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Die Bremer Stadtmusikanten
Die Bremer Stadtmusikanten Märchen

Die Bremer Stadtmusikanten - Märchen der Gebrüder Grimm

Vorlesezeit für Kinder: 10 min

Es hatte ein Mann einen Esel, der schon lange Jahre die Säcke unverdrossen zur Mühle getragen hatte, dessen Kräfte aber nun zu Ende gingen, so dass er zur Arbeit immer untauglicher ward. Da dachte der Herr daran, ihn aus dem Futter zu schaffen, aber der Esel merkte, dass kein guter Wind wehte, lief fort und machte sich auf den Weg nach Bremen. Dort, meinte er, könnte er ja Stadtmusikant werden. Als er ein Weilchen fortgegangen war, fand er einen Jagdhund auf dem Wege liegen, der jappte wie einer, der sich müde gelaufen hat. „Nun, was jappst du so, Packan?“ fragte der Esel. „Ach,“ sagte der Hund, „weil ich alt bin und jeden Tag schwächer werde, auch auf der Jagd nicht mehr fort kann, hat mich mein Herr wollen totschlagen, da hab ich Reißaus genommen; aber womit soll ich nun mein Brot verdienen?“ – „Weißt du was?“ sprach der Esel, „ich gehe nach Bremen und werde dort Stadtmusikant, geh mit und lass dich auch bei der Musik annehmen. Ich spiele die Laute und du schlägst die Pauken.“

Bremer Stadtmusikanten Märchen Gebrüder GrimmBild: Oskar Herrfurth (1862-1934)

Der Hund war’s zufrieden, und sie gingen weiter. Es dauerte nicht lange, so saß da eine Katze an dem Weg und macht ein Gesicht wie drei Tage Regenwetter. „Nun, was ist dir in die Quere gekommen, alter Bartputzer?“ sprach der Esel. „Wer kann da lustig sein, wenn’s einem an den Kragen geht,“ antwortete die Katze, „weil ich nun zu Jahren komme, meine Zähne stumpf werden, und ich lieber hinter dem Ofen sitze und spinne, als nach Mäusen herumjagen, hat mich meine Frau ersäufen wollen. Ich habe mich zwar noch fortgemacht, aber nun ist guter Rat teuer: wo soll ich hin?“ – „Geh mit uns nach Bremen, du verstehst dich doch auf die Nachtmusik, da kannst du ein Stadtmusikant werden.“ Die Katze hielt das für gut und ging mit. Darauf kamen die drei Landesflüchtigen an einem Hof vorbei, da saß auf dem Tor der Haushahn und schrie aus Leibeskräften.

Bremer Stadtmusikanten Märchen Gebrüder GrimmBild: Oskar Herrfurth (1862-1934)

„Du schreist einem durch Mark und Bein,“ sprach der Esel, „was hast du vor?“ – „Da hab“ ich gut Wetter prophezeit,“ sprach der Hahn, „weil unserer lieben Frauen Tag ist, wo sie dem Christkindlein die Hemdchen gewaschen hat und sie trocknen will; aber weil morgen zum Sonntag Gäste kommen, so hat die Hausfrau doch kein Erbarmen und hat der Köchin gesagt, sie wollte mich morgen in der Suppe essen, und da soll ich mir heut Abend den Kopf abschneiden lassen. Nun schrei ich aus vollem Hals, solang ich kann.“ – „Ei was, du Rotkopf,“ sagte der Esel, „zieh lieber mit uns fort, wir gehen nach Bremen, etwas Besseres als den Tod findest du überall. Du hast eine gute Stimme, und wenn wir zusammen musizieren, so muss es eine Art haben.“ Der Hahn ließ sich den Vorschlag gefallen, und sie gingen alle vier zusammen fort.

