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Vom Fischer und seiner Frau
Vom Fischer und seiner Frau Märchen

Vom Fischer und seiner Frau für Kleinkinder (ab 3 Jahre)

Vorlesezeit für Kinder: 25 min

Es war einmal ein Fischer und seine Frau. Sie wohnten zusammen in einer kleinen Fischerhütte, dicht am Wasser. Der Fischer ging alle Tage zum angeln und so angelte und angelte er.

Fischer angelt

Einmal saß er mit seiner Angel und sah immer in das klare Wasser hinein und so saß und saß er nun. Da zog es an der Angel und so zog und zog es. Als er die Angel einholte, da holte er einen großen Fisch aus dem Wasser. Es war ein wunderschöner Butt. Da sagte der Butt überraschend zu ihm: „Hör mal, Fischer. Ich bitte dich, lass mich leben. Ich bin kein richtiger Fisch, ich bin ein verzauberter Prinz. Was hilft es dir denn, wenn du mich mitnimmst? Ich würde dir sowieso nicht gut schmecken: Setz mich wieder in das Wasser zurück und lass mich schwimmen.“ – „Nun,“ sagte der Mann, „du brauchst nicht so viel zu reden: Einen Fisch, der sprechen kann, werde ich ganz bestimmt schwimmen lassen.“ Damit setzte er ihn wieder in das klare Wasser.

Fischer lässt Butt Fisch in Wasser

So bedankte sich der Fisch freundlich beim Mann und schwamm in Windeseile weg. Da stand der Fischer auf und ging zu seiner Frau in ihre winzig kleine Hütte. „Mann,“ sagte die Frau, „hast du heute nichts gefangen?“ – „Nein,“ sagte der Mann. „Ich habe einen Fisch aus dem Wasser geholt, der sagte, er wäre ein verzauberter Prinz, da hab ich ihn wieder schwimmen lassen.“ – „Hast du dir denn nichts gewünscht?“ fragte die Frau. „Nein,“ sagte der Fischer, „was sollte ich mir denn wünschen?“ – „Ach,“ sagte die Frau, „das ist doch nicht schön, immer hier in dieser winzigen Hütte zu wohnen. Die ist so klein und schmuddelig.

Du hättest uns doch ein kleines Häuschen wünschen können. Geh noch einmal zum Wasser und ruf den Fisch. Sag ihm, wir wollen ein kleines Häuschen haben. Er erfüllt uns den Wunsch gewiss.“ – „Ach, nee“ sagte der Mann, „warum soll ich da nochmal hingehen?“ – „Nun,“ sagte die Frau, „du hattest ihn doch gefangen und hast ihn wieder schwimmen lassen, oder? Du hast ihm Gutes getan, so tut er uns bestimmt auch einen Gefallen. Geh gleich hin!“ Der Mann wollte nicht so recht, konnte aber seiner Frau den Wunsch nicht ausschlagen. Also ging er zu der Stelle, wo er den verwunschenen Prinzen wieder in das Wasser gesetzt hatte. Dort angekommen, war das Wasser ganz grün und gelb und gar nicht mehr so klar. Er wunderte sich, stellte sich jedoch trotzdem hin und sagte:

„Männlein, Männlein, Timpe Te,
Buttje, Buttje in der See,
Meine Frau, die Ilsebill,
Will nicht so, wie ich wohl will.“

