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Vom Fischer und seiner Frau
Vom Fischer und seiner Frau Märchen

Vom Fischer und seiner Frau - Märchen der Gebrüder Grimm

Vorlesezeit für Kinder: 23 min

Es war einmal ein Fischer und seine Frau, die wohnten zusammen in einer kleinen Fischerhütte, dicht an der See, und der Fischer ging alle Tage hin und angelte: und angelte und angelte. So saß er auch einmal mit seiner Angel und sah immer in das klare Wasser hinein: und so saß er nun und saß. Da ging die Angel auf den Grund, tief hinunter, und als er sie heraufhohe, da holte er einen großen Butt heraus.

Da sagte der Butt zu ihm: „Hör mal, Fischer, ich bitte dich, lass mich leben, ich bin kein richtiger Butt, ich bin ein verwunschener Prinz. Was hilft’s dir denn, wenn du mich tötest? Ich würde dir doch nicht recht schmecken: Setz mich wieder ins Wasser und lass mich schwimmen.“ – „Nun,“ sagte der Mann, „du brauchst nicht so viele Worte zu machen: einen Butt, der sprechen kann, werde ich doch wohl schwimmen lassen.“ Damit setzte er ihn wieder in das klare Wasser.

Vom Fischer und seiner FrauBild: Paul Hey (1867 – 1952)

Da ging der Butt auf Grund und ließ einen langen Streifen Blut hinter sich. Da stand der Fischer auf und ging zu seiner Frau in die kleine Hütte. „Mann,“ sagte die Frau, „hast du heute nichts gefangen?“ – „Nein,“ sagte der Mann. „Ich fing einen Butt, der sagte, er wäre ein verwunschener Prinz, da hab ich ihn wieder schwimmen lassen.“ – „Hast du dir denn nichts gewünscht?“ sagte die Frau. „Nein,“ sagte der Mann, „was sollte ich mir wünschen?“ – „Ach,“ sagte die Frau, „das ist doch übel, immer hier in der Hütte zu wohnen: die stinkt und ist so eklig; du hättest uns doch ein kleines Häuschen wünschen können. Geh noch einmal hin und ruf ihn. Sag ihm, wir wollen ein kleines Häuschen haben, er tut das gewiss.“

„Ach,“ sagte der Mann, „was soll ich da nochmal hingehen?“ Da sagte die Frau, „du hattest ihn doch gefangen und hast ihn wieder schwimmen lassen – er tut das gewiss. Geh gleich hin!“ Der Mann wollte noch nicht recht, wollte aber auch seiner Frau nicht zuwiderhandeln und ging hin an die See. Als er dorthin kam, war die See ganz grün und gelb und gar nicht mehr so klar. So stellte er sich hin und sagte:

„Männlein, Männlein, Timpe Te,
Buttje, Buttje in der See,
Meine Frau, die Ilsebill,
Will nicht so, wie ich wohl will.“

Da kam der Butt angeschwommen und sagte: „Na, was will sie denn?“ – „Ach,“ sagte der Mann, „ich hatte dich doch gefangen; nun sagt meine Frau, ich hätt mir doch was wünschen sollen. Sie mag nicht mehr in der Hütte wohnen, sie will gern ein Häuschen.“ – „Geh nur,“ sagte der Butt, „sie hat es schon.“

Da ging der Mann hin, und seine Frau saß nicht mehr in der kleinen Hütte, denn an ihrer Stelle stand jetzt ein Häuschen, und seine Frau saß vor der Türe auf einer Bank. Da nahm ihn seine Frau bei der Hand und sagte zu ihm: „Komm nur herein, sieh, nun ist doch das viel besser.“ Da gingen sie hinein, und in dem Häuschen war ein kleiner Vorplatz und eine kleine reine Stube und Kammer, wo jedem sein Bett stand, und Küche und Speisekammer, alles auf’s Beste mit Gerätschaften versehen und aufs schönste aufgestellt, Zinnzeug und Messing, was ebenso dazugehört. Dahinter war auch ein kleiner Hof mit Hühnern und Enten und ein kleiner Garten mit Grünzeug und Obst. „Sieh,“ sagte die Frau, „ist das nicht nett?“ – „Ja,“ sagte der Mann, „so soll es bleiben; nun wollen wir recht vergnügt leben.“ – „Das wollen wir uns bedenken,“ sagte die Frau. Dann aßen sie etwas und gingen zu Bett.