Sie konnten aber die Stadt Bremen in einem Tag nicht erreichen und kamen abends in einen Wald, wo sie übernachten wollten. Der Esel und der Hund legten sich unter einen großen Baum, die Katze und der Hahn machten sich in die Äste, der Hahn aber flog bis an die Spitze, wo es am sichersten für ihn war. Ehe er einschlief, sah er sich noch einmal nach allen vier Winden um, da deuchte ihn, er sähe in der Ferne ein Fünkchen brennen, und rief seinen Gesellen zu, es müsste nicht gar weit ein Haus sein, denn es scheine ein Licht. Sprach der Esel: „So müssen wir uns aufmachen und noch hingehen, denn hier ist die Herberge schlecht.“ Der Hund meinte: „Ein paar Knochen und etwas Fleisch dran täten ihm auch gut.“ Also machten sie sich auf den Weg nach der Gegend, wo das Licht war, und sahen es bald heller schimmern, und es ward immer größer, bis sie vor ein helles, erleuchtetes Räuberhaus kamen.

Bremer Stadtmusikanten Märchen Gebrüder GrimmBild: Oskar Herrfurth (1862-1934)

Der Esel, als der größte, näherte sich dem Fenster und schaute hinein. „Was siehst du, Grauschimmel?“ fragte der Hahn. „Was ich sehe?“ antwortete der Esel, „einen gedeckten Tisch mit schönem Essen und Trinken, und Räuber sitzen daran und lassen’s sich wohl sein.“ – „Das wäre was für uns,“ sprach der Hahn. „Ja, ja, ach, wären wir da!“ sagte der Esel. Da ratschlagten die Tiere, wie sie es anfangen müssten, um die Räuber hinauszujagen und fanden endlich ein Mittel. Der Esel musste sich mit den Vorderfüßen auf das Fenster stellen, der Hund auf des Esels Rücken springen, die Katze auf den Hund klettern, und endlich flog der Hahn hinauf, und setzte sich der Katze auf den Kopf. Wie das geschehen war, fingen sie auf ein Zeichen insgesamt an, ihre Musik zu machen: der Esel schrie, der Hund bellte, die Katze miaute und der Hahn krähte. Dann stürzten sie durch das Fenster in die Stube hinein, dass die Scheiben klirrten.

Bremer Stadtmusikanten Märchen Gebrüder GrimmBild: Oskar Herrfurth (1862-1934)

Die Räuber fuhren bei dem entsetzlichen Geschrei in die Höhe, meinten nicht anders, als ein Gespenst käme herein, und flohen in größter Furcht in den Wald hinaus. Nun setzten sich die vier Gesellen an den Tisch, nahmen mit dem vorlieb, was übrig geblieben war, und aßen nach Herzenslust. Wie die vier Spielleute fertig waren, löschten sie das Licht aus und suchten sich eine Schlafstelle, jeder nach seiner Natur und Bequemlichkeit. Der Esel legte sich auf den Mist, der Hund hinter die Tür, die Katze auf den Herd bei der warmen Asche, der Hahn setzte sich auf den Hahnenbalken, und weil sie müde waren von ihrem langen Weg, schliefen sie auch bald ein. Als Mitternacht vorbei war und die Räuber von weitem sahen, dass kein Licht mehr im Haus brannte, auch alles ruhig schien, sprach der Hauptmann: „Wir hätten uns doch nicht sollen ins Bockshorn jagen lassen,“ und hieß einen hingehen und das Haus untersuchen. Der Abgeschickte fand alles still, ging in die Küche, ein Licht anzünden, und weil er die glühenden, feurigen Augen der Katze für lebendige Kohlen ansah, hielt er ein Schwefelhölzchen daran, dass es Feuer fangen sollte.

