtlein, damit wir besser sehen können!“, sagte einer der Zwerge. So holten alle ihr kleines Lichtlein und beleuchteten Schneewittchen, die nichts davon merkte und einfach weiter schlief. „Ach, du Gott! Ach, du Gott!“ riefen sie, „was ist die junge Frau schön!“

Sie weckten Schneewittchen nicht auf, sondern ließen sie weiter schlafen. Auch die Zwerge waren müde und legten sich schlafen. Der siebte Zwerg wechselte sich mit seinen Freunden ab. Bei jedem schlief er eine Stunde im Bett. Da war die Nacht vorbei. Als es Morgen war, erwachte Schneewittchen langsam. Die sieben Zwerge standen bei ihr am Bett und waren schon ganz gespannt, dass Schneewittchen aufwachte.

Schneewittchen im Haus der sieben Zwerge

Als sie wach wurde und die sieben Zwerge sah, erschrak sie sich zunächst. Sie waren aber freundlich und fragten: „Wie heißt du?“ – „Ich heiße Schneewittchen,“ antwortete sie. „Wie bist du in unser Haus gekommen?“ fragten die Zwerge. Da erzählte sie ihnen, dass die Königin sie raus in den Wald bringen lassen hat. „Ein Zauberer wollte mir große Ohren, eine krumme Nase und schiefe Augen herbeizaubern. Er hatte jedoch Mitleid und lies mich gehen. So lief ich den gesamten Tag, bis ich endlich euer Haus gefunden hatte,“ berichtete Schneewittchen. Die Zwerge sprachen: „Da hast du nochmal Glück gehabt, liebe Schneewittchen. Wir würden dir gerne helfen. Um aber ohne Streit zusammen zu wohnen, braucht jeder seine Arbeit. Wir Zwerge arbeiten mit unserer Spitzhake in den Bergen und suchen Gold. Ich denke jedoch, die Arbeit ist nichts für dich. Außerdem bist du viel zu groß für die Gänge im Berg. Da passen nur Zwerge durch. Wenn du aber unseren Haushalt machen willst, so kannst du bei uns bleiben und es soll dir an nichts fehlen. Willst du für uns kochen, waschen, nähen und alles ordentlich und reinlich halten?“ – „Ja“, sagte Schneewittchen, „von Herzen gern!“ So blieb sie bei Ihnen und wohnte mit im Haus der sieben Zwerge. Morgens gingen sie in die Berge und suchten Gold und kamen erst abends wieder. Den ganzen Tag über war Schneewittchen allein. Da warnten sie die guten Zwerge und sprachen: „Nimm dich in Acht vor der bösen Königin, die wird bald wissen, dass du hier bist. Also denke immer an unsere Regel: Wenn keiner der Zwerge zu Hause ist, lasse niemanden in das Haus!“

Als die Königin wieder vor ihren Spiegel trat und sprach:

„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“

Da antwortete der Spiegel:

„Frau Königin, ihr seid die Schönste hier. Schneewittchen aber, über den Bergen, bei den sieben Zwergen, ist noch tausendmal schöner als Ihr.“

Da wurde die Königin wieder gelb und grün vor Neid. Auch wenn sie Schneewittchen nicht mehr auf der Straße sehen musste, konnte sie es nicht ertragen, dass es eine Frau gibt, die schöner war als sie selbst. Sie musste Tag und Nacht daran denken. Der Neid ließ ihr keine Ruhe. Da dachte sich die Königin einen Plan aus. Sie färbte sich das Gesicht und kleidete sich wie eine Straßenverkäuferin. Also wie jemand, der mit einem kleinen Wagen Essen, Trinken und Dinge des täglichen Bedarfs verkauft. Sie war nicht mehr als Königin erkennbar. In dieser Gestalt ging sie über die sieben Berge zu den sieben Zwergen. Die verkleidete Königin klopfte an die Türe und rief: „Ich habe schöne Ware zu verkaufen, sehr schöne Ware zu verkaufen!“ Schneewittchen guckte zum Fenster hinaus und rief: „Guten Tag, liebe Frau! Was haben Sie zu verkaufen?“ – „Gute Ware,“ antwortete sie, „Schnürbänder für Schuhe und Kleider in allen Farben. “ Da holte Sie ein besonders schönes Band hervor, was aus bunter Seide geflochten war. Das Kleid von Schneewittchen war am Rücken mit einem solchen Band festgebunden. Nur war das Band der Verkäuferin viel, viel schöner als das, was Schneewittchen am Kleid trug. Die ehrliche Frau kann ich hereinlassen, dachte sich Schneewittchen. Also schloss sie die Tür auf und kaufte sich das hübsche Schnürband. „Kind, “ sprach die Verkäuferin „soll ich dir das neue Band an deinem Kleid festbinden?“ Schneewittchen stimmte zu und dachte sich nichts Böses dabei. Sie stellte sich mit dem Rücken vor die verkleidete Königin. So konnte sie das alte Band aus dem Kleid herausziehen und das neue einfädeln. Nachdem dies aber erledigt war, zog die verkleidete und bösartige Königin das Band so fest, dass es für Schneewittchen viel, viel zu eng war. Das Kleid war jetzt so eng gebunden, dass Schneewittchen der Atem stockte. Weil sie so wenig Luft bekam, fiel sie einfach zu Boden und blieb liegen. Die bösartige Königin freute sich, dass ihr Plan funktioniert hatte und sagte: „Nun bist du die Schönste gewesen.“ Dann lief sie geschwind aus dem Haus.