So ging es wohl nun acht oder vierzehn Tage, da sagte die Frau: „Hör, Mann, das Häuschen ist auch gar zu eng, und der Hof und der Garten ist so klein: der Butt hätt uns auch wohl ein größeres Haus schenken können. Ich möchte wohl in einem großen steinernen Schloss wohnen. Geh hin zum Butt, er soll uns ein Schloss schenken.“ – „Ach Frau,“ sagte der Mann, „das Häuschen ist ja gut genug, warum wollen wir in einem Schloss wohnen?“ -„I was,“ sagte die Frau, „geh du man hin, der Butt kann das schon.“ – „Nein, Frau,“ sagte der Mann, „der Butt hat uns erst das Häuschen gegeben. Ich mag nun nicht schon wieder kommen, den Butt könnte das verdrießen.“ – „Geh doch,“ sagte die Frau, „er kann das recht gut und tut es auch gern; geh du nur hin.“ Dem Mann war sein Herz so schwer, und er wollte nicht; er sagte zu sich selber: „Das ist nicht recht.“ Aber er ging doch hin.

Als er an die See kam, war das Wasser ganz violett und dunkelblau und grau und dick, und gar nicht mehr so grün und gelb, doch war es noch still. Da stellte er sich hin und sagte:

„Männlein, Männlein, Timpe Te,
Buttje, Buttje in der See,
Meine Frau, die Ilsebill,
Will nicht so, wie ich wohl will.“

„Na, was will sie denn?“ sagte der Butt. „Ach,“ sagte der Mann, halb betrübt, „sie will in einem großen steinernen Schloss wohnen.“ – „Geh nur hin, sie steht vor der Tür,“ sagte der Butt.

Fischer und seine Frau Märchen Grimm

Da ging der Mann hin und dachte, er wollte nach Hause gehen, als er aber dahin kam, da stand dort ein großer steinerner Palast, und seine Frau stand oben auf der Treppe und wollte hineingehen: da nahm sie ihn bei der Hand und sagte: „Komm nur herein.“ Damit ging er mit ihr hinein, und in dem Schloss war eine große Diele mit einem marmornen Estrich, und da waren so viele Bediente, die rissen die großen Türen auf, und die Wände waren alle blank und mit schönen Tapeten ausgestattet, und in den Zimmern lauter goldene Stühle und Tische, und kristallene Kronleuchter hingen von der Decke; alle Stuben und Kammern waren mit Fußdecken versehen.

Vom Fischer und seiner FrauBild: Paul Hey (1867 – 1952)

Auf den Tischen standen das Essen und der allerbeste Wein, dass sie fast brechen wollten. Und hinter dem Haus war auch ein großer Hof mit Pferde- und Kuhstall, und Kutschwagen: alles vom allerbesten; auch war da ein großer herrlicher Garten mit den schönsten Blumen und feinen Obstbäumen, und ein herrlicher Park, wohl eine halbe Meile lang, da waren Hirsche und Rehe drin und alles, was man nur immer wünschen mag. „Na,“ sagte die Frau, „ist das nun nicht schön?“ – „Ach ja,“ sagte der Mann, „so soll es auch bleiben. Nun wollen wir auch in dem schönen Schloss wohnen und wollen zufrieden sein.“ – „Das wollen wir uns bedenken,“ sagte die Frau, „und wollen es beschlafen.“ Darauf gingen sie zu Bett.

Am anderen Morgen wachte die Frau als erste auf; es war gerade Tag geworden, und sah von ihrem Bett aus das herrliche Land vor sich liegen. Der Mann reckte sich noch, da stieß sie ihn mit dem Ellbogen in die Seite und sagte: „Mann, steh auf und guck mal aus dem Fenster. Sieh, können wir nicht König werden über all das Land? Geh hin zum Butt, wir wollen König sein.“ – „Ach Frau,“ sagte der Mann, „warum wollen wir König sein?“ – „Nun,“ sagte die Frau, „willst du nicht König sein, so will ich König sein. Geh hin zum Butt, ich will König sein.“ – „Ach Frau,“ sagte der Mann, „was willst du König sein? Das mag ich ihm nicht sagen.“ – „Warum nicht?“ sagte die Frau, „geh stracks hin, ich muss König sein.“ Da ging der Mann hin und war ganz bedrückt, dass seine Frau König werden wollte. Das ist und ist nicht recht, dachte der Mann. Er wollte nicht hingehen, ging aber dann doch hin.