Aber die Katze verstand keinen Spaß, sprang ihm ins Gesicht, spie und kratzte. Da erschrak er gewaltig, lief und wollte zur Hintertüre hinaus, aber der Hund, der da lag, sprang auf und biss ihn ins Bein, und als er über den Hof an dem Miste vorbeikam, gab ihm der Esel noch einen tüchtigen Schlag mit dem Hinterfuß. Der Hahn aber, der vom Lärmen aus dem Schlaf geweckt und munter geworden war, rief vom Balken herab: „Kikeriki!“ Da lief der Räuber, was er konnte, zu seinem Hauptmann zurück und sprach:

Bremer Stadtmusikanten Märchen Gebrüder GrimmBild: Oskar Herrfurth (1862-1934)

„Ach, in dem Haus sitzt eine gräuliche Hexe, die hat mich angehaucht und mit ihren langen Fingern mir das Gesicht zerkratzt. Und vor der Tür steht ein Mann mit einem Messer, der hat mich ins Bein gestochen. Und auf dem Hof liegt ein schwarzes Ungetüm, das hat mit einer Holzkeule auf mich losgeschlagen. Und oben auf dem Dache, da sitzt der Richter, der rief: „Bringt mir den Schelm her!“ Da machte ich, dass ich fortkam.“

Bremer Stadtmusikanten Märchen Gebrüder GrimmBild: Oskar Herrfurth (1862-1934)

Von nun an getrauten sich die Räuber nicht weiter in das Haus, den vier Bremer Musikanten gefiel’s aber so wohl darin, dass sie nicht wieder heraus wollten.

Hintergründe zum Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten“

Die „Bremer Stadtmusikanten“ ist ein beliebtes deutsches Märchen, das von den Gebrüdern Grimm gesammelt und 1819 veröffentlicht wurde (KHM 27). Es erzählt die Geschichte von vier alternden Haustieren, die nach einem Leben voller harter Arbeit von ihren ehemaligen Herren vernachlässigt und misshandelt werden. Schließlich beschließen sie, wegzulaufen und Stadtmusikanten in der Stadt Bremen zu werden. Entgegen dem Titel der Geschichte kommen die Figuren nie in Bremen an, da es ihnen gelingt, eine Räuberbande auszutricksen, ihre Beute zu erbeuten und in ihr Haus einzuziehen.

Bremer Stadtmusikanten Märchen

Die Geschichte ähnelt anderen AT-130 Märchen wie …

  • deutsch-schweizerischen Märchen „Der Räuber und die Bauernhoftiere“
  • norwegischen Märchen „Das Schaf und das Schwein, die ein Haus einrichten“
  • finnischen Märchen „Die Tiere und der Teufel“
  • flämischen Märchen „Die Chorsänger von St. Gudule“
  • schottischen Märchen „The Story of the White Pet“
  • englischen Märchen „The Bull, the Tup, the Cock, and the Steg“
  • irischen Märchen „Jack and His Comrades“
  • spanischen Märchen „Benibaire“
  • amerikanischen Märchen „How Jack Went to Seek His Fortune“ und „The Dog, the Cat, the Ass, and the Cock“
  • südafrikanischen Märchen „The World’s Reward“

Die Bremer Stadtmusikanten ist als Aarne-Thompson Typ 130 klassifiziert („Ausgestoßene Tiere finden ein neues Zuhause“). Die Gebrüder Grimm veröffentlichten diese Erzählung erstmals 1819 in der zweiten Ausgabe von Kinder- und Hausmärchen, basierend auf dem Bericht der deutschen Erzählerin Dorothea Viehmann (1755-1815). Die Geschichte wurde in bewegten Bildern, Filmen (oft Musicals), Theaterstücken und Opern neu erzählt und erscheint auch in amerikanischen Volksmärchensammlungen.

In der Geschichte laufen vier alte Tiere weg, bevor ihre Herren sie einschläfern können. Sie ziehen nach Bremen, in der Hoffnung, dort Stadtmusikanten zu werden. Auf dem Weg dorthin finden sie ein Haus voller Räuber, die ein Festmahl genießen. In Teamarbeit gelingt es den Tieren, die Räuber zu vertreiben und sich das Essen anzueignen. Der Ursprung des Märchens liegt vermutlich in mündlichen Erzählungen, die die Brüder Grimm von verschiedenen Quellen sammelten. Es gibt auch einige Parallelen zu älteren literarischen Werken wie den Tierfabeln des französischen Dichters Jean de La Fontaine. Die Hauptbotschaft des Märchens ist, dass Zusammenarbeit, Freundschaft und gegenseitige Unterstützung einen großen Wert haben und dass man auch in schwierigen Situationen oder im Alter noch Neues erreichen und ein glückliches Leben führen kann.

