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Die drei kleinen Schweinchen
Die drei kleinen Schweinchen Märchen

Die drei kleinen Schweinchen - Märchen von Joseph Jacobs

Vorlesezeit für Kinder: 8 min

Es war einmal eine alte Schweinemutter, die hatte drei kleine Schweinchen, die aßen und aßen, so viel sie nur konnten. Und als sie so groß waren, dass sie in dem Haus, in dem sie wohnten, keinen Platz mehr finden konnten, sagte die Mutter zu ihnen: „Ihr könnt jetzt nicht mehr bei mir bleiben, jedes muss ein Haus für sich selber haben.“ Und sie schickte sie in die weite Welt hinaus.

Die drei kleinen Schweinchen

Das erste Schweinchen begegnet einem Mann mit einem Bund Stroh. Es sagt zu ihm: „Bitte, lieber Mann, gib mir das Stroh, ich will mir ein Haus daraus bauen. „Da sagt der Mann: „Gib mir erst von deinen Borsten, ich will mir eine Bürste daraus machen.“ Nun gibt ihm das Schweinchen von seinen Borsten, der Mann gibt ihm das Stroh und hilft ihm das Haus aufbauen. Vorne hat das Haus eine große Tür und hinten eine kleine Tür. Dann schaut das Schweinchen sein Strohhaus an und singt:

„Ich hab‘ ein schönes Haus von Stroh,
ich bin so sicher und so froh.
Und kommt der böse Wolf vorbei,
dann lache ich, hihi, heihei!“

Das zweite Schweinchen begegnet einem Mann mit einem Bund Holz. Es sagt zu ihm: „Bitte, lieber Mann, gib mir das Holz, ich will mir ein Haus daraus bauen.“ Der Mann aber sagt: „Gib mir erst von deinen Borsten, ich will mir eine Bürste daraus machen.“ Nun gibt ihm das Schweinchen von seinen Borsten, der Mann gibt ihm das Holz und hilft ihm das Haus aufbauen. Vorne hat das Haus eine große Tür und hinten eine kleine Tür.
Dann schaut das Schweinchen sein Holzhaus an und singt:

„Ich hab‘ ein schönes Haus von Holz,
ich bin so sicher und so stolz.
Und kommt der böse Wolf vorbei,
dann lache ich, hihi, heihei!“

Das dritte Schweinchen begegnet einem Mann, der zieht einen Karren voll Ziegelsteine. Es sagt zu ihm: „Bitte, lieber Mann, gib mir von den Ziegelsteinen, ich will mir ein Haus daraus bauen.“ Der Mann aber sagt: „Gib mir erst von deinen Borsten, ich will mir eine Bürste daraus machen.“ Das Schweinchen gibt ihm, so viel er davon haben will, und der Mann gibt ihm die Ziegelsteine und hilft ihm das Haus aufbauen.

Die drei kleinen Schweinchen

Vorne hat das Haus eine große Tür und hinten eine kleine Tür. Dann schaut das Schweinchen sein Ziegelhaus an und singt:

„Ich hab‘ ein schönes Haus von Stein,
es ist so sicher und so fein.
Und kommt der böse Wolf vorbei,
dann lache ich, hihi, heiheil“

So lebt nun jedes Schweinchen in seinem eigenen kleinen Haus, und jedes ist glücklich und zufrieden. Da kommt eines Tages der Wolf aus dem Wald, klopft an die große Tür des kleinen Strohhauses und ruft:

„Liebes, gutes kleines Schwein,
lass mich doch zu dir hinein.“

Das Schweinchen aber antwortet:

„Bin ganz allein,
bin ganz allein,
ich lass dich nicht ins Haus herein.“

Da sagt der Wolf:

„lch werde strampeln und trampeln,
ich werde husten und prusten
und dir dein Haus zusammenpusten.“

Und der Wolf strampelt und trampelt, er hustet und prustet und pustet das ganze Haus zusammen. Aber das kleine Schweinchen ist nicht mehr da.