Und als er an die See kam, war die See ganz schwarzgrau, und das Wasser drängte so von unten herauf und stank auch ganz faul. Da stellte er sich hin und sagte:

„Männlein, Männlein, Timpe Te,
Buttje, Buttje in der See,
Meine Frau, die Ilsebill,
Will nicht so, wie ich wohl will.“

„Na, was will sie denn?“ sagte der Butt. „Ach,“ sagte der Mann, „sie will König werden.“ – „Geh nur hin, sie ist es schon,“ sagte der Butt.

Da ging der Mann hin, und als er zu dem Palast kam, war das Schloss viel größer geworden, mit einem großen Turm und herrlichem Zierrat daran: und die Schildwache stand vor dem Tor, und da waren so viele Soldaten und Pauken und Trompeten. Und als er in das Haus kam, so war alles von purem Marmor und Gold, und samtenen Decken und große goldene Quasten. Da gingen die Türen von dem Saal auf, wo der ganze Hofstaat war, und seine Frau saß auf einem hohen Thron von Gold und Diamanten und hatte eine große goldene Krone auf und das Zepter in der Hand von purem Gold und Edelstein. Und auf beiden Seiten von ihr standen sechs Jungfrauen in einer Reihe, immer eine einen Kopf kleiner als die andere.

Da stellte er sich hin und sagte: „Ach Frau, bist du nun König?“ – „Ja,“ sagte die Frau, „nun bin ich König.“ Da stand er nun und sah sie an; und als er sie eine Zeitlang so angesehen hatte, sagte er: „Ach Frau, was ist das schön, dass du nun König bist! Nun wollen wir uns auch nichts mehr wünschen.“ – „Nein, Mann,“ sagte die Frau, und war ganz unruhig, „mir wird schon Zeit und Weile lang, ich kann das nicht mehr aushalten. Geh hin zum Butt: König bin ich, nun muss ich auch Kaiser werden.“ – „Ach Frau,“ sagte der Mann, „warum willst du Kaiser werden?“ – „Mann,“ sagte sie, „geh zum Butt, ich will Kaiser sein!“ – „Ach Frau,“ sagte der Mann, „Kaiser kann er nicht machen, ich mag dem Butt das nicht zu sagen; Kaiser ist nur einmal im Reich: Kaiser kann der Butt nicht machen.“ – „Was,“ sagte die Frau, „ich bin König, und du bist doch mein Mann; willst du gleich hingehen? Gleich geh hin! – Kann er Könige machen, so kann er auch Kaiser machen; ich will und will Kaiser sein! Geh gleich hin!“ Da musste er hingehen. Als der Mann aber hinging, war ihm ganz bang; und als er so ging, dachte er bei sich: Das geht und geht nicht gut: Kaiser ist zu unverschämt, der Butt wird’s am Ende leid. Inzwischen kam er an die See. Da war die See noch ganz schwarz und dick und fing an, so von unten herauf zu schäumen, dass sie Blasen warf; und es ging so ein Wirbelwind über die See hin, dass sie sich nur so drehte. Und den Mann ergriff ein Grauen. Da stand er nun und sagte:

„Männlein, Männlein, Timpe Te,
Buttje, Buttje in der See,
Meine Frau, die Ilsebill,
Will nicht so, wie ich wohl will.“

„Na, was will sie denn?“ sagte der Butt. „Ach, Butt,“ sagte er, „meine Frau will Kaiser werden.“ – „Geh nur hin,“ sagte der Butt, „sie ist es schon.“