Da kam der Butt angeschwommen und sagte: „Na, was will sie denn?“ – „Ach,“ sagte der Mann, „ich hatte dich doch gefangen; nun sagt meine Frau, ich hätte mir was von dir wünschen sollen. Sie mag nicht mehr in der kleinen Hütte wohnen. Sie will gern ein Häuschen.“ – „Geh nur,“ sagte der Butt, „sie hat es schon.“ Da ging der Mann zurück und seine Frau saß nicht mehr in der kleinen Hütte, denn an ihrer Stelle stand jetzt ein Häuschen. Die Frau vom Fischer saß vor der Tür auf einer Bank. Da nahm ihn seine Frau an die Hand und sagte zu ihm: „Komm nur herein und sieh nur. Es ist doch viel besser als vorher.“ Da gingen sie hinein und in dem Häuschen war ein kleiner Flur, ein kleines Wohnzimmer, eine Küche, eine Speisekammer, ein Kinderzimmer und ein Schlafzimmer mit einem gemütlichen Bett. Alles war mit den besten Gerätschaften versehen und auf’s Schönste eingerichtet, aus schickem Holz und anderen wertvollen Materialien. Eben alles, was dazugehört. Dahinter war auch ein kleiner Hof mit Hühnern und Schafen und ein kleiner Garten mit Obst und Gemüse.

Fischer mit Familie, Hühner vor Haus

„Sieh,“ sagte die Frau, „ist das nicht nett?“ – „Ja,“ sagte der Mann, „so soll es bleiben! So können wir recht vergnügt leben.“ – „Das wollen wir uns überlegen,“ sagte die Frau. Dann aßen sie etwas und gingen zu Bett. So lebten sie mit ihren Kindern zunächst glücklich im neuen Häuschen. Nach zwei Wochen aber sagte die Frau: „Ach mein Mann, dass Häuschen ist auch gar zu eng, und der Hof und der Garten ist so klein. Der Butt hätte uns auch ein größeres Haus schenken können. Am liebsten würde ich in einem großen, steinernen Schloss wohnen. Geh hin zum Butt, er soll uns ein Schloss schenken.“ – „Ach Frau,“ sagte der Mann, „das Häuschen ist doch gut genug, warum wollen wir in einem Schloss wohnen?“ -“Ei, was,“ sagte die Frau, „geh du man hin, der Butt kann das schon für uns machen.“ – „Nein, Frau,“ sagte der Mann, „der Butt hat uns erst das Häuschen gegeben. Ich mag nicht schon wieder hingehen, den Butt könnte das sauer machen.“ – „Geh nur, geh nur,“ sagte die Frau, „er kann das recht gut und tut es auch gern. Geh du nur hin.“ Der Mann hatte ein schlechtes Gewissen. Ihm war nicht wohl dabei und er wollte daher nicht hingehen. Er sagte zu sich selbst: „Das ist nicht Recht.“ Seiner Frau zuliebe, ging er aber doch.

Als er an die alt bekannte Stelle kam, war das Wasser nicht mehr gelb und grün, sondern ganz violett, dunkelblau und grau. Außerdem war das Wasser gar nicht mehr wie Wasser, sondern ganz dickflüssig. Zumindest war es still und ruhig, auch wenn es eigenartig war. Verwundert stellte er sich hin und sagte:

„Männlein, Männlein, Timpe Te,
Buttje, Buttje in der See,
Meine Frau, die Ilsebill,
Will nicht so, wie ich wohl will.“

„Na, was will sie denn?“ fragte der Butt. „Ach,“ sagte der Mann betrübt, „sie will in einem großen, steinernen Schloss wohnen.“ – „Geh nur hin, sie steht vor der Tür,“ sagte der Butt. Da ging der Mann und dachte, er wollte nach Hause gehen. Als er aber ankam, stand dort ein großer, steinerner Palast. Seine Frau stand oben auf der Treppe und wollte hineingehen. Da nahm sie ihn an die Hand und sagte: „Komm nur herein.“ So ging er mit ihr hinein und in dem Schloss war ein großer Flur mit einem Boden aus teurem Marmor, Wände mit schönen Tapeten und vielen Zimmern mit goldenen Stühlen und Tischen sowie mit kristallenden Kronleuchtern. Außerdem waren da so viele Angestellte, die hielten die großen Türen auf. Auf den Tischen stand das leckerste Essen und der allerbeste Wein. Es war so schön, dass sie dachten, sie träumen. Hinter dem Haus war ein großer Hof mit Pferde- und Kuhstall. Außerdem stand dort noch ein edler Kutschenwagen. Alles war vom Allerbesten. Auch der große, herrliche Garten mit den schönsten Blumen und feinen Obstbäumen. Wie ein herrlicher Park, wohl einen langen Spaziergang groß. Dort lebten Hirsche und Rehe und alle Tiere, die man sich nur wünschen mag.