Die drei kleinen Schweinchen

Es ist hinten durch die kleine Tür zum zweiten Schweinchen ins Holzhaus gelaufen. Da geht der Wolf zum Holzhaus, klopft vorn an die große Tür und ruft:

„Liebes, gutes kleines Schwein,
lass mich doch zu dir hinein.“

Das zweite Schweinchen aber antwortet:

„Bin ganz allein, bin ganz allein,
ich lass dich nicht ins Haus herein.“

Da sagt der Wolf:

„Ich werde strampeln und trampeln,
ich werde husten und prusten
und dir dein Haus zusammenpusten.“

Und der Wolf strampelt und trampelt, er hustet und prustet und pustet das ganze Haus zusammen. Aber die zwei kleinen Schweinchen sind nicht mehr da, sie sind hinten durch die kleine Tür zum dritten Schweinchen ins Ziegelhaus gelaufen. Da geht der Wolf zum Ziegelhaus, klopft vorn an die große Tür und ruft:

„Liebes, gutes kleines Schwein,
lass mich doch zu dir hinein.“

Das dritte Schweinchen aber antwortet:

„Bin ganz allein, bin ganz allein,
ich lass dich nicht ins Haus herein.“

Da sagt der Wolf:

„Ich werde strampeln und trampeln,
ich werde husten und prusten
und dir dein Haus zusammenpusten.“

Und der Wolf strampelt und trampelt, er hustet und prustet, aber er kann das Haus nicht zusammenpusten. Da wird er schrecklich zornig und brüllt: „Wart nur, gleich hab‘ ich dich!“

Die drei kleinen Schweinchen

Und macht sich daran, durch den Kamin ins Haus zu klettern. Als die drei Schweinchen merken, was der Wolf im Sinne hat, sagt das erste Schweinchen: „Was sollen wir tun?“ Das zweite Schweinchen: „Ich will ein großes Feuer im Kamin anmachen.“

Und das dritte Schweinchen: „Ich will einen großen Topf mit Wasser in den Kamin hängen.“ Das tun sie auch. Nicht lange danach – das Feuer prasselt schon lustig und das Wasser ist gerade am Sieden – da kommt der Wolf den Kamin herunter, und platsch, plumpst er mitten ins heiße Wasser hinein, und schnell geben die Schweinchen noch einen Deckel darauf.

Die drei kleinen Schweinchen

Dann tanzen sie vor Freude um den Kamin herum und singen:

„Der Wolf ist tot,
der Wolf ist tot,
ein Ende hat die große Not.“

Dann baute sich das erste Schweinchen ein Ziegelhaus und das zweite auch, und fortan lebten alle drei zufrieden und froh.

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Hintergründe zum Märchen „Die drei kleinen Schweinchen“

Das Märchen „Die drei kleinen Schweinchen“ ist eine bekannte Fabel, die im Laufe der Jahre in vielen verschiedenen Kulturen und Versionen erzählt wurde. Die Ursprünge des Märchens sind nicht genau bekannt. Es wird vermutet, dass die Geschichte ihre Wurzeln in der mündlichen Erzähltradition hat und in verschiedenen Kulturen auf unterschiedliche Weise weitergegeben wurde. Die erste gedruckte Version des Märchens erschien in England im 19. Jahrhundert. Die Geschichte wurde im Laufe der Jahre weiterentwickelt, bis sie schließlich die heute bekannte Form annahm.

Die Geschichte der drei Schweinchen wurde insbesondere durch die Sammlung von Joseph Jacobs, „English Fairy Tales“ (1890), bekannt. Jacobs‘ Version war maßgeblich für die Verbreitung und Popularität des Märchens in der englischsprachigen Welt verantwortlich. Die Geschichte wurde in viele Sprachen übersetzt und ist heute eines der bekanntesten und am häufigsten erzählten Märchen weltweit. Wie viele andere Tierfabeln und Märchen verwendet „Die drei Schweinchen“ anthropomorphe Tiere, um menschliche Eigenschaften und Verhaltensweisen darzustellen. Die drei Schweinchen repräsentieren unterschiedliche Persönlichkeitsmerkmale und Verhaltensweisen, während der Wolf als Antagonist und Bedrohung dient.

