Childstories.org Logo
Menü
Childstories.org Logo
  • 1
  • Alle Grimm
    Märchen
  • 2
  • Nach Lesezeit
    sortiert
  • 3
  • Perfekt zum
    Vorlesen für Kinder
Rumpelstilzchen
Rumpelstilzchen Märchen

Rumpelstilzchen - Märchen der Gebrüder Grimm

Vorlesezeit für Kinder: 9 min

Es war einmal ein Müller, der war arm, aber er hatte eine schöne Tochter. Nun traf es sich, dass er mit dem König zu sprechen kam, und um sich ein Ansehen zu geben, sagte er zu ihm: „Ich habe eine Tochter, die kann Stroh zu Gold spinnen.“ Der König sprach zum Müller: „Das ist eine Kunst, die mir wohl gefällt, wenn deine Tochter so geschickt ist, wie du sagst, so bring sie morgen in mein Schloss, da will ich sie auf die Probe stellen.“

Rumpelstilzchen Märchen

Als nun das Mädchen zu ihm gebracht ward, führte er es in eine Kammer, die ganz voll Stroh lag, gab ihr Rad und Haspel und sprach: „Jetzt mache dich an die Arbeit, und wenn du diese Nacht durch bis morgen früh dieses Stroh nicht zu Gold versponnen hast, so musst du sterben.“ Darauf schloss er die Kammer selbst zu, und sie blieb allein darin.

Rumpelstilzchen Märchen Gebrüder GrimmBild: Kurt Rübner (1875 – 1965)

Da saß nun die arme Müllerstochter, und wusste um ihr Leben keinen Rat, denn sie verstand gar nichts davon, wie das Stroh zu Gold zu spinnen war, und ihre Angst ward immer größer, dass sie endlich zu weinen anfing. Da ging auf einmal die Türe auf, und es trat ein kleines Männchen herein und sprach „guten Abend, Jungfer Müllerin, warum weint sie so sehr?“

Rumpelstilzchen Märchen

„Ach“, antwortete das Mädchen, „ich soll Stroh zu Gold spinnen, und verstehe das nicht.“ Sprach das Männchen: „Was gibst du mir, wenn ich dir‘s spinne?“ – „Mein Halsband“, sagte das Mädchen. Das Männchen nahm das Halsband, setzte sich vor das Rädchen, und schnurr, schnurr, schnurr, dreimal gezogen, war die Spule voll. Dann steckte es eine andere auf, und schnurr, schnurr, schnurr, dreimal gezogen, war auch die zweite voll: und so ging‘s fort bis zum Morgen, da war alles Stroh versponnen, und alle Spulen waren voll Gold.

Rumpelstilzchen Märchen Gebrüder GrimmBild: Kurt Rübner (1875 – 1965)

Bei Sonnenaufgang kam schon der König, und als er das Gold erblickte, erstaunte er und freute sich, aber sein Herz ward nur noch geldgieriger. Er ließ die Müllerstochter in eine andere Kammer voll Stroh bringen, die noch viel größer war, und befahl ihr, das auch in einer Nacht zu spinnen, wenn ihr das Leben lieb wäre.

Rumpelstilzchen Märchen

Das Mädchen wusste sich nicht zu helfen und weinte, da ging abermals die Türe auf, und das kleine Männchen kam und sprach „was gibst du mir, wenn ich dir das Stroh zu Gold spinne?“ – „Meinen Ring von dem Finger“ antwortete das Mädchen. Das Männchen nahm den Ring, und fing wieder an zu schnurren mit dem Rade, und hatte bis zum Morgen alles Stroh zu glänzendem Gold gesponnen. Der König freute sich über die Maßen bei dem Anblick, war aber noch immer nicht des Goldes satt, sondern ließ die Müllerstochter in eine noch größere Kammer voll Stroh bringen und sprach: „Die musst du noch in dieser Nacht verspinnen. Wenn dir das gelingt, sollst du meine Gemahlin werden“. Wenn’s auch eine Müllerstochter ist, dachte er, eine reichere Frau finde ich in der ganzen Welt nicht.