Ein wenig später, zur Abendzeit, kamen die sieben Zwerge nach Hause. Als sie ihr liebes Schneewittchen auf der Erde liegen sahen, erschraken sie sich. Sofort nach dem Schreck, eilten sie jedoch zu Schneewittchen, um ihr zu helfen. Da sahen die Zwerge, dass ihr Kleid viel zu eng gebunden war und schnitten das Schnürband in zwei Hälften. Sofort fing Schneewittchen wieder an, ein wenig zu atmen. Danach immer mehr und mehr, bis sie wieder sie selbst war. Schneewittchen erzählte, was ihr passiert war. Als die Zwerge das hörten, sprachen sie: „Die alte Verkäuferin war niemand anderes als die gottlose Königin. Hüte dich, Kind! Lass keinen Menschen herein, wenn wir nicht bei dir sind!“

Die böse Königin stellte sich, nach dem anstrengenden Rückweg zum Schloss, sofort vor den Spiegel und fragte:

„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“

Da antwortete der Spiegel:

„Frau Königin, ihr seid die Schönste hier. Schneewittchen aber über den Bergen, bei den sieben Zwergen, ist noch tausendmal schöner als Ihr.“

Als sie das hörte, wurde die Königin sehr, sehr wütend. Sie konnte nicht glauben, dass sie noch immer nicht die schönste Frau war. „Nun aber,“ sprach sie, „will ich mir etwas ausdenken, was mit Sicherheit klappen wird.“ So schlug sie ihr Buch der alten Hexenkünste auf und fand ein besonderes Gift, was die Königin herstellte. Das Gift tröpfelte die gemeine Frau über einen wunderschön aussehenden Kamm.

Dann verkleidete sie sich und nahm die Gestalt einer anderen alten Straßenverkäuferin an. So ging sie über die sieben Berge zu den sieben Zwergen und klopfte an deren Tür. Die verkleidete Königin rief: „Ich habe schöne Ware zu verkaufen, sehr schöne Ware zu verkaufen!“ Schneewittchen schaute heraus und sprach: „Geht nur weiter, ich darf niemanden hereinlassen!“ – „Das Anschauen wird dir doch erlaubt sein,“ sprach die Frau, zog den giftigen Kamm heraus und hielt ihn in die Höhe. Der wunderschöne Kamm gefiel Schneewittchen. So überlegte sie, ob sie die Tür öffnete oder nicht. Eigentlich darf ich nicht, doch der Kamm sieht so wunderschön aus, dass ich ihn unbedingt haben will, dachte sich Schneewittchen. So entschied sie sich, die Tür zu öffnen, obwohl die sieben schlauen Zwerge ihr das ausdrücklich verboten hatten. Als sie mit dem Preis einig waren, sprach die Verkäuferin: „Nun mein Kind, soll ich dich einmal ordentlich kämmen?“ Das arme Schneewittchen dachte an nichts Schlimmes und ließ die verkleidete Königin ihre Haare kämmen.

Schneewittchen wusste nichts von dem Gift, merkte aber sofort, dass etwas nicht stimmt, als der Kamm in ihren Haaren steckte. Ihr wurde ganz schwindelig. Es wurde immer mehr und mehr bis sie hinfiel. So lag das arme Schneewittchen wieder auf dem Boden und rührte sich nicht. Hätte sie nur auf ihre sieben Zwergenfreunde gehört und die Tür verschlossen gehalten. „Jetzt ist es um dich geschehen,“ sprach die boshafte Königin und ging fort. Zum Glück aber war es bald Abend, wo die sieben Zwerglein nach Hause kamen. Als sie Schneewittchen auf der Erde liegen sahen, hatten sie gleich die Königin in Verdacht. So suchten und suchten sie, was es dieses Mal sein könnte. So fanden die Zwerge den giftigen Kamm. Kaum hatten sie ihn herausgezogen, so kam Schneewittchen wieder zu sich und erzählte, was passiert war. Da warnten die Zwerge sie noch einmal: „Liebes Schneewittchen, sei auf der Hut und öffne niemandem die Tür!“

