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Im Entenhof
Grimm Märchen

Im Entenhof - Märchen von Hans Christian Andersen

Vorlesezeit für Kinder: 16 min

Es kam eine Ente aus Portugal, einige sagten, aus Spanien, doch das bleibt sich gleich; genug, sie wurde die Portugiesin genannt, legte Eier, wurde geschlachtet und angerichtet – das war ihr Lebenslauf. Alle Enten, die aus ihren Eiern auskrochen, wurden später auch Portugiesin genannt, und das wollte schon etwas heißen. Jetzt war von der ganzen Familie nur noch eine im Entenhof, einem Hof, zu dem auch die Hühner Zutritt haben und in dem der Hahn mit viel Hochmut auftrat.

„Er ärgert mich durch sein lautes Krähen“, sagte die Portugiesin. „Aber bübisch ist er, das ist nicht zu leugnen, wenn er auch kein Enterich ist. Er sollte sich mäßigen, aber das ist eine Kunst, die von höherer Bildung zeugt, die haben bloß die kleinen Singvögel, drüben im Nachbargarten, in den Linden. Wie lieblich sie singen! Es liegt so etwas Rührendes in ihrem Gesang, ich nenne es Portugal! Hätte ich nur solch einen kleinen Singvogel, ich würde ihm eine Muter sein, lieb und gut, das liegt mir im Blut, in meinem portugiesischen Blut!“

Und während sie noch so sprach, kam ein kleiner Singvogel kopfüber vom Dach herab in den Hof. Der Kater war hinter ihm her, aber der Vogel kam dessen ungeachtet mit einem gebrochenen Flügel davon, deshalb fiel er in den Entehof. „Das sieht dem Kater ähnlich, er ist ein Bösewicht!“ sagte die Portugiesin; „ich kenne ihn noch von der Zeit her, wo ich Kinder hatte. Daß so ein Wesen leben und auf den Dächern umhergehen darf! Ich glaube nicht, dass dies in Portugal der Fall ist!“ Und sie bemitleidete den kleinen Singvogel, und die anderen Enten, die nicht portugiesischer Abkunft waren, bemitleideten ihn auch.

„Das kleine Tierchen!“ sagten sie, während eine nach der anderen herankam. „Wir können zwar nicht singen“, sprachen sie, „aber wir haben den Resonanzboden, oder so etwas, innerlich, das fühlen wir, wenn wir auch nicht davon sprechen!“ – „Ich aber werde davon sprechen!“ sagte die Portugiesin, „und ich will etwas für die Kleine tun, das ist Pflicht!“ und sie trat in den Wassertrog und schlug mit den Flügeln so in das Wasser, dass der kleine Singvogel in dem Bad, das er bekam, fast ertrank; aber es war gut gemeint. „Das ist eine gute Tat“, sprach sie; „Die anderen sollten sich ein Beispiel daran nehmen!“

„Piep!“ sagte der kleine Vogel, dem einer seiner Flügel gebrochen war und dem es schwer wurde, sich zu schütteln; aber er begriff sehr gut das wohlgemeinte Bad. „Sie sind herzensgut, Madame!“ sagte er, aber es verlange ihm nicht nach einem zweiten Bade. „Ich habe nie über mein Herz nachgedacht; fuhr die Portugiesin fort, „aber das eine weiß ich, dass ich alle meine Mitgeschöpfe liebe. Nur nicht den Kater, das kann aber auch niemand von mir verlangen. Er hat zwei der meinigen gefressen. Doch tun Sie so, als seien Sie zu Hause, das kann man schon.

Ich selber bin auch aus einer fremden Gegend, wie Sie schon aus meiner Haltung und meinem Federkleid ersehen werden; mein Enterich dagegen ist ein Eingeborener, er ist nicht von meinem Geblüt, aber ich bin nicht hochmütig! Versteht Sie jemand hier im Hof, so darf ich wohl sagen, dass ich es bin!“ – „Sie hat Portulak im Magen!“ sagte ein kleines, gewöhnliches Entlein, das witzig war, und alle die anderen gewöhnlichen Enten fanden das Wort Portulak ganz ausgezeichnet: es klang wie Portugal, und sie stießen sich an und sagen „Rapp“ Es war zu witzig! Und alle anderen Enten gaben sich dann mit dem kleinen Singvogel ab.

„Die Portugiesin hat zwar die Sprache mehr in ihrer Gewalt“, äußerten sie. „Was uns aber anbelangt, wir brüsten uns nicht so mit großen Worten im Schnabel; unsere Teilnahme jedoch ist ebenso groß. Tun wir nichts für Sie, so gehen wir still mit umher. Und das finden wir am schönsten!“ – „Sie haben eine liebliche Stimme!“ sagte eine der ältesten. „Es muss ein schönes Bewußtsein sein, so vielen Freude zu bereiten, wie Sie dieses zu tun vermögen. Ich verstehe mich freilich auf Ihren Gesang nicht, deshalb halte ich auch den Schnabel, und dies ist immer besser, als ihnen etwas Dummes zu sagen, wie dies gar viele andere tun!“