Rumpelstilzchen Märchen

Als das Mädchen allein war, kam das Männlein zum dritten Mal wieder, und sprach was gibst du mir, wenn ich dir noch diesmal das Stroh spinne?“ – „Ich habe nichts mehr, das ich geben könnte“, antwortete das Mädchen. „So versprich mir, wenn du Königin wirst, dein erstes Kind.“ – „Wer weiß, wie das noch geht“, dachte die Müllerstochter, und wusste sich auch in der Not nicht anders zu helfen, und versprach dem Männchen was es verlangte. Dafür spann das Männchen noch einmal das Stroh zu Gold. Und als am Morgen der König kam, und alles fand wie er es gewünscht hatte, so hielt er Hochzeit mit ihr, und die schöne Müllerstochter ward eine Königin.

Rumpelstilzchen Märchen

Über ein Jahr brachte sie ein schönes Kind zur Welt, und dachte gar nicht mehr an das Männchen, da trat es plötzlich in ihre Kammer und sprach „nun gib mir, was du versprochen hast“. Die Königin erschrak, und bot dem Männchen alle Reichtümer des Königreichs an, wenn es ihr das Kind lassen wollte. Aber das Männchen sprach: „Nein, etwas Lebendes ist mir lieber als alle Schätze der Welt“. Da fing die Königin so an zu jammern und zu weinen, dass das Männchen Mitleid mit ihr hatte, und sprach: „drei Tage will ich dir Zeit lassen. Wenn du bis dahin meinen Namen weißt, so sollst du dein Kind behalten“.

Rumpelstilzchen Märchen Gebrüder GrimmBild: Kurt Rübner (1875 – 1965)

Nun dachte die Königin die ganze Nacht über an alle Namen, die sie jemals gehört hatte, und schickte einen Boten über das Land, der sollte sich erkundigen weit und breit, was es sonst noch für Namen gäbe.

Rumpelstilzchen Märchen

Als am anderen Tag das Männchen kam, fing sie an mit Caspar, Melchior, Balzer, und sagte alle Namen, die sie wusste, nach der Reihe her, aber bei jedem sprach das Männlein „so heiß ich nicht“.

Rumpelstilzchen Märchen Gebrüder GrimmBild: Kurt Rübner (1875 – 1965)

Den zweiten Tag ließ sie in der Nachbarschaft herumfragen, wie die Leute da genannt würden, und sagte dem Männlein die ungewöhnlichsten und seltsamsten Namen vor „Heißt du vielleicht Rippenbiest oder Hammelswade oder Schnürbein?“ Aber es antwortete immer: „So heiß ich nicht.“

Rumpelstilzchen Märchen

Den dritten Tag kam der Bote wieder zurück und erzählte: „Neue Namen habe ich keinen einzigen finden können, aber wie ich an einen hohen Berg um die Waldecke kam, wo Fuchs und Hase sich gute Nacht sagen, so sah ich da ein kleines Haus, und vor dem Haus brannte ein Feuer, und um das Feuer sprang ein gar zu lächerliches Männchen, hüpfte auf einem Bein und schrie:

Rumpelstilzchen Märchen Gebrüder GrimmBild: Kurt Rübner (1875 – 1965)

„Heute back ich, morgen brau ich, übermorgen hol ich der Königin ihr Kind. Ach, wie gut ist, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß!“

Da war die Königin ganz froh dass sie den Namen wusste, und als bald hernach das Männlein kam, und sprach „nun, Frau Königin, wie heiß ich?“ fragte sie erst:

„Heißest du Kunz?“ – „Nein.“

„Heißest du Heinz?“ – „Nein.“

„Heißt du etwa Rumpelstilzchen?“

Rumpelstilzchen Märchen

„Das hat dir der Teufel gesagt, das hat dir der Teufel gesagt“ schrie das Männlein, und stieß mit dem rechten Fuß vor Zorn so tief in die Erde dass es bis an den Leib hineinfuhr, dann packte es in seiner Wut den linken Fuß mit beiden Händen, und riss sich selbst mitten entzwei.

Lesen Sie ein Kurz-Märchen (5 min)

Hintergründe zum Märchen „Rumpelstilzchen“

Das Märchen „Rumpelstilzchen“ wurde von den Gebrüdern Grimm in der 1812 erschienenen Ausgabe der Kinder- und Hausmärchen veröffentlicht. Nach Angaben von Forschern der Universität Durham und der NOVA-Universität Lissabon entstand die Geschichte vor rund 4.000 Jahren. Eine frühere literarische Variante in französischer Sprache stammt aus der Feder von Frau L’Héritier und trägt den Titel „Ricdin-Ricdon“. Eine Version davon ist in der Zusammenstellung „Le Cabinet des Fées“, Band XII, S. 125-131 enthalten.