„Na,“ sagte die Frau, „ist das nicht schön?“ – „Ach ja,“ sagte der Mann, „so soll es auch bleiben. Nun sollen wir auch in dem schönen Schloss wohnen und wollen endlich zufrieden sein.“ – „Das wollen wir uns überlegen,“ sagte die Frau. Daraufhin gingen sie zu Bett. Am nächsten Morgen wachte die Frau als erste auf. Es war gerade Tag geworden. So sah sie vom hohen Turm aus ihrem neuen Schloss das herrliche Land vor sich liegen. Der Mann reckte sich noch, da stieß sie ihn mit dem Ellenbogen in die Seite und sagte: „Mann, steh auf und guck mal aus dem Fenster. Siehst du all das schöne Land? Können wir nicht Könige über all das werden? Geh hin zum Butt, wir wollen Könige sein.“ – „Ach Frau,“ sagte der Mann, „warum sollten wir denn Könige werden?“ – „Nun,“ sagte die Frau, „willst du nicht König sein, so will ich aber Königin sein.

Geh hin zum Butt, ich will Königin sein.“ – „Ach Frau,“ sagte der Mann, „warum willst du Königin sein? Schon das Schloss war Geschenk genug. Wir wollen es nicht übertreiben. Das mag ich ihm nicht sagen.“ – „Warum nicht?“ fragte die Frau, „geh du stracks hin, ich muss Königin werden.“ Der Mann wollte nicht, seine Frau bestand jedoch darauf. Sie sagte immer zu, dass er zum Butt gehen sollte. Sie fragte so oft und so lange, bis er genervt und bedrückt hinging. Auf dem Weg zum Wasser fühlte er sich schlecht und wusste, dass es falsch war. „Ein König hat doch schließlich auch etwas zu tun. Können wir das denn überhaupt?“ fragte sich der Fischer. So zweifelte er immer mehr, ob er den Butt fragen sollte. Nun war er aber schon angekommen und sah, wie das Wasser ganz schwarzgrau war und auch ganz faulig stank. Er dachte sich jedoch nichts dabei und stellte sich trotz seines schlechten Gewissens hin und sagte:

„Männlein, Männlein, Timpe Te,
Buttje, Buttje in der See,
Meine Frau, die Ilsebill,
Will nicht so, wie ich wohl will.“

„Na, was will sie denn?“ fragte der Butt. „Ach,“ sagte der Mann, „sie will Königin werden.“ – „Geh nur hin, sie ist es schon.“ sagte der Butt.

Fischer mit Butt Fisch auf dem Arm

Da ging der Mann zurück zum Schloss. Dort angekommen, staunte er nicht schlecht, da es noch größer geworden war. Es hatte einen riesigen Turm, der herrlich gebaut und verziert war. Vor dem Tor standen die Wachen und Spielleute, die Pauken und Trompeten bedienten, so dass schöne Musik erklang. Als er in das Schloss kam, rieb er sich seine Augen, da alles aus purem Marmor und Gold war. Sogar an den Decken war, neben wunderschönen Malereien, Gold verarbeitet. Da gingen die großen Türen von dem Saal auf, wo der gesamte Hofstaat, also alle Bediensteten und alle Berater der Königsfamilie waren. Seine Frau saß auf einem hohen Thron, der mit Gold und Diamanten verziert war. Sie hatte eine große goldene Krone auf und ein Zepter aus purem Gold in der Hand. Und auf beiden Seiten von ihr standen sechs Bedienstete in einer Reihe, immer einer einen Kopf kleiner als der andere. Da ging der Fischer zu ihr und sagte: „Ach Frau, bist du nun Königin?“ – „Ja,“ sagte die Frau, „nun bin ich Königin.“