„Quäle ihn nicht so“, sagte die Portugiesin, „er bedarf der Ruhe und Pflege. Wünschen Sie, mein kleiner Singvogel, dass ich Ihnen wieder ein Bad bereite?“ – „Ach nein, lassen sie mich trocken bleiben!“ bat er. „Die Wasserkur ist die einzige, die mir hilft, wenn mir etwas fehlt“, antwortete die Portugiesin. „Zerstreuung ist auch etwas Gutes! Jetzt werden bald die Nachbarhühner ankommen und Visite machen, unter ihnen befinden sich auch zwei Chinesinnen. Diese haben Höschen an, besitzen viel Bildung und sind importiert. Deshalb stehen sie höher in meiner Achtung als die anderen.“ Und die Hühner kamen, und der Hahn kam. Er war heute so höflich, dass er nicht grob war.

„Sie sind ein wirklicher Singvogel“, sprach er, „und Sie machen aus Ihrer kleinen Stimme alles, was aus so einer kleinen Stimme zu machen ist. Aber etwas mehr Lokomotive muss man haben, damit jeder hört,dass man männlichen Geschlechts ist.“ Die zwei Chinesinnen standen ganz entzückt da beim Anblick des Singvogels. Er sah recht struppig aus von dem Bad, das er bekommen hatte, so dass es ihnen schien, er sehe fast wie ein chinesisches Küchlein aus. „Er ist reizend!“ sagten sie, ließen sich mit ihm in ein Gespräch ein und sprachen nur flüsternd und mit Pa-Lauten, d. h. in vornehmem Chinesisch, mit ihn.

„Wir sind von Ihrer Art“, führen sie fort. „Die Enten, selbst die Portugiesin, sind Schwimmvögel, wie Sie wohl bemerkt haben werden. Uns kennen Sie noch nicht. Nur wenige kennen uns oder geben sich die Mühe, uns kennenzulernen; selbst von den Hühnern niemand, obwohl wir dazu geboren sind, auf einer höheren Sprosse zu sitzen als die meisten anderen. Das kümmert uns aber nicht. Wir gehen ruhig unseres Weges inmitten der anderen, deren Grundsätze nicht die unseren sind, denn wir beachten nur die guten Sitten und sprechen nur von dem Guten, obwohl es schwierig ist, da etwas zu finden, wo nichts ist.

Außer uns beiden und dem Hahn gibt es im ganzen Hühnerhof niemanden, der talentvoll und zugleich honett ist! Das kann nicht einmal von den Bewohnern des Entenhofs gesagt werden. – Wir warnen Sie, kleiner Singvogel! Trauen Sie nicht der da mit den kurzen Schwanzfedern. Sie ist hinterlistig. Die Bunte da, mit der schiefen Zeichnung auf den Flügeln, ist streitsüchtig und lässt keinem das letzte Wort, und obendrein hat sie noch immer unrecht. Die fette Ente dort spricht Böses über alle. Dies ist unserer Natur zuwider; kann man nicht Gutes sprechen, so muss man den Schnabel halten. Die Portugiesin ist die einzige, die ein wenig Bildung hat und mit der man Umgang pflegen kann; aber sie ist leidenschaftlich und spricht zu viel von Portugal!“

„Was die beiden Chinesinnen nur immer zu flüstern haben!“ flüsterte sich ein Entenpaar zu, „mich langweilen sie, wir haben nie mit ihnen gesprochen“. Jetzt kam der Enterich herbei. Er glaubte, der Singvogel sei ein Spatz. „Ja ich kenne den Unterschied nicht“, sagte er, „und das ist auch einerlei! Er gehört zu den Spielwerken, und hat man sie, so hat man sie!“ – „Legen Sie nur kein Gewicht auf das, was er sagt“, flüsterte die Portugiesin, „er ist in Geschäftssachen sehr respektabel, und Geschäfte gehen ihm über alles. Aber jetzt lege ich mich zur Ruhe! Das ist man sich selber schuldig, damit man hübsch fett wird, wenn man mit Äpfeln und Pflaumen balsamiert werden soll.“

Und sie legte sich nun in die Sonne und blinzelte mit einem Auge. Sie lag sehr gut, war auch sehr gut und schließ außerdem sehr gut. Der kleine Singvogel machte sich an seinem gebrochenen Flügel zu schaffen, endlich legte er sich auch hin und drückte sich eng an seine Beschützerin. Die Sonne schien warm und herrlich, er hatte einen recht guten Ort gefunden. Die Nachbarhühner dagegen waren wach, sie liefen umher und kratzten den Boden auf; im Grunde genommen hatten sie den Besuch einzig und allein nur gemacht, um Nahrung zu sich zu nehmen. Die Chinesinnen waren die ersten, die den Entenhof verließen, die anderen Hühner folgten ihnen bald darauf.