Da ging der Mann hin, und als er dort ankam, war das ganze Schloss von poliertem Marmor mit Figuren aus Alabaster und goldenen Zierraten. Vor der Tür marschierten die Soldaten, und sie bliesen Trompeten und schlugen Pauken und Trommeln; aber in dem Hause, da gingen die Barone und Grafen und Herzöge herum und taten, als ob sie Diener wären. Die machten ihm die Türen auf, die von lauter Gold waren. Und als er hereinkam, da saß seine Frau auf einem Thron, der war von einem Stück Gold und war wohl zwei Meilen hoch; und sie hatte eine große goldene Krone auf, die war drei Ellen hoch und mit Brillanten und Karfunkelsteinen besetzt. In der einen Hand hatte sie das Zepter und in der anderen den Reichsapfel, und auf beiden Seiten neben ihr, da standen die Trabanten so in zwei Reihen, immer einer kleiner als der andere, von dem allergrößten Riesen, der war zwei Meilen hoch, bis zu dem allerwinzigsten Zwerg, der war so groß wie mein kleiner Finger. Und vor ihr standen viele Fürsten und Herzöge.

Da trat nun der Mann zwischen sie und sagte: „Frau, bist du nun Kaiser?“ – „Ja,“ sagte sie, „ich bin Kaiser.“ Da stellte er sich nun hin und besah sie sich recht, und als er sie so eine Zeitlang angesehen hatte, da sagte er: „Ach, Frau, wie steht dir das schön, dass du Kaiser bist.“ – „Mann,“ sagte sie, „was stehst du da? Ich bin nun Kaiser, nun will ich auch Papst werden; geh hin zum Butt.“ – „Ach Frau,“ sagte der Mann, „was willst du denn nicht alles? Papst kannst du nicht werden, ihn gibt’s nur einmal in der Christenheit: das kann er doch nicht machen!“ – „Mann,“ sagte sie, „ich will Papst werden, geh gleich hin, ich muss heute noch Papst werden.“ – „Nein, Frau,“ sagte der Mann, „das mag ich ihm nicht sagen, das ist nicht gut, das ist zu viel verlangt, zum Papst kann dich der Butt nicht machen.“ – „Mann, schwatz kein dummes Zeug!“ sagte die Frau. „Kann er Kaiser machen, so kann er auch einen Papst machen. Geh sofort hin; ich bin Kaiser, und du bist doch mein Mann. Willst du wohl hingehen?“

Fischer und seine Frau Märchen Gebrüder GrimmBild: Paul Hey (1867 – 1952)

Da wurde ihm ganz bang zumute, und er ging hin, aber ihm war ganz flau dabei; er zitterte und bebte, und die Knie und Waden schlotterten ihm. Und da strich so ein Wind über das Land, und die Wolken flogen, und es wurde so düster wie gegen den Abend zu: die Blätter wehten von den Bäumen, und das Wasser ging hoch und brauste so, als ob es kochte, und platschte an das Ufer, und in der Ferne sah er die Schiffe, die gaben Notschüsse ab und tanzten und sprangen auf den Wogen. Doch war der Himmel in der Mitte noch ein bisschen blau, aber an den Seiten, da zog es so recht rot auf wie ein schweres Gewitter. Da ging er ganz verzagt hin und stand da in seiner Angst und sagte:

„Männlein, Männlein, Timpe Te,
Buttje, Buttje in der See,
Meine Frau, die Ilsebill,
Will nicht so, wie ich wohl will.“

„Na, was will sie denn?“ sagte der Butt. „Ach“; sagte der Mann, „sie will Papst werden.“ – „Geh nur hin, sie ist es schon,“ sagte der Butt.

Da ging er hin, und als er ankam, da war da eine große Kirche, von lauter Palästen umgeben. Da drängte ersieh durch das Volk; inwendig war aber alles mit tausend und tausend Lichtern erleuchtet, und seine Frau war ganz in Gold gekleidet und saß auf einem noch viel höheren Thron und hatte drei große goldene Kronen auf, und um sie herum, da war so viel geistlicher Staat, und zu beiden Seiten von ihr, da standen zwei Reihen Lichter, das größte so dick und so groß wie der allergrößte Turm, bis zu dem allerkleinsten Küchenlicht. Und all die Kaiser und Könige, die lagen vor ihr auf den Knien und küssten ihr den Pantoffel. „Frau,“ sagte der Mann und sah sie so recht an, „bist du nun Papst?“ – „Ja,“ sagte sie, „ich bin Papst.“ Da ging er hin und sah sie recht an, und da war ihm, als ob er in die helle Sonne sähe.