Da stand er nun und sah sie eine Zeit lang an, dann sagte er: „Ach Frau, was ist das schön, dass du jetzt Königin bist! Nun wollen wir uns auch nichts mehr wünschen.“ – „Nein, Mann,“ sagte die Frau und war ganz unruhig, „mir wird schon langweilig, ich kann das nicht mehr aushalten. Geh hin zum Butt: Königin bin ich schon, nun will ich auch noch Kaiserin werden.“ – „Ach Frau,“ sagte der Mann, „warum willst du Kaiserin werden?“ – „Mann,“ sagte sie, „geh zum Butt, ich will Kaiserin sein!“ – „Ach Frau,“ sagte der Mann, „den Wunsch kann er bestimmt nicht erfüllen, ich mag den Butt das nicht fragen. Einen Kaiser gibt es nur einmal im Reich. Deshalb kann der Butt das nicht machen.“ – „Was?“ sagte die Frau, „ich bin Königin und du bist doch mein Mann, willst du also gleich hingehen? Denn wenn er Könige machen kann, so kann er auch Kaiser machen. Ich will, ich will, ich will jetzt Kaiserin sein! Geh jetzt hin!“

Da musste er hingehen. Als der Mann auf dem Weg war, hatte er ein schlechtes Gefühl. Er dachte sich: Das geht nicht gut, Kaiser ist zu unverschämt, dem Butt wird’s am Ende leid. Inzwischen kam er an das Wasser, was immer noch ganz schwarzgrau war und fürchterlich roch. Zudem fing das Wasser nun an zu schäumen und Blasen zu werfen. Es ging ein Wirbelwind, so dass sich das Wasser auftürmte und lärmend wieder herabfiel. Der Fischer hatte Angst, stand aber trotzdem da und sagte:

„Männlein, Männlein, Timpe Te,
Buttje, Buttje in der See,
Meine Frau, die Ilsebill,
Will nicht so, wie ich wohl will.“

„Na, was will sie denn?“ fragte der Butt. „Ach, Butt,“ sagte er, „meine Frau will Kaiserin werden.“ – „Geh nur hin,“ sagte der Butt, „sie ist es schon.“ Da ging der Mann zurück und als er ankam, war das ganze Schloss aus poliertem Marmor mit wunderschönen Figuren, die mit Gold verziert wurden. Vor der Tür marschierten die Soldaten, die Spielleute spielten Trompeten und schlugen Pauken und Trommeln. Im Schloss gingen die Barone, Grafen, Könige und Herzöge herum und taten so, als ob sie Diener wären. Sie machten ihm die Türen auf, die vor lauter Gold so schwer waren, dass sie einer allein nicht mehr öffnen konnte. Als er hereinkam, da saß seine Frau auf einem Thron, der war aus einem Stück Gold und so hoch wie ein Haus. Sie hatte eine große goldene Krone auf, die war hoch, wie ein Kindergartenkind groß war und mit Brillanten und Karfunkelsteinen besetzt.

In der einen Hand hatte sie das Zepter und in der anderen den Reichsapfel, eine Kugel aus Gold mit einem aufgesetzten und mit Edelsteinen verzierten Kreuz der Kirche. Auf beiden Seiten neben ihr standen ihre persönlichen Leibwächter so in zwei Reihen aufgestellt, dass immer einer kleiner als der andere war. Der allergrößte war ein Riese, doppelt so groß wie ein normaler Mann. Der aller winzigste war ein Zwerg, nur so groß wie ein kleiner Finger. Vor ihr standen viele Könige, Fürsten und Herzöge.