Bremer Stadtmusikanten

In der ursprünglichen Version der Geschichte, die aus dem zwölften Jahrhundert stammt, sind die Räuber ein Bär, ein Löwe und ein Wolf. Als der Esel und seine Freunde in Bremen ankommen, applaudieren ihnen die Bewohner der Stadt dafür, dass sie den Bezirk von den schrecklichen Bestien befreit haben. Eine alternative Version besteht darin, dass die Herren der Tiere ihrer Lebensgrundlage beraubt werden (weil die Diebe Ihr Geld gestohlen und ihren Hof oder Ihre Mühle zerstört haben) und sie die Tiere wegschicken müssen, da sie nicht mehr in der Lage sind, sich weiter um sie zu kümmern. Nachdem die Tiere die Diebe überlistet haben, bringen sie die unrechtmäßig erlangten Gewinne zu ihren Herren zurück, damit diese sie wieder aufnehmen. Bei anderen Versionen hilft mindestens ein wildes Tier, z.B. eine Eidechse, den Haustieren mit den Dieben.

Interpretationen zum Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten“

„Die Bremer Stadtmusikanten“ ist eines der bekanntesten Märchen der Gebrüder Grimm und hat sich in vielen Ländern und Kulturen etabliert. Es wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und in verschiedenen Medien adaptiert, wie zum Beispiel in Filmen, Theaterstücken, Musicals, Hörspielen und Kinderbüchern. Die Geschichte der vier Tiere, die trotz aller Widrigkeiten ihren Weg gehen, ist ein zeitloses Beispiel für den Wert von Zusammenhalt, Entschlossenheit und Optimismus. „Die Bremer Stadtmusikanten“ ist ein Märchen der Gebrüder Grimm, das verschiedene Interpretationsmöglichkeiten bietet. Hier sind einige mögliche Interpretationen:

Zusammenarbeit und Teamgeist: Eines der zentralen Themen des Märchens ist die Zusammenarbeit der vier Tiere (Esel, Hund, Katze und Hahn), die sich zusammenschließen, um gemeinsam ein besseres Leben zu suchen. Jedes Tier hat seine eigenen Schwächen, aber indem sie zusammenarbeiten, schaffen sie es, ihre Situation zu verbessern und ihre Stärken zu nutzen. Die Tiere im Märchen bündeln ihre Kräfte und arbeiten zusammen, um ihr Ziel zu erreichen. Die Geschichte zeigt, wie wichtig Zusammenarbeit und Teamgeist sind, um Erfolg und Glück zu finden, selbst wenn die einzelnen Mitglieder schwach oder hilfsbedürftig erscheinen mögen.

Respekt vor dem Alter und Erfahrung: Die Tiere im Märchen sind alle alt und nicht mehr nützlich für ihre früheren Besitzer. Die Geschichte zeigt, dass ältere Menschen und Tiere immer noch Wert haben und Fähigkeiten besitzen, die in einer Gemeinschaft geschätzt werden sollten.Die Tiere im Märchen sind alle alt und nicht mehr nützlich für ihre früheren Besitzer. Die Geschichte zeigt, dass ältere Menschen und Tiere immer noch Wert haben und Fähigkeiten besitzen, die in einer Gemeinschaft geschätzt werden sollten. Die Tiere sind alt und werden von ihren Besitzern aufgrund ihrer nachlassenden Leistungsfähigkeit verstoßen. Das Märchen vermittelt die Botschaft, dass ältere Individuen immer noch wertvoll sind und dass ihre Erfahrung und Weisheit von großem Nutzen sein können.