Fischer und seine Frau Märchen Grimm

Als er sie so eine Zeitlang angesehen hatte, sagte er: „Ach Frau, wie gut steht dir das, dass du Papst bist!“ Sie saß aber ganz steif wie ein Baum und rührte und regte sich nicht. Da sagte er: „Frau, nun sei zufrieden, dass du Papst bist, denn nun kannst du doch nichts mehr werden.“ – „Das will ich mir bedenken,“ sagte die Frau. Damit gingen sie beide zu Bett. Aber sie war nicht zufrieden, und die Gier ließ sie nicht schlafen; sie dachte immer, was sie noch werden könnte.

Der Mann schlief recht gut und fest, er hatte am Tag viel laufen müssen; die Frau aber konnte gar nicht einschlafen und warf sich die ganze Nacht von einer Seite auf die andere und dachte immer darüber nach, was sie wohl noch werden könnte, und konnte sich doch auf nichts mehr besinnen. Indessen wollte die Sonne aufgehen, und als sie das Morgenrot sah, setzte sie sich aufrecht im Bett hin und sah da hinein. Und als sie aus dem Fenster die Sonne so heraufkommen sah: Ha, dachte sie, kann ich nicht auch die Sonne und den Mond aufgehen lassen? – „Mann,“ sagte sie und stieß ihn mit dem Ellenbogen in die Rippen; „wach auf, geh hin zum Butt, ich will werden wie der liebe Gott.“

Der Mann war noch ganz schlaftrunken, aber er erschrak so, dass er aus dem Bett fiel. Er meinte, er hätte sich verhört, rieb sich die Augen aus und sagte: „Ach Frau, was sagst du?“ – „Mann,“ sagte sie, „wenn ich nicht die Sonne und den Mond kann aufgehen lassen, das kann ich nicht aushalten, und ich habe keine ruhige Stunde mehr, dass ich sie nicht selbst kann aufgehen lassen.“ Dabei sah sie ihn ganz böse an, dass ihn ein Schauder überlief. „Gleich geh hin, ich will werden wie der liebe Gott.“ – „Ach Frau,“ sagte der Mann und fiel vor ihr auf die Knie, „das kann der Butt nicht. Kaiser und Papst kann er machen; – ich bin dich, geh in dich und bleibe Papst.“ Da überkam sie die Bosheit, die Haare flogen ihr so wild um den Kopf und sie schrie: „Ich halte das nicht aus! Und ich halte das nicht länger aus! Willst du hingehen?!“ Da zog er sich die Hose an und lief davon wie unsinnig.

Draußen aber ging der Sturm und brauste, dass er kaum auf den Füßen stehen konnte. Die Häuser und die Bäume wurden umgeweht, und die Berge bebten, und die Felsenstücke rollten in die See, und der Himmel war ganz pechschwarz, und es donnerte und blitzte, und die See ging in so hohen schwarzen Wogen wie Kirchtürme und Berge, und hatten oben alle eine weiße Schaumkrone auf. Da schrie er, und konnte sein eigenes Wort nicht hören:

„Männlein, Männlein, Timpe Te,
Buttje, Buttje in der See,
Meine Frau, die Ilsebill,
Will nicht so, wie ich wohl will.“

„Na, was will sie denn?“ sagte der Butt. „Ach,“ sagte er, „sie will werden wie der liebe Gott.“ – „Geh nur hin, sie sitzt schon wieder in der Fischerhütte.“

Da sitzen sie noch bis auf den heutigen Tag.

Lesen Sie ein Kurz-Märchen (5 min)

Hintergründe zum Märchen „Vom Fischer und seiner Frau“

„Vom Fischer und seiner Frau“ (original: „Von dem Fischer un syner Fru“; englisch: The Fisherman and His Wife) ist ein deutsches Märchen, das 1812 von den Gebrüdern Grimm gesammelt wurde (KHM 19). Das Märchen ist vom Aarne-Thompson-Typ 555, über Unzufriedenheit und Gier. Es kann als ein Anti-Märchen klassifiziert werden.