Viele Versionen von „Die drei Schweinchen“ sind im Verlauf der Zeit neu entstanden oder wurden modifiziert, wobei der Wolf manchmal zu einer freundlichen Figur wurde. Es handelt sich um ein Volksmärchen des Typs B124 im Aarne-Thompson-Klassifikationssystem. „The Three Little Pigs“ wurde von James Halliwell-Phillipps im Buch „The Nursery Rhymes of England“ erstmals veröffentlicht. Die Geschichte in ihrer wohl bekanntesten Form erschien im Märchenbuch „English Fairy Tales“ von Joseph Jacobs, das 1890 veröffentlicht wurde und Halliwell als Quelle angibt. Die früheste veröffentlichte Version der Geschichte stammt aus Dartmoor im Jahr 1853 und dreht sich um drei kleine Kobolde anstelle von Schweinen.

Wie viele Märchen wurde auch „Die drei Schweinchen“ im Laufe der Zeit in verschiedenen Kulturen und Regionen angepasst. In einigen Versionen gibt es beispielsweise andere Tiere anstelle der Schweinchen oder der Wolf wird durch einen anderen Bösewicht ersetzt. Auch die Baumaterialien der Häuser können variieren, abhängig von den regionalen Gegebenheiten und kulturellen Kontexten. Das Märchen dient oft als Lehrmittel, um Kindern bestimmte Werte und moralische Botschaften zu vermitteln. Die Geschichte lehrt unter anderem die Bedeutung von harter Arbeit, guter Vorbereitung, Zusammenarbeit und Klugheit. Es zeigt, dass diese Eigenschaften in schwierigen Situationen zum Überleben beitragen und zum Erfolg führen können.

Zusammenfassend ist das Märchen „Die drei Schweinchen“ ein faszinierendes Beispiel dafür, wie eine einfache Erzählung universelle Themen und moralische Botschaften transportieren kann. Die Geschichte hat ihre Ursprünge in der mündlichen Erzähltradition und wurde im Laufe der Zeit weiterentwickelt und an verschiedene Kulturen und Regionen angepasst.

Handlung und Zusammenfassung des Märchen

Das Märchen „Die drei Schweinchen“ ist ein traditionelles englisches Volksmärchen, das erstmals 1853 in dem Buch „Nursery Rhymes and Tales“ von James Orchard Halliwell veröffentlicht wurde. Es erzählt die Geschichte von drei Schweinen, die jeweils ihr eigenes Haus bauen, um sich vor einem bösen Wolf zu schützen.

Die Geschichte beginnt damit, dass die Titelfiguren von ihrer Mutter in die Welt hinausgeschickt werden, um „ihr Glück zu suchen“. Das erste kleine Schweinchen baut ein Haus aus Stroh, aber ein Wolf bläst es nieder und verschlingt es. Das zweite Schweinchen baut ein Haus aus Stöcken, das der Wolf ebenfalls niederbläst, und auch das zweite Schweinchen wird verschlungen. Bei jedem Wortwechsel zwischen Wolf und Schwein erklingen sprichwörtliche Phrasen. Das dritte Schweinchen baut ein Haus aus Ziegelsteinen, das der Wolf nicht zerstören kann.

Dem Wolf gelingt es nicht, das Haus zu zerstören. Dann versucht er, das Schwein aus dem Haus zu locken, indem er es bittet, ihn an verschiedenen Orten zu treffen, aber jedes Mal wird er überlistet. Schließlich beschließt der Wolf, durch den Schornstein zu kommen, woraufhin das Schwein den Kamin anzündet, den Wolf in einem Kessel mit kochendem Wasser fängt, ihn kocht und isst. In einer anderen Version laufen das erste und das zweite Schweinchen zum Haus ihres Bruders, und nachdem der Wolf den Schornstein hinuntergestiegen ist, rennt er weg und kehrt nie wieder zurück, um die drei kleinen Schweinchen zu fressen, die alle überleben. Die Geschichte verwendet die literarische Dreierregel.