Überwindung von Widrigkeiten: Jedes der Tiere hat seine eigenen Schwierigkeiten und Ängste zu bewältigen. Trotzdem finden sie in ihrer Gemeinschaft die Stärke und den Mut, ihre Probleme zu überwinden und ein neues Leben zu beginnen. Die Geschichte zeigt, dass Mut und Entschlossenheit dabei helfen können, Widrigkeiten zu überwinden und ein besseres Leben zu erreichen. Die Tiere begegnen auf ihrer Reise verschiedenen Herausforderungen und Ängsten, wie z. B. den Räubern im Wald. Indem sie zusammenarbeiten und ihre individuellen Fähigkeiten einsetzen, können sie diese Hindernisse überwinden. Dieses Thema kann als Ermutigung verstanden werden, gemeinsam Schwierigkeiten zu bewältigen und sich nicht von Furcht oder Unsicherheit abhalten zu lassen.

Neuanfang und Wandlung: Die Tiere suchen nach einem neuen Leben und brechen mit ihrer Vergangenheit. Das Märchen zeigt, dass es nie zu spät ist, einen Neuanfang zu wagen, und dass Veränderungen und Wandlungen oft positive Auswirkungen haben können. Die Tiere fliehen aus ihrer unglücklichen Situation und suchen in Bremen ein neues Leben. Das Märchen kann als Ermutigung interpretiert werden, Veränderungen im Leben zuzulassen und den Mut zu haben, neu anzufangen, wenn man sich in schwierigen oder unglücklichen Umständen

Kritik an sozialen Hierarchien: Die Geschichte zeigt, wie die Tiere, die von der Gesellschaft ausgeschlossen wurden, ihre Stärke finden und zusammenarbeiten, um ihr Schicksal zu ändern. Dies kann als Kritik an starren sozialen Hierarchien und der Diskriminierung von Individuen aufgrund ihres Alters, ihrer Herkunft oder ihres sozialen Status gesehen werden. Die Geschichte kann auch als Kritik an der damaligen Gesellschaft und der sozialen Hierarchie interpretiert werden. Die Tiere, die von ihren Besitzern verstoßen wurden, stellen die unterdrückten und marginalisierten Mitglieder der Gesellschaft dar. Indem sie sich zusammenschließen und für ihre Rechte kämpfen, setzen sie sich für soziale Gerechtigkeit ein.

Die Kraft der Musik: Musik spielt in dieser Geschichte eine wichtige Rolle, da die Tiere zunächst planen, Stadtmusikanten in Bremen zu werden. Musik kann als verbindendes Element gesehen werden, das Menschen (und Tiere) zusammenbringt und dabei hilft, Unterschiede zu überwinden und Gemeinschaften zu stärken. Die Tiere nutzen ihre musikalischen Fähigkeiten auch, um die Räuber in die Flucht zu schlagen, was zeigt, dass Musik eine machtvolle Kraft sein kann.

Selbstverwirklichung: Die Tiere im Märchen entdecken im Laufe der Geschichte ihre eigenen Stärken und lernen, sich selbst und ihre Fähigkeiten zu schätzen. Dies kann als eine Aufforderung zur Selbstverwirklichung und persönlichen Entwicklung interpretiert werden. Indem man sich auf seine individuellen Stärken konzentriert und sich von den Erwartungen anderer löst, kann man ein erfüllteres und glücklicheres Leben führen.

Insgesamt bietet das Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten“ der Gebrüder Grimm viele verschiedene Interpretationsmöglichkeiten und Themen, die sowohl zeitlos als auch relevant für verschiedene Kulturen und Generationen sind. Die Geschichte ist ein Beispiel dafür, wie Märchen als Spiegel der Gesellschaft dienen und universelle Botschaften über Zusammenarbeit, Selbstverwirklichung und die Kraft der Musik vermitteln können.