Rumpelstilzchen Märchen Gebrüder GrimmPaul Hey (1867 – 1952)

Der Name Rumpelstilzchen bedeutet im Deutschen wörtlich „kleines Rasselstelzchen“, wobei eine Stelzen ein Pfosten oder Pfahl ist, der einem Bauwerk Halt gibt. Ein Rumpelstilzchen war folglich der Name einer Koboldart, die Geräusche macht, indem sie mit Pfosten klappert und auf Bretter klopft. Die Bedeutung ist ähnlich wie Rumpelgeist („Rasselgeist“) oder Poltergeist, ein schelmischer Geist, der klappert und Haushaltsgegenstände bewegt. (Andere verwandte Begriffe sind Mumien oder Boggarts und Hobs, die schelmische Hausgeister sind, die sich verkleiden). Die Endung -chen ist eine deutsche Diminutivform, die mit dem englischen -kin verwandt ist. Die früheste bekannte Erwähnung von Rumpelstilzchen findet sich in Johann Fischarts „Geschichtklitterung“ oder „Gargantua“ von 1577 (einer losen Adaption von Rabelais‘ Gargantua und Pantagruel).

Handlung und Zusammenfassung des Märchen

Um überlegen zu erscheinen, belügt ein Müller den König und erzählt ihm, dass seine Tochter Stroh zu Gold spinnen könne (einige Versionen machen die Müllerstochter blond und beschreiben die Behauptung „Stroh zu Gold“ als leichtfertige Prahlerei des Müllers). Der König ruft nach dem Mädchen, sperrt sie in einen Turm mit Stroh und einem Spinnrad ein und verlangt, dass sie das Stroh bis zum Morgen zu Gold spinnt, sonst wird er ihr der Kopf abschlagen (bei anderen Versionen droht der König damit, sie für immer in einen Kerker einzusperren). Als sie alle Hoffnung aufgegeben hat, erscheint eine koboldähnliche Kreatur und spinnt das Stroh zu Gold als Gegenleistung für ihre Halskette (da er nur zu Leuten kommt, die ein Geschäft/Handel suchen).

Rumpelstilzchen Märchen Gebrüder GrimmPaul Hey (1867 – 1952)

Als der König das Mädchen am nächsten Morgen in einen größeren, mit Stroh gefüllten Raum führt, um das Kunststück zu wiederholen, erscheint Rumpelstilzchen noch einmal und erhält dafür den Ring des Mädchens. Am dritten Tag, als das Mädchen in einen noch größeren, mit Stroh gefüllten Raum gebracht wird und vom König gesagt bekommt, dass er sie heiraten wird, wenn sie diesen Raum mit Gold füllen kann, oder sie hinrichten wird, wenn sie es nicht kann, hat das Mädchen nichts mehr, womit es die fremde Kreatur bezahlen kann. Sie verspricht ihm, dass sie ihm ihr erstgeborenes Kind geben wird, und so spinnt er das Stroh ein letztes Mal zu Gold. (In einigen Versionen taucht Rumpelstilzchen auf und beginnt, das Stroh in Gold zu verwandeln, ohne auf das Mädchen zu achten, die nichts hat, um ihn zu bezahlen kann. Als er die Aufgabe beendet hat, erklärt er, dass der Preis ihr erstes Kind ist. Das entsetzte Mädchen erhebt Einspruch, weil es dieser Vereinbarung nie zugestimmt hat).