In einigen Versionen werden das erste und das zweite Schweinchen nicht vom Wolf gefressen, nachdem er ihre Häuser zerstört hat, sondern sie laufen stattdessen zum Haus ihres Bruders. Nachdem der Wolf den Schornstein hinuntergegangen ist, stirbt er entweder wie im Original oder er läuft weg und kehrt nie wieder zurück, um die drei kleinen Schweinchen zu fressen, die in beiden Fällen alle überleben. Die Geschichte bedient sich der literarischen Dreierregel, in diesem Fall ausgedrückt als „kontrastierende Drei“, da sich das Ziegelhaus des dritten Schweins als das einzige erweist, das dem Wolf standhält.

Interpretationen zum Märchen „Die drei kleinen Schweinchen“

„Die drei Schweinchen“ ist eine Fabel über drei Schweine, die drei Häuser aus unterschiedlichen Materialien bauen. Ein großer böser Wolf bläst die ersten beiden Schweinehäuser aus Stroh bzw. Stöcken nieder, ist aber nicht in der Lage, das dritte Schweinehaus aus Ziegelsteinen zu zerstören. Gedruckte Versionen stammen aus den 1840er Jahren, aber die Geschichte selbst wird für viel älter gehalten. Die in der Geschichte verwendeten Phrasen und die verschiedenen Moralvorstellungen, die sich daraus ableiten lassen, haben sich in der westlichen Kultur eingebettet. Das Märchen „Die drei kleinen Schweinchen“ kann auf verschiedene Weise interpretiert werden, je nachdem, welche Elemente des Märchens im Vordergrund stehen. Im Allgemeinen geht es jedoch darum, wie die drei Schweinchen unterschiedliche Strategien anwenden, um eine gemeinsame Bedrohung, den Wolf, zu überwinden.

Eine mögliche Interpretation ist, dass das Märchen als Lehrstück für Kinder gedacht ist, um ihnen beizubringen, wie wichtig es ist, gut vorbereitet zu sein und vorausschauend zu planen. Jedes Schweinchen baut sein eigenes Haus, aber nur das dritte Schweinchen baut es aus widerstandsfähigem Material. Dadurch wird betont, dass es wichtig ist, nicht nur schnell und billig zu bauen, sondern auch nachhaltig und robust. Dies kann als Lektion in Bezug auf den Umgang mit Herausforderungen und Hindernissen im Leben verstanden werden, indem man sich auf solide Grundlagen und langfristige Planung konzentriert, anstatt kurzfristige Lösungen zu suchen.

Eine weitere mögliche Interpretation ist, dass das Märchen eine Metapher für die Bedrohung von außen darstellt und wie man als Gemeinschaft darauf reagieren kann. Das gemeinsame Ziel der drei Schweinchen, sich vor dem Wolf zu schützen, zeigt, wie wichtig es ist, gemeinsam zu handeln und als Gruppe zu arbeiten, um eine Bedrohung zu bewältigen. Auch hier wird betont, dass es notwendig ist, eine kluge und langfristige Strategie zu verfolgen, um die Bedrohung abzuwehren, anstatt sich auf kurzfristige Lösungen zu verlassen. Das Märchen „Die drei kleinen Schweinchen“ bietet verschiedene Interpretationen und Lesarten. Hier sind einige der gängigsten Interpretationen:

Arbeitsethik und Vorbereitung: Eine der zentralen Botschaften des Märchens ist die Bedeutung von harter Arbeit und guter Vorbereitung. Die ersten beiden Schweinchen bauen ihre Häuser aus Stroh und Holz, Materialien, die schnell und einfach zu verarbeiten sind. Das dritte Schweinchen hingegen wählt Ziegelsteine, obwohl sie schwerer zu verarbeiten sind, aber dafür stabiler und sicherer. Die Geschichte zeigt, dass das dritte Schweinchen aufgrund seiner Weitsicht und Anstrengungen überlebt, während die anderen beiden in Gefahr geraten.

Zusammenhalt und Zusammenarbeit: Die drei Schweinchen unterstützen sich gegenseitig, wenn sie in Gefahr sind. Obwohl das dritte Schweinchen besser vorbereitet ist als seine Geschwister, hilft es ihnen, dem Wolf zu entkommen und zeigt, dass Zusammenarbeit und Zusammenhalt in schwierigen Zeiten von entscheidender Bedeutung sind.