Handlung und Zusammenfassung des Märchen

„Die Bremer Stadtmusikanten“, im Englischen auch „Town Musicians of Bremen“ genannt, ist ein Märchen, das im ersten Band der Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm gesammelt wurde. Die Geschichte war nicht Teil der ursprünglichen Ausgabe von 1812, sondern wurde für die 1819 erschienene zweite Auflage des Buches hinzugefügt.

Die Bremer Stadtmusikanten

Ein alter Esel merkt, dass sein Herr darüber nachdenkt, ihn aufzugeben, weil er für seine Aufgaben zu schwach wird. Er beschließt, wegzulaufen und nach Bremen zu gehen, um dort Stadtmusiker zu werden. Auf dem Weg nach Bremen sieht er einen alten Jagdhund am Straßenrand keuchen. Der Hund sagt, er sei für die Jagd nicht mehr zu gebrauchen, also ist er weggelaufen, bevor sein Herr ihn einschläfern konnte. Der Esel lädt den Hund ein, sich ihm anzuschließen, damit sie in Bremen gemeinsam Musik machen können.

Auf dem Weg nach Bremen treffen der Esel und der Hund auf eine traurig aussehende Katze. Der Kater sagt, er ist zu alt, um Mäuse zu fangen, so dass sein Frauchen daran denkt, ihn zu ertränken. Der Esel und der Hund laden die Katze ein, der Bande beizutreten. Als sie in Richtung Bremen weitergehen, kommen sie an einem Scheunenhof vorbei, wo ein Hahn so laut kräht, wie er nur kann. Der Hahn sagt, seine Herrin erwarte Besuch, und sie plane, ihn in einer Suppe zu kochen. Der Esel, der Hund und die Katze laden den Hahn ein, mitzukommen, damit sie alle zusammen Musik machen können.

Am Abend gehen die Tiere in den Wald, um sich auszuruhen. Der Esel und der Hund lassen sich unter einem Baum nieder, während die Katze in die Äste klettert. Der Hahn sieht in der Ferne ein hell erleuchtetes Haus. Sie beschließen, dorthin zu gehen und zu sehen, ob sie dort die Nacht verbringen können. Als der Esel in das Haus schaut, sieht er Räuber am Tisch sitzen, die ein schönes Mahl einnehmen. Die Tiere denken sich einen Plan aus, um die Räuber hinauszujagen. Der Esel steht auf seinen Hinterbeinen und stellt seine Vorderfüße auf die Fensterbank. Der Hund springt auf seinen Rücken, die Katze steigt auf den Hund, und der Hahn setzt sich auf den Kopf der Katze. Dann machen sie alle zusammen laute Musik und krachen durch das Fenster. Die Räuber fliehen entsetzt in den Wald.

Die Bremer Stadtmusikanten

Die vier Tiere setzen sich hin und genießen eine große Mahlzeit. Danach löschen sie das Licht, und der Esel geht nach draußen, um zu schlafen. Der Hund legt sich hinter die Tür, die Katze vor den Kamin, und der Hahn hockt auf einem Balken. Als das Haus dunkel und ruhig aussieht, befiehlt der Räuberkapitän einem der Männer, zurückzugehen. Der Mann geht in das dunkle Haus und verwechselt die glühenden Augen der Katze mit glühenden Kohlen und hält ihnen ein Streichholz entgegen. Die Katze springt spuckend und kratzend auf sein Gesicht. Als der Mann zur Hintertür läuft, beißt ihn der Hund ins Bein. Draußen auf dem Hof gibt ihm der Esel einen kräftigen Tritt. Der Hahn, von der Aufregung aufgeweckt, kräht „Kikeriki!“

Der Räuber läuft zurück zu seinem Kapitän und berichtet, was passiert ist. Er sagt, er sei von einer Hexe mit langen Krallen angefaucht und gekratzt, von einem alten Mann hinter der Tür mit einem Messer ins Bein gestochen und von einem riesigen Monster mit einer großen Keule geschlagen worden, als ein Richter rief: „Bringt mir den Schelm her!“ Die Räuber wagen es nicht, in das Haus zurückzukehren, und die Bremer Stadtmusikanten leben dort glücklich bis an ihr Lebensende.