Nach dem langen Rückweg in das Schloss, stellte sich die Königin mit großer Vorfreude vor den Spiegel und sprach:

„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“

Da antwortete der Spiegel:

„Frau Königin, ihr seid die Schönste hier. Schneewittchen aber über den Bergen, bei den sieben Zwergen, ist noch tausendmal schöner als Ihr.“

Sie konnte kaum glauben, was sie den Spiegel sagen hörte. „Ich müsste jetzt die Schönste sein,“ rief sie wütend. Sie zitterte und bebte vor Zorn. Daraufhin ging sie in eine geheime und einsame Kammer, wo niemand hinkam. Dort machte sie einen giftigen, giftigen Apfel. Äußerlich sah er schön aus. So rot und lecker, dass jeder der ihn sah, Hunger darauf bekam. Der Apfel war aber so giftig, dass ihn kein Mensch essen und gleichzeitig gesund und munter bleiben konnte.

Als der Apfel fertig war, färbte sie sich das Gesicht und verkleidete sich als eine Bauersfrau. So ging sie zum dritten Mal über die sieben Berge zu den sieben Zwergen. Sie klopfte an. Schneewittchen streckte den Kopf zum Fenster heraus und sprach: „Ich darf keinen Menschen reinlassen, die sieben Zwerge haben es mir verboten!“ Da antwortete die Bäuerin: „Das macht nichts, ich will nur meine Äpfel loswerden. Da, einen will ich dir schenken.“ – „Nein,“ sprach Schneewittchen, „ich darf nichts annehmen!“

Schneewittchen und der giftige Apfel

„Fürchtest du dich vor Gift?“ fragte die alte Bäuerin und machte einen Vorschlag: „Schau, ich schneide den Apfel in zwei Teile. Die eine Hälfte isst du, die andere Hälfte werde ich essen.“ Der Apfel war aber so bearbeitet, dass nur die eine Hälfte vergiftet war. Welche Seite die gute und welche Seite die schlechte war, wusste nur die Königin. Schneewittchen hatte so Appetit auf den schönen Apfel. Als sie sah, dass die Bäuerin davon aß, konnte sie nicht länger widerstehen. Sie streckte die Hand zum Fenster und nahm eine Hälfte des Apfels. Kaum aber hatte sie einen Bissen davon verschluckt, wurde ihr wieder schwindelig. Immer mehr und immer mehr bis Schneewittchen wieder hinfiel. Da schaute die Königin mit gemeinem Blick, lachte überlaut und sprach: „Weiß wie Schnee, rot wie Blut, schwarz wie Holz! Dieses Mal können dich die Zwerge nicht wieder erwecken.“

So ging die Königin zurück in das Schloss und befragte den Spiegel:

„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“

So antwortete er endlich:

„Frau Königin, Ihr seid die Schönste im Land.“

Die Königin war zufrieden. Ihr neidisches Herz hatte Ruhe, so gut wie ein neidisches Herz Ruhe haben kann. Die sieben Zwerge kamen abends nach Haus und fanden Schneewittchen auf der Erde liegen. Wie schon beim letzten Mal, erschraken die Zwerge sich gewaltig, suchten aber sofort, ob sie etwas Giftiges finden. Sie schnitten das Schnürband des Kleides auf. Die Zwerge kämmten ihr die Haare. Sie wuschen das arme Schneewittchen. Sie taten alles, was man tun konnte. Es half jedoch nichts, Schneewittchen wurde einfach nicht wach. So weinten die sieben traurigen Zwerge drei ganze Tage lang. Schneewittchen sah aus, als ob sie schläft und sie jeden Moment aufwachen könnte. Immer noch so schön und lieblich. Immer noch mit ihren roten Wangen. Weil sie so hübsch und lebendig aussah, ließen die Zwerge eine Truhe mit einem durchsichtigen Deckel aus Glas bauen. So konnte man Schneewittchen von allen Seiten sehen.

Die sieben traurigen Zwerge legten sie hinein und schrieben mit goldenen Buchstaben ihren Namen darauf, als ob sie eine Prinzessin wäre. Dann setzten sie die gläserne Truhe hinaus auf den Berg. Einer der Zwerge blieb immer bei Schneewittchen und bewachte sie. So kamen auch die Tiere und beweinten Schneewittchen. Erst eine Eule, dann ein Rabe, zuletzt ein Täubchen. Nun lag Schneewittchen lange, lange Zeit in der Truhe und sah aus, als wenn sie schliefe. Sie war immer noch so weiß wie Schnee, so rot wie Blut und so schwarzhaarig wie Holz.

Eines Tages, kam ein junger Prinz in den Wald zum Zwergenhaus und wollte dort übernachten. Auf dem Weg zum Haus, ritt er über den Berg, wo er die gläserne Truhe mit der wunderschönen Schneewittchen sah. Um Schneewittchen standen nicht nur die sieben traurigen Zwerge, sondern auch die Tiere. Der Prinz sah einen Hasen, ein Eichhörnchen, zwei Täubchen und ein junges Rehlein.