Überwindung von Widrigkeiten: Die drei Schweinchen müssen sich den Bedrohungen durch den Wolf stellen. Die Geschichte zeigt, dass es möglich ist, Widrigkeiten zu überwinden, wenn man klug handelt und auf die Unterstützung von Freunden und Familie zählen kann. Eine Interpretation des Märchens ist, dass es als Lernziel für Kinder konzipiert ist, um ihnen beizubringen, dass das Bauen eines Hauses mit festen Materialien besser ist als das Bauen eines Hauses aus Stroh oder Zweigen.

Klugheit und List: Das dritte Schweinchen nutzt seine Intelligenz und List, um den Wolf zu überlisten und seine Geschwister zu retten. Dies zeigt, dass nicht nur körperliche Stärke, sondern auch geistige Fähigkeiten und Klugheit entscheidend sind, um Gefahren zu bewältigen.

Naturgewalten und menschliche Schwächen: Der Wolf als Antagonist repräsentiert möglicherweise Naturgewalten oder menschliche Schwächen, die die Schweinchen überwinden müssen. Die Geschichte kann als Allegorie für den Kampf gegen widrige Umstände oder persönliche Herausforderungen gesehen werden.

Diese Interpretationen verdeutlichen, dass „Die drei Schweinchen“ eine vielschichtige Geschichte ist, die verschiedene moralische Botschaften und Lebenslektionen vermittelt. Ihre zeitlosen Themen machen das Märchen auch heute noch relevant und ansprechend für Leser jeden Alters. Insgesamt kann das Märchen „Die drei Schweinchen“ als Geschichte über Überwindung von Hindernissen, Zusammenarbeit und kluge Planung verstanden werden. Es kann Kindern helfen, wichtige Lektionen über den Umgang mit Herausforderungen im Leben zu lernen und den Wert von Voraussicht und Nachhaltigkeit zu schätzen.

Symbolik der drei Schweinchen: Eine Interpretation des Märchens ist, dass die drei Schweinchen als Symbol für die drei Klassen der englischen Gesellschaft im 19. Jahrhundert gesehen werden können. Das erste Schwein, das sein Haus aus Stroh baut, steht für die ärmeren Arbeiterklassen, das zweite Schwein, das sein Haus aus Zweigen baut, steht für die Mittelklasse, während das dritte Schwein, das sein Haus aus Stein baut, für die wohlhabende Oberschicht steht.

Symbolik des Wolfs: Eine weitere Interpretation bezieht sich auf die Rolle des Wolfs. Der Wolf steht möglicherweise für eine Bedrohung von außen, die von den drei Schweinchen gemeinsam abgewehrt werden muss. Dies kann als Metapher für die Bedrohung von außen durch Krieg oder Naturkatastrophen verstanden werden.

Erzählmuster: Eine weitere Interpretation bezieht sich auf das Erzählmuster des Märchens, bei dem es um die Überwindung von Schwierigkeiten geht. Jedes Schweinchen muss eine Krise überwinden, um sich vor dem Wolf zu schützen, was als Lehrstück für Kinder genutzt werden kann, um ihnen beizubringen, wie sie mit Herausforderungen umgehen und sie überwinden können.

Unabhängig von der Interpretation ist „Die drei Schweinchen“ ein beliebtes Märchen, das seit Generationen Kindern auf der ganzen Welt erzählt wird und seine Popularität bis heute beibehält.

Varianten und Adaptionen des Märchen

Das Märchen „Die drei kleinen Schweinchen“ wurde im Laufe der Zeit auf verschiedene Weise adaptiert, sowohl in Literatur, Film, Theater, Musik als auch in anderen Medien. Hier sind einige konkrete Beispiele für Adaptionen der Geschichte:

Animation: Disney-Kurzfilm (1933): Eine der bekanntesten Adaptionen des Märchens ist der animierte Kurzfilm von Walt Disney, der 1933 veröffentlicht wurde. In dieser Version wird die Geschichte der drei Schweinchen Fiddler Pig, Fifer Pig und Practical Pig erzählt, die versuchen, dem Big Bad Wolf zu entkommen. Der Film ist bekannt für seinen eingängigen Titelsong „Who’s Afraid of the Big Bad Wolf?“.