Kurze Zusammenfassung des Märchen

Im Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten“ der Gebrüder Grimm geht es um vier Tiere – einen Esel, einen Hund, eine Katze und einen Hahn – die aufgrund ihres Alters und abnehmender Leistungsfähigkeit von ihren Besitzern verstoßen werden. Die Tiere beschließen, sich zusammenzutun und nach Bremen zu gehen, um dort Stadtmusikanten zu werden. („Etwas Besseres als den Tod können wir überall finden“).

Bremer StadtmusikantenBild: Paul Hey (1867 – 1952)

Auf ihrem Weg nach Bremen finden die Tiere ein Haus, in dem Räuber wohnen. Die Tiere schmieden einen Plan, um die Räuber zu vertreiben: Der Esel stellt sich auf seine Hinterbeine, der Hund springt auf den Rücken des Esels, die Katze klettert auf den Hund und schließlich setzt sich der Hahn auf die Katze. Gemeinsam erzeugen sie ein lautes, schauriges Geräusch, indem sie gleichzeitig schreien, bellen, miauen und krähen. Die Räuber erschrecken und fliehen aus dem Haus.

Die vier Tiere nehmen das Haus der Räuber als ihr neues Zuhause in Besitz und teilen die Beute der Räuber unter sich auf. Als einer der Räuber zurückkehrt, um nachzusehen, ob das Haus wieder sicher ist, wird er von den Tieren erneut verjagt. Die Räuber wagen es nicht, zurückzukehren, und die Tiere leben fortan glücklich und zufrieden in ihrem neuen Zuhause. Sie erreichen Bremen nie, aber sie haben alles, was sie zum glücklichen Leben brauchen.

Adaptionen zum Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten“

„Die Bremer Stadtmusikanten“ ist ein populäres Märchen der Gebrüder Grimm, das in ihrer Sammlung „Kinder- und Hausmärchen“ unter der Nummer KHM 27 zu finden ist. Es handelt von vier Tieren – einem Esel, einem Hund, einer Katze und einem Hahn –, die wegen ihres Alters und nachlassender Leistungsfähigkeit von ihren Besitzern verstoßen werden. Die Tiere beschließen, nach Bremen zu gehen, um dort Stadtmusikanten zu werden. Das Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten“ der Gebrüder Grimm hat im Laufe der Jahre zahlreiche Adaptionen erfahren. Hier sind einige Beispiele:

Die Bremer Stadtmusikanten

Filme: „Die Bremer Stadtmusikanten“ (1959): Ein DEFA-Animationsfilm, der das Märchen aus der DDR verfilmte. „Die Bremer Stadtmusikanten“ (1969): Ein westdeutscher Zeichentrickfilm von Curt Linda. „Die Bremer Stadtmusikanten“ (1997): Eine deutsche Zeichentrickfilmserie von Gunter Braun und Michael F. Huse. „The Four Musicians of Bremen“, ein animierter Kurzfilm von Walt Disney, der 1922 in die Kinos kam, er wurde von der Geschichte „Die Bremer Stadtmusikanten“ inspiriert. Ein westdeutscher Zeichentrickfilm „Die Bremer Stadtmusikanten“ kam im September 1959 in die Kinos. Die englisch vertonte Version des Films wurde in den Vereinigten Staaten im November 1965 veröffentlicht. The Muppet Musicians of Bremen (1972), ein Fernsehfilm mit Jim Hensons Muppets, basiert auf „Die Bremer Stadtmusikanten“. Der spanische Spielfilm „Los 4 músicos de Bremen“ von 1989 ist eine Adaption des Grimm-Märchens. Der Film inspirierte die spanische Trickfilmserie „Los Trotamúsicos“. 1997 wurde von Munich Animation in Deutschland ein Animationsfilm mit dem Titel „The Fearless Four“ produziert, der lose auf der Geschichte basiert. Warner Bros. vertrieb die englisch vertonte Version in den Vereinigten Staaten. Der sowjetische Animationsfilm „Die Bremer Stadtmusikanten“ (1969) von Regisseurin Inessa Kovalevskaya ist eine Adaption des Grimm’schen Märchens „Die Bremer Stadtmusikanten“. Der Film hat einen modernen Twist und integriert Rock-’n‘-Roll-Musik, was ihn bei sowjetischen Zuschauern sehr beliebt machte. Die Fortsetzung „Auf den Spuren der Bremer Stadtmusikanten“ (1973) und die zweite Fortsetzung „Die Neuen Bremer Stadtmusikanten“ (2000) erzählen die weiteren Abenteuer der tierischen Protagonisten und setzen die Erfolgsgeschichte des ersten Films fort. „Shrek“ (2001): Im ersten Teil der Shrek-Filmreihe tauchen die Bremer Stadtmusikanten in einer kurzen Szene auf, in der sie als Teil des Märchenwaldes dargestellt werden.