Das witzige Entlein sagte von der Portugiesin, die Alte werde nun bald „entenkindisch“. Die anderen Enten lachten darüber, dass es nur so schnatterte. „Entenkindisch!“ flüsterten sie, „das ist zu witzig!“ Und sie wiederholten nun auch den ersten Witz: „Portulak!“ Das war zu amüsant, meinten sie, dann legten sie sich nieder. Als sie eine Weile gelegen hatte, wurde plötzlich etwas zum Schnabulieren in den Entenhof geworfen. Es kam mit einem solchen Klatsch herab, dass die ganze Besatzung aus dem Schlaf auffuhr und mit den Flügeln schlug; auch die Portugiesin erwachte, wälzte sich auf die andere Seite und quetschte dabei den kleinen Singvogel sehr unsanft.

„Piep“, sagte er. „Sie traten sehr hart auf, Madame!“ – „Ja, warum liegen Sie mir auch im Weg!“ rief sie. „Sie dürfen nicht so empfindlich sein! Ich habe auch Nerven, aber ich habe noch niemals Piep gesagt!“ „Seien Sie nicht böse!“ sagte der kleine Vogel, “ das Piep fuhr mir unwillkürlich aus dem Schnabel.“ Die Portugiesin hörte nicht darauf, sondern führ schnell in das Fressen und hielt eine gute Mahlzeit. Als diese zu Ende war und sie sich wieder hinlegte, nahte sich ihr der kleine Singvogel und wollte liebenswürdig sein:

Tilleleleit!
Von Herzen dein
will ich singen fein,
fliegen so weit, weit, weit!

„Jetzt will ich nach dem Essen ruhen!“ sprach die Portugiesin. „Sie müssen hier auf die Sitten des Hauses achten. Jetzt will ich schlafen!“ Der kleine Singvogel war ganz verdutzt, denn er hatte es gut gemeint. Als die Madame später erwachte, stand er vor ihr mit einem Körnchen, das er gefunden hatte. Er legte es ihr zu Fußen. Da sie aber nicht gut geschlafen hatte, war sie natürlich sehr schlechter Laune. „Geben Sie das einem Küken!“ sagte sie; „Stehen Sie mir überhaupt hier nicht immer im Weg!“

„Warum zürnen Sie mir?“ antwortete das Vöglein. „Was habe ich gemacht?“ – „Gemacht?“ fragte die Portugiesin, „dieser Ausdruck ist nicht gerade fein, darauf möchte ich Ihre Aufmerksamkeit lenken!“ – „Gerstern war hier Sonnenschein“, sagte der kleine Vogel, „heute ist hier trübe und dicke Luft.“ – „Sie wissen wohl wenig Bescheid mit der Zeitrechnung“, entgegnete die Portugiesin, „der Tag ist noch nicht zu Ende; stehen Sie nicht so dumm da!“

„Aber Sie sehen mich gerade so an wie die bösen Augen, als ich hier in den Hof herabfiel.“ – „Unverschämter!“ sagte die Portugiesin; „vergleichen Sie mich mit dem Kater, dem Raubtier? Kein falscher Blutstropfen ist in mir. Ich habe mich Ihrer angenommen und werde Ihnen gute Manieren beibringen!“ Und sofort biß sie dem Singvogel den Kopf ab; tot lag er da. „Was ist nun das wieder?“ sagte sie, „das konnte er nicht vertragen! Ja, dann war er freilich auch nicht für diese Welt geschaffen. Ich bin ihm eine Mutter gewesen, das weiß ich, denn ein Herz habe ich.“

Da steckte des Nachbars Hahn seinen Kopf in den Hof hinein und krähte mit Lokomotivkraft. „Sie bringen mich um mit Ihrem Krähen‘!“ rief sie. „Sie haben Schuld an allem. Er hat den Kopf verloren, und ich bin nahe daran, ihn auch zu verlieren.“ – „Da wo er hinfiel, liegt nicht viel'“, sagte der Hahn. „Sprechen Sie mit Achtung von ihm!“ erwiderte die Portugiesin, „er hatte Ton, Gesang und hohe Bildung: Liebevoll war er und weich, und das schickt sich sowohl für die Tiere wie für die sogenannten Menschen.“

Und alle Enten drängten sich um den kleinen toten Singvogel. Die Enten haben starke Passionen, mögen sie nun Neid oder Mitleid fühlen, und da hier nun nichts zu beneiden war, so kam das Mitleid zum Vorschein, selbst bei den beiden Chinesinnen. „Einen solchen Singvogel werden wir nimmer wieder bekommen.

Er war fast ein Chinese“, flüsterte sie, und dabei weinten sie, dass es gluckste, und alle Hühner glucksten, aber die Enten gingen mit roten Augen umher. „Herz haben wir!“ sagten sie, „das kann uns niemand absprechen.“ – „Herz!“ wiederholte die Portugiesin, „ja, das haben wir beinahe ebenso viel wie in Portugal!“ – „Denken wir jetzt daran, etwas in den Magen zu bekommen!“ sagte der Enterich, „das ist das Wichtigste! Wenn auch eins von den Spielwerken entzwei geht, wir haben genug dergleichen!“

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Hintergründe zum Märchen „Im Entenhof“

„Im Entenhof“ (Originaltitel: „I Andegården“) ist eines der weniger bekannten Märchen von Hans Christian Andersen, dem berühmten dänischen Schriftsteller und Dichter, der für seine Sammlung von Märchen und Geschichten bekannt ist. Andersen veröffentlichte das Märchen