Rumpelstilzchen Märchen Gebrüder Grimm

Der König hält sein Versprechen, die Müllerstochter zu heiraten. Als ihr erstes Kind geboren ist, kehrt Rumpelstilzchen zurück, um seine Bezahlung einzufordern: „Jetzt gebt mir, was Ihr versprochen habt.“ Sie bietet ihm alle Reichtümer an, die sie hat, um das Kind zu behalten, aber Rumpelstilzchen hat kein Interesse an ihren Reichtümern. Schließlich willigt er ein, seinen Anspruch auf das Kind aufzugeben, wenn sie seinen Namen innerhalb von drei Tagen erraten kann (bei einigen Versionen begrenzt Rumpelstilzchen die Anzahl der täglichen Vermutungen auf drei und damit die Gesamtzahl der erlaubten Vermutungen auf maximal neun). Ihre vielen Vermutungen scheitern, aber vor der letzten Nacht wandert sie auf der Suche nach ihm in den Wald (in einigen Versionen schickt sie einen Diener in den Wald, anstatt selbst zu gehen, um keinen Verdacht beim Königs zu erwecken) und stößt auf seine abgelegene Berghütte und beobachtet ungesehen, wie er um sein Feuer hüpft und singt.

Rumpelstilzchen Märchen

Im Text seines Liedes heißt es: „Heute Nacht, heute Nacht, meine Pläne mache ich, morgen, morgen, das Baby nehme ich mit. Die Königin wird das Spiel niemals gewinnen, denn Rumpelstilzchen ist mein Name“. Als der Kobold am dritten Tag zur Königin kommt, verrät sie seinen Namen, Rumpelstilzchen, und er verliert seine Beherrschung. Die Versionen unterscheiden sich darin, ob er den Teufel oder Hexen beschuldigt, der Königin seinen Namen verraten zu haben. In der Ausgabe der Brüder-Grimm-Erzählungen von 1812 „lief Rumpelstilzchen dann wütend weg und kam nie wieder zurück“. Der Schluss wurde in einer Ausgabe von 1857 zu einem grausigeren Ende überarbeitet, in dem Rumpelstilzchen „in seiner Wut seinen rechten Fuß so weit in den Boden trieb, dass er bis zur Taille einsank. Dann ergriff er den linken Fuß mit beiden Händen und riss sich in zwei Teile“. In anderen Versionen treibt Rumpelstilzchen seinen rechten Fuß so weit in den Boden, dass er einen Abgrund bildet und in diesen fällt, um nie wieder gesehen zu werden. In der mündlichen Version, die ursprünglich von den Brüdern Grimm gesammelt wurde, fliegt Rumpelstilzchen auf einer Kochpfanne aus dem Fenster.

Informationen für wissenschaftliche Analysen


Statistiken zum Märchen
Wert
NummerKHM 55
Aarne-Thompson-Uther-IndexATU Typ 500
Übersetzungen english
Lesbarkeitsindex nach Amstad78.1
Lesbarkeitsindex nach Björnsson38
Flesch-Reading-Ease Index68.9
Flesch–Kincaid Grade-Level9.1
Gunning Fog Index10
Coleman–Liau Index11
SMOG Index9.8
Automated Readability Index11
Zeichen-Anzahl5.947
Anzahl der Buchstaben4.578
Anzahl der Sätze46
Wortanzahl1.004
Durchschnittliche Wörter pro Satz21,83
Wörter mit mehr als 6 Buchstaben162
Prozentualer Anteil von langen Wörtern16.1%
Silben gesamt1.374
Durchschnittliche Silben pro Wort1,37
Wörter mit drei Silben60
Prozentualer Anteil von Wörtern mit drei Silben6%

Copyright-Hinweis: Hintergrund-Informationen, Zusammenfassungen und Analysen zum Märchen sind selbst verfasste urheberrechtlich geschützte Texte, die Sie nicht kopieren dürfen. Die Erstellung dieser Informationen, hat sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Wir bedanken uns für Ihr Verständnis. Sie können den Beitrag gerne auf Facebook, WhatsApp, in Foren oder auf Ihrer eigenen Webseite verlinken.

Fragen, Anmerkungen oder Erfahrungsberichte?

Datenschutzerklärung.

Die besten Märchen

Copyright © 2021 - Alle Rechte vorbehalten | Impressum | DatenschutzPowered by childstories.org

Keine Internetverbindung


Sie sind nicht mit dem Internet verbunden. Bitte überprüfen Sie Ihre Netzwerkverbindung.


Versuchen Sie Folgendes:


  • 1. Prüfen Sie Ihr Netzwerkkabel, ihren Router oder Ihr Smartphone

  • 2. Aktivieren Sie ihre Mobile Daten -oder WLAN-Verbindung erneut

  • 3. Prüfen Sie das Signal an Ihrem Standort

  • 4. Führen Sie eine Netzwerkdiagnose durch