Da trat nun der Mann zwischen sie und sagte: „Frau, bist du nun Kaiserin?“ – „Ja,“ sagte sie, „ich bin Kaiserin.“ Da stellte er sich hin und schaute sie an und als er das eine Zeit lang tat, sagte er: „Ach, Frau, wie steht dir das schön, dass du Kaiserin bist.“ – „Mann,“ sagte sie, „was stehst du da? Ich bin jetzt Kaiserin, nun will ich auch Papst werden. Geh hin zum Butt.“ – „Ach Frau,“ sagte der Mann, „was willst du denn nicht alles? Papst kannst du nicht werden, ihn gibt’s nur einmal auf der Welt. Das kann der Butt doch nicht machen!“ – „Mann,“ sagte sie, „ich will Papst werden, geh jetzt hin, ich muss heute noch Papst werden.“ – „Nein, Frau,“ sagte der Mann, „das mag ich ihm nicht sagen, das ist nicht gut. Es ist zuviel verlangt, zum Papst kann dich der Butt nicht machen.“ – „Mann, schwatz kein dummes Zeug!“ sagte die Frau. „Kann er mich zur Kaiserin machen, so kann er mich auch zum Papst machen. Geh sofort hin! Ich bin Kaiserin und du bist doch mein Mann. Willst du wohl hingehen?“

Fischer auf Schiff

Da wurde ihm ganz bange zumute. Er ging hin, es war ihm aber ganz flau dabei. Er zitterte, die Knien und Waden schlotterten ihm. Auf dem Weg bemerkte er, dass ein starker Wind über das Land strich, der immer stürmischer wurde, je näher der Stelle kam, wo er sich immer mit dem Butt unterhielt. Die Wolken flogen und es wurde düster. Die Blätter wehten von den Bäumen und das Wasser ging hoch und brauste so, als ob es kochen würde. In der Ferne sah er Schiffe, die Notschüsse abgaben und auf dem stürmischen Wasser nur so hin und her tanzten und sprangen, bis einige untergingen.

Fischer in Seenot

War der Himmel in der Mitte noch blau, so zog an den Seiten ein schweres Gewitter auf. Der Himmel wurde von mal zu mal roter. Da ging er ganz vorsichtig an das Wasser, voller Angst und sagte:

„Männlein, Männlein, Timpe Te,
Buttje, Buttje in der See,
Meine Frau, die Ilsebill,
Will nicht so, wie ich wohl will.“

„Na, was will sie denn?“ fragte der Butt. „Ach“; sagte der Mann, „sie will Papst werden.“ – „Geh nur hin, sie ist es schon,“ sagte der Butt. Da ging er zurück und als er ankam, da war da eine große Kirche von lauter Palästen umgeben. Er drängte sich durch das Volk. Alles war mit tausenden und abertausenden Lichtern erleuchtet. Seine Frau war ganz in Gold gekleidet und saß auf einem noch viel höheren Thron und hatte drei große goldene Kronen auf. Um sie herum, da waren so viele Kardinäle, die sie ehrten.

Auf beiden Seiten von ihr standen zwei Reihen Kerzen, die größte so dick und so groß wie ein Schlossturm, bis zu dem allerkleinsten Teelicht. Und all die Kaiser und Könige, die lagen vor ihr auf den Knien und küssten ihr den Pantoffel. „Frau,“ sagte der Mann und sah sie an, „bist du nun Papst?“ – „Ja,“ sagte sie, „ich bin Papst.“ Da ging er weiter zu ihr hin und schaute sie an. Als er das tat, war ihm, als ob er in die helle Sonne sehen würde. Als er sie so eine Zeit lang angesehen hatte, sagte er: „Ach Frau, wie gut steht dir das, dass du Papst bist!“ Sie saß aber ganz steif wie ein Baum und rührte und regte sich nicht. Da sagte er: „Frau, nun sei zufrieden, dass du Papst bist, denn nun kannst du doch nicht noch mehr werden.“ – „Das will ich mir überlegen,“ sagte die Frau. Danach gingen sie beide zu Bett. Aber sie war noch immer nicht zufrieden. Die Gier ließ ihr keine Ruhe, sie dachte immer daran, was sie noch werden könnte.