Fernsehen: Eine Version der Geschichte wird von dem Schauspieler und Komiker Rik Mayall in der ersten Folge der zweiten Staffel der britischen Kinderfernsehserie Grimmsche Geschichten erzählt. Die Episode wurde erstmals am 13. Januar 1991 im britischen ITV-Netzwerk ausgestrahlt. In Staffel 3 der HBO Family-Fernsehserie „Happily Ever After“ gab es eine Episode, die auf der Geschichte „Die Bremer Stadtmusikanten“ basierte. Die Episode wurde erstmals am 12. August 1999 ausgestrahlt.

Theater und Musical: „Die Bremer Stadtmusikanten“ (1990): Ein Musical von Peter Scholz und Michael Frowin, das in vielen deutschen Theatern aufgeführt wurde. „Die Bremer Stadtmusikanten“ wurde auch als Opern und Musicals für Kinder adaptiert.

Literatur: „Die Bremer Stadtmusikanten“ (1996): Eine illustrierte Buchausgabe des Märchens von den Gebrüdern Grimm, mit Illustrationen von Lisbeth Zwerger.

Hörspiele und Hörbücher: „Die Bremer Stadtmusikanten“ (2005): Ein Hörspiel von Brüder Grimm, gelesen von Jürgen Fritsche. „Die Bremer Stadtmusikanten“ (2013): Ein Hörbuch von den Gebrüdern Grimm, gelesen von Stefan Kaminski.

Dies ist nur eine Auswahl an Adaptionen des Märchens „Die Bremer Stadtmusikanten“. Die Geschichte bleibt weiterhin ein wichtiger Teil der Kultur und wird in verschiedenen Medien immer wieder neu interpretiert und präsentiert.

Informationen für wissenschaftliche Analysen


Kennzahl
Wert
NummerKHM 27
Aarne-Thompson-Uther-IndexATU Typ 130
ÜbersetzungenDE, EN, EL, DA, ES, FR, PT, FI, HU, IT, JA, NL, KO, PL, RO, RU, TR, VI, ZH
Lesbarkeitsindex nach Amstad76
Lesbarkeitsindex nach Björnsson33.7
Flesch-Reading-Ease Index65
Flesch–Kincaid Grade-Level9.1
Gunning Fog Index9.8
Coleman–Liau Index10.9
SMOG Index10.1
Automated Readability Index9.8
Zeichen-Anzahl6.761
Anzahl der Buchstaben5.271
Anzahl der Sätze59
Wortanzahl1.164
Durchschnittliche Wörter pro Satz19,73
Wörter mit mehr als 6 Buchstaben163
Prozentualer Anteil von langen Wörtern14%
Silben gesamt1.676
Durchschnittliche Silben pro Wort1,44
Wörter mit drei Silben85
Prozentualer Anteil von Wörtern mit drei Silben7.3%
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