Looney Tunes-Kurzfilm „Pigs in a Polka“ (1943): Die Warner Bros.-Animationsserie Looney Tunes adaptierte das Märchen als Parodie, bei der die Geschichte der drei Schweinchen mit der Musik von Johannes Brahms‘ „Ungarischen Tänzen“ unterlegt wurde.

Shrek (2001): Im Animationsfilm „Shrek“ von DreamWorks sind die drei kleinen Schweinchen Nebenfiguren, die zusammen mit anderen Märchenfiguren in Shreks Sumpf flüchten, um vor Lord Farquaad in Sicherheit zu sein.

Bücher: Andrew Lang nahm die Gesichte in sein Buch „The Green Fairy Book“ auf, das 1892 veröffentlicht wurde, zitierte aber nicht seine Quelle. Im Gegensatz zu Jacobs‘ Version, in der die Schweine namenlos blieben, wurden die Schweine in Langs Nacherzählung als Browny, Whitey und Blacky dargestellt. Sie hebt sich auch dadurch ab, dass sie den Charakter jedes Schweins darstellt und die Interaktion zwischen den Schweinen detailliert beschreibt. Der Antagonist dieser Version ist ein Fuchs, kein Wolf. Die Schweineställe sind entweder aus Lehm, Kohl oder Ziegelsteinen gebaut. Blacky, das dritte Schwein, rettet seinen Bruder und seine Schwester aus der Höhle des Fuchses, nachdem der Fuchs besiegt worden ist.

Die Parodie „The True Story of the 3 Little Pigs!“ aus dem Jahr 1989 wird als eine Ich-Erzählung des Wolfes präsentiert, der den ganzen Vorfall als ein Missverständnis darstellt. Er war zu den Schweinen gegangen, um sich Zucker zu borgen, hatte in einem Niesanfall ihre Häuser zerstört, fraß die ersten beiden Schweine, um kein Essen zu verschwenden (da sie ohnehin beim Einsturz des Hauses gestorben waren), und wurde dabei erwischt, wie er das Haus des dritten Schweins angriff, nachdem das Schwein ihn ständig beleidigt hatte. In diesem Kinderbuch von Jon Scieszka und Lane Smith wird die Geschichte aus der Perspektive des Wolfs erzählt. Diese Adaption stellt den Wolf als Opfer dar, das von den Medien falsch dargestellt wurde, während er versuchte, sich lediglich etwas Zucker von den Schweinchen auszuleihen.

Das 1993 erschienene Kinderbuch „Die drei kleinen Wölfe“ und das große böse Schwein kehrt die Besetzung um und nimmt einige Änderungen an der Handlung vor: Die Wölfe bauen ein Haus aus Ziegelsteinen, dann ein Haus aus Beton, dann ein Haus aus Stahl und schließlich ein Haus aus Blumen. Das Schwein ist nicht in der Lage, die Häuser zerstören und gibt seine bösen Absichten auf, als es den Duft des Blumenhauses riecht, und freundet sich mit den Wölfen an.

Revolting Rhymes (1982): In Roald Dahls Gedichtsammlung „Revolting Rhymes“ wird das Märchen humorvoll und mit einer überraschenden Wendung neu interpretiert. In dieser Version hilft das dritte Schweinchen dem Rotkäppchen, den Wolf zu besiegen.

Im Jahr 2019 veröffentlichte Simon Hood eine zeitgenössische Version der Geschichte, in der die drei Schweinchenfiguren sowohl männlich als auch weiblich waren. Sowohl die Sprache als auch die Illustrationen modernisieren die Geschichte, während die Handlung der traditionellen Versionen nahe bleibt.