Schneewittchen im Sarg

Da dachte er sich, wenn sogar die Tiere traurig sind, muss es eine nette Person gewesen sein. Dazu noch so hübsch. So verliebte sich der Prinz sofort. Er las was mit goldenen Buchstaben geschrieben war. Da sprach er zu den Zwergen: „Überlasst mir die gläserne Truhe mit Schneewittchen, ich will euch geben, was ihr dafür haben wollt.“ Aber die Zwerge antworteten: „Wir geben sie nicht für alles Gold in der Welt her.“ Da sprach der Prinz: „So macht mir ein Geschenk, denn ich kann nicht mehr weiter leben, ohne Schneewittchen zu sehen. Ich will sie ehren und beschützen wie meine Frau. „Als er das sagte, empfanden die guten Zwerge Mitleid und gaben ihm die Truhe. Der Prinz ließ sie nun von seinen Angestellten forttragen. Kaum waren sie mit der Truhe auf der Schulter ein bisschen gelaufen, stolperten sie über einen Strauch. Dem Prinz und den sieben Zwergen, die von Weitem beobachteten, wie sie die Truhe wegtrugen, stockte der Atem.

Schneewittchen hatte immer noch das giftige Stück Apfel im Hals stecken, was sie damals abgebissen hatte. Während des Tragens schüttelte und wackelte es, was nun das giftige Stück etwas lockerte. Als die Angestellten des Prinzen nun stolperten, gab es einen solchen Ruck, dass das giftige Stück Apfel im hohen Bogen aus Schneewittchens Hals sprang. Nicht lange danach öffnete sie die Augen und hob den gläsernen Deckel der Truhe an. Sie richtete sich auf und war wieder lebendig. „Sag, wo bin ich?“ sprach sie. Der Prinz sagte voller Freude: „Du bist bei mir, habe keine Angst!“

Die sieben Zwerge sahen von Weitem, dass Schneewittchen aufgewacht ist, waren überglücklich und liefen freudestrahlend zu ihr. So waren alle froh, sich wiederzusehen. Alle gingen zusammen in das Haus der Zwerge und erzählten Schneewittchen, was passiert war. Sie blieben einige Zeit, bis der Prinz sprach: „Schneewittchen, ich habe dich lieber als alles andere auf der Welt. Komm mit mir in das Schloss meines Vaters. Willst du meine Prinzessin werden?“ Aber nicht nur der Prinz hatte sich verliebt, sondern auch Schneewittchen. So war sie glücklich darüber, dass er sie gefragt hatte und antwortete: „Ja, mein Prinz, ich will!“ Bald darauf verabschiedeten sich der Prinz und Schneewittchen von den freundlichen Zwergen und ritten zum prächtigen Schloss.

Schneewittchen und Prinz auf Pferd Ende

Die Hochzeit sollte mit großer Pracht und Herrlichkeit veranstaltet werden. Es sollten alle guten Freunde komme, so waren natürlich auch die sieben Zwerge zum großen Fest eingeladen. Ein paar Tage vor dem Fest befragte die böse Königin wieder ihren Spiegel und erwartete, dass sie die Schönste im ganzen Land ist.

So sprach sie: „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“

Da antwortete der Spiegel:

„Frau Königin, Ihr seid die Schönste hier. Die junge Königin Schneewittchen ist aber noch tausendmal schöner als Ihr.“

Da wurde die Königin wütend und zornig. Sie konnte es kaum glauben, dass Schneewittchen nun in einem anderen Schloss lebte und wieder schöner war, als sie selbst. Sie war so wütend, dass sie sich sofort auf dem Weg machte. Sie verkleidete sich vorher und steckte giftige Pilze und andere gefährliche Pflanzen in ihre Tasche. Am Schlosstor angekommen, befragten die Wachleute die verkleidete, böse Königin. Sie wollten wissen, was sie denn wolle. Die Wächter kannten die Geschichte von Schneewittchen und wussten was im Haus der Zwerge geschehen war. So wurden sie misstrauisch und kontrollierten die Tasche der bösen Königin. Sie fanden heraus, was sie im Schilde führt und nahmen sie gefangen. So steckten sie die böse Königin in das Schlossgefägnis, wo sie bis in alle Zeit in Gefangenschaft wohnte. Und das alles nur, weil die Königin neidisch auf Schneewittchens Schönheit war. So war Schneewittchen sicher und heiratete ihren Prinzen. Sie lebten lange, glücklich und zufrieden.

Autor: Sebastian Bujak
Bildquellen: Shutterstock / Mustafa Kocabas

Lesen Sie ein Kurz-Märchen (5 min)

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