Der Mann schlief gut und fest, da er am Tag viel laufen musste. Die Frau hingegen konnte gar nicht einschlafen und drehte sich die ganze Nacht von der einen Seite auf die andere und dachte immer darüber nach, was sie wohl noch werden könnte. Ihr fiel jedoch nichts ein. Währenddessen wollte die Sonne langsam aufgehen. Als sie das Morgenrot sah, setzte sie sich aufrecht im Bett hin und beobachtete den Sonnenaufgang. Als sie aus dem Fenster die Sonne langsam heraufkommen sah, dachte sie: „Ha, soll ich nicht auch die Sonne und den Mond aufgehen lassen können?“ – „Mann,“ sagte sie und stieß ihn mit dem Ellenbogen an, „wach auf, du musst zum Butt gehen, ich will werden wie der liebe Gott.“

Der Mann war noch ganz müde, erschrak sich aber gewaltig, als er das hörte und fiel aus dem Bett. Er dachte, er hätte sich verhört, rieb sich die Augen und fragte: „Ach Frau, was sagst du?“ – „Mann,“ sagte sie, „ich kann es nicht mehr aushalten, wenn ich nicht die Sonne und den Mond aufgehen lassen kann. Wenn ich sie nicht selbst aufgehen lassen kann, habe ich keine ruhige Stunde mehr.“ Dabei sah sie ihren Mann ganz böse an, dass ihn ein kalter Schauer überkam. „Geh gleich hin, ich will werden wie der liebe Gott.“ – „Ach Frau,“ sagte der Mann und fiel vor ihr auf die Knie, „das kann der Butt nicht. Kaiser und Papst kann er machen. Ich bitte dich, geh in dich und bleibe Papst.“ Da wurde sie böse, die Haare flogen ihr nur so durch das Gesicht.

Sie schrie: „Ich halte das nicht aus! Ich halte das nicht länger aus! Geh jetzt hin!“ Da erschrak der Mann sich ein zweites Mal, zog sich die Hose an und lief davon. Er erkannte sein Frau nicht wieder. Draußen brauste und stürmte es so gewaltig, dass er sich kaum auf den Füßen halten konnte. Häuser und Bäume wurden weggeweht, die Berge bebten, sodass Felsenstücke in das Tal und in das Wasser rollten. Der Himmel war pechschwarz und es donnerte und blitzte und das Wasser machte solche Wellen, wie Kirchtürme und Berge hoch waren. Da schrie er und konnte sein eigenes Wort kaum hören:

„Männlein, Männlein, Timpe Te,
Buttje, Buttje in der See,
Meine Frau, die Ilsebill,
Will nicht so, wie ich wohl will.“

„Na, was will sie denn?“ fragte der Butt und fügte hinzu, dass es der letzte Wunsch sei, den er erfüllen könnte, da die Unwetter sonst noch zerstörerischer würden. Der Fischer war erleichtert darüber und sagte: „Das beruhigt mich, ich hatte schon die ganze Zeit ein schlechtes Gefühl bei den Wünschen. Nun ist es der letzte und dann wollen wir endlich zufrieden sein.“ Da fragt der Butt erneut: „Was will sie denn?“ – „Ach, Butt,“ sagte er, „sie will werden wie der liebe Gott.“ – „Geh nur hin, sie lebt nun schon wie er,“ sagte der Butt. Als der Mann zurückkam, wunderte er sich aber verstand nun, wie es der Butt meinte. Seine Frau saß wieder in der kleinen und einfachen Fischerhütte. Da sitzt sie noch bis zum heutigen Tag und führt ein ehrliches und bescheidenes Leben. Der Mann verstand sich mit dem Fisch so gut, dass sie beste Freunde wurden.

Fischer auf Fisch Butt im Meer

Sie hatten zusammen viel Spaß und waren auch ohne Reichtum glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende.

Autor: Sebastian Bujak
Bildquellen: Shutterstock / Mustafa Kocabas

Lesen Sie ein Kurz-Märchen (5 min)

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