Das Märchen wurde von den Brüdern Grimm in der ersten Ausgabe von Kinder- und Hausmärchen 1812 als Märchen Nr. 19 veröffentlicht. Ihre Quelle war der deutsche Maler Philipp Otto Runge (1777-1810), von dem die Grimms 1809 ein Manuskript des Märchens erhielten. Johann Gustav Büsching veröffentlichte einige Monate zuvor, 1812, in Volkssagen, Märchen und Legenden eine andere Version von Runges Manuskript, mit einigen Diskrepanzen zur Grimmschen Version.

Handlung und Zusammenfassung des Märchen

Es gibt einen armen Fischer, der mit seiner Frau in einer Hütte am Meer lebt. Eines Tages fängt der Fischer einen Fisch, der behauptet, ein verzauberter Prinz zu sein, und fleht darum, freigelassen zu werden. Der Fischer lässt ihn freundlicherweise frei. Als seine Frau die Geschichte hört, sagt sie, er hätte sich von dem Fisch einen Wunsch erfüllen lassen sollen. Sie besteht darauf, dass er zurückkehrt und die Flunder bittet, ihr den Wunsch nach einem schönen Haus zu erfüllen.

Der Fischer und seine Frau

Der Fischer kehrt zum Ufer zurück, ist aber beunruhigt, als er feststellt, dass das Meer trüb zu werden scheint, wie es vorher so klar war. Er denkt sich einen Reim aus, um die Flunder zu beschwören, und sie erfüllt den Wunsch der Frau. Der Fischer freut sich über seinen neuen Reichtum, aber die Frau ist es nicht und verlangt mehr und verlangt, dass ihr Mann zurückkehrt und sich wünscht, dass er zum König gemacht wird. Widerwillig tut er das und erfüllt seinen Wunsch. Aber immer wieder schickt ihn seine Frau zurück, um ihn um mehr und mehr zu bitten. Der Fischer weiß, dass dies falsch ist, aber es gibt keinen Grund, mit seiner Frau zu argumentieren. Er sagt, sie sollten die Flunder nicht ärgern und mit dem, was ihnen gegeben wurde, zufrieden sein, aber seine Frau ist nicht zufrieden. Jedes Mal erfüllt die Flunder die Wünsche mit den Worten: „Geh einfach wieder nach Hause, sie hat es schon“ oder ähnlich, aber jedes Mal wird das Meer immer heftiger.

Schließlich möchte die Frau der Sonne, dem Mond und dem Himmel befehlen, und sie schickt ihren Mann zur Flunder mit dem Wunsch: „Ich möchte Gott gleichgestellt werden“. Als dieser letzte Wunsch erfüllt ist, sagt die Flunder: „Geh einfach wieder nach Hause, sie sitzt schon wieder in der alten Hütte“. Und damit wird das Meer wieder ruhig.

Varianten und Adaptionen des Märchen

Der „Fischer und seine Frau“ ähnelt anderen AT-555-Märchen wie dem deutschen „Hanns Dudeldee“, dem russischen „Der alte Mann, seine Frau und der Fisch“, dem japanischen „Der Steinmetz“ und dem indischen „Die Kugeln des Ochsen“.

Fischer und seine Frau

Virginia Woolf lässt ihre Figur Mrs. Ramsey in To the Lighthouse ihrem Sohn James eine Version der Geschichte vorlesen. Günter Grass‘ Roman Die Flunder aus dem Jahr 1977 basiert lose auf dem Märchen, ebenso wie Emanuele Luzzatis Version, Der Kasperle und der Zauberfisch, und Ursula LeGuins Roman Die Drehbank des Himmels.

Günter Grass‘ Roman Die Flunder aus dem Jahr 1977 basiert lose auf dem Märchen, ebenso wie Emanuele Luzzatis Version, Der Kasperle und der Zauberfisch, und Ursula LeGuins Roman Die Drehbank des Himmels.