Filme: Eine bekannte Version der Geschichte ist der preisgekrönte Zeichentrickfilm „Silly Symphony“ von 1933, der von Walt Disney produziert wurde. Die Produktion besetzte die Titelfiguren als „Fifer Pig“, „Fiddler Pig“ und „Practical Pig“. Die ersten beiden werden sowohl als frivol als auch als arrogant dargestellt. Die Dramatik der Geschichte wurde etwas abgemildert. Die ersten beiden Schweine entkommen dem Wolf. Außerdem wird der Wolf nicht zu Tode gekocht, sondern verbrennt sich einfach den Hintern und rennt weg. Aufgrund der Popularität des Kurzfilms folgten bald drei Fortsetzungen in den Jahren 1934, 1936 und 1939. Fifer Pig, Fiddler Pig, Practical Pig und der große böse Wolf erschienen 2001 in der Serie „Disney’s House of Mouse“ in vielen Episoden und erneut in „Mickey’s Magical Christmas“. Die drei Schweine sind in vielen Walt Disney Parks als Grußbotschafter zu sehen.

Eine weitere animierte Parodie war ein Cartoon von Warner Brothers aus dem Jahr 1952 mit dem Titel „The Turn-Tale Wolf“ unter der Regie von Robert McKimson. Dieser Zeichentrickfilm erzählt die Geschichte aus der Sicht des Wolfes und stellt die Schweine als die Bösewichte dar. Eine weitere Parodie von Warner Brothers war Friz Frelengs „The Three Little Bops“ (1957), in dem die drei Schweinchen als Jazzmusiker dargestellt werden, die sich weigern, den Wolf in ihre Band aufzunehmen. Die drei Schweine und der Wolf tauchen in den vier Shrek-Filmen und den Specials „Shrek the Halls“ und „Scared Shrekless“ auf.

1953 drehte Tex Avery den Zeichentrickfilm „The Three Little Pups“ (Die drei kleinen Welpen). Darin ist der Wolf ein Hundefänger mit südlichem Akzent (mit der Stimme von Daws Butler), der versucht, Droopy und seine Brüder Snoopy und Loopy zu fangen, um sie ins Tierheim zu bringen. Obwohl er die ersten beiden Häuser erfolgreich wegblasen kann, trifft er auf sein Gegenstück, als es ihm nicht gelingt, Droopy’s Backsteinhaus zu zerstören. Der Hundefänger unternimmt mehrere Versuche, das Haus zu zerstören und die Welpen einzufangen, scheitert aber.

TV-Serien: In einer Episode der berühmten Zeichentrickserie „Die Simpsons“ namens „Frink Gets Testy“ (Staffel 29, Episode 11) erzählt Marge Simpson eine alternative Version des Märchens, in der die drei Schweinchen statt Häusern umweltfreundliche Energiesysteme bauen.

Theater- und Musical-Adaptionen: Die Geschichte der drei kleinen Schweinchen wurde auch in zahlreichen Theater- und Musicalproduktionen auf der ganzen Welt inszeniert, sowohl für Kinder als auch für Erwachsene. Dabei wurden oft originelle Interpretationen und neue musikalische Kompositionen verwendet.

Diese Beispiele zeigen, dass das Märchen „Die drei kleinen Schweinchen“ immer wieder neu interpretiert und in verschiedenen Medien adaptiert wurde, wobei jede Version ihre eigene kreative Note einbringt.


Informationen für wissenschaftliche Analysen

Kennzahl
Wert
Aarne-Thompson-Uther-IndexATU Typ B124
Lesbarkeitsindex nach Amstad84.2
Lesbarkeitsindex nach Björnsson30.8
Flesch-Reading-Ease Index76
Flesch–Kincaid Grade-Level7.1
Gunning Fog Index8.3
Coleman–Liau Index10.9
SMOG Index8.1
Automated Readability Index8.9
Zeichen-Anzahl5.045
Anzahl der Buchstaben3.914
Anzahl der Sätze48
Wortanzahl862
Durchschnittliche Wörter pro Satz17,96
Wörter mit mehr als 6 Buchstaben111
Prozentualer Anteil von langen Wörtern12.9%
Silben gesamt1.147
Durchschnittliche Silben pro Wort1,33
Wörter mit drei Silben34
Prozentualer Anteil von Wörtern mit drei Silben3.9%
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