Im Jahr 1977 veröffentlichte der deutsche Schriftsteller Günter Grass den Roman „Die Flunder“ (deutsch: „Der Hintern“), der lose auf diesem Märchen basiert. Im selben Jahr erschien eine animierte Adaption mit Hans Conreid und June Foray zur Oscar-Betrachtung.

Im selben Jahr erschien eine animierte Adaption mit Hans Conreid und June Foray zur Oscar-Betrachtung.

Die Flunder wurde durch eine schöne Meerjungfrau ersetzt, die die Wünsche im Tausch gegen ihre Freiheit erfüllt. Außerdem geht die Ehefrau direkt von der Königin zu dem Wunsch über, eine „Göttin“ zu werden. Die Meerjungfrau weist den Fischer darauf hin, dass alle seine Wünsche für seine Frau gewesen sind, und fragt ihn, was er sich wünscht. Der Fischer antwortet, dass er sich nur wünscht, dass seine Frau glücklich ist, und die Meerjungfrau antwortet: „Geht, sie ist glücklich. Wie in der späteren Version von 1997 sind der Fischer und seine Frau darauf reduziert, in ihrer Hütte zu leben, aber die Frau ist glücklich, dass sie arm und doch ordentlich ist.

1997 erhielt die Geschichte eine spanisch anmutende Adaption in der Zeichentrickserie „Happily Ever After“: Märchen für jedes Kind. Edward James Olmos und Julia Migenes stellten die Stimmen des Fischers und seiner Frau zur Verfügung. In dieser Version kann der Fischer nicht herausfinden, was sein letzter Wunsch ist, und sagt: „Ich wünsche mir nur, dass meine Frau glücklich ist“. Sofort werden er und seine Frau darauf reduziert, wieder in der Hütte zu leben. Sie ist zufrieden und umarmt ihn fröhlich.

Die Zeichentrick-Episode „Be More Pacific“ von Timon und Pumbaa basiert auf dieser Geschichte, wobei Pumbaas Rolle parallel zur Rolle des Fischers und Timons parallel zur Rolle der Frau verläuft. Pumbaa findet und rettet einen magischen Wal namens Lester, der ihm drei Wünsche erfüllt. Pumbaa verlangt nichts für sich selbst, aber er gibt Timons Wünsche an Lester weiter. Zuerst wünscht sich Timon „etwas Großes und Teures“ und erhält die Freiheitsstatue. Dann wünscht er sich, ein König zu werden und wird in einen Riesen verwandelt. Schließlich wünscht er sich „einen König in normaler Größe in einer Steinburg mit einem wilden feuerspeienden Monster, das er besiegen kann“, aber Pumbaa versteht die Botschaft falsch und sagt „kann nicht“ statt „kann“. Das wilde Monster entpuppt sich als feuerspeiendes Huhn (statt des Drachens, den Timon eigentlich meinte), und nach mehreren vergeblichen Versuchen, es zu besiegen und ihm zu entkommen, endet die Episode damit, dass Timon nach einem anderen wunscherfüllenden Fisch sucht, während Pumbaa darum kämpft, die Falltür festzuhalten, die sie von dem Monster trennt.

Das Charles-Mingus-Lied Die Schuhe der Fischerfrau sind einige Jiveass-Pantoffeln ist in Anlehnung an die Fabel benannt.

Informationen für wissenschaftliche Analysen


Statistiken zum Märchen
Wert
NummerKHM 19
Aarne-Thompson-Uther-IndexATU Typ 555
Übersetzungen english
Lesbarkeitsindex nach Amstad85.7
Lesbarkeitsindex nach Björnsson27.6
Flesch-Reading-Ease Index77.7
Flesch–Kincaid Grade-Level6.6
Gunning Fog Index8.1
Coleman–Liau Index9.2
SMOG Index8.6
Automated Readability Index6.9
Zeichen-Anzahl16.598
Anzahl der Buchstaben12.573
Anzahl der Sätze177
Wortanzahl2.963
Durchschnittliche Wörter pro Satz16,74
Wörter mit mehr als 6 Buchstaben323
Prozentualer Anteil von langen Wörtern10.9%
Silben gesamt3.929
Durchschnittliche Silben pro Wort1,33
Wörter mit drei Silben155
Prozentualer Anteil von Wörtern mit drei Silben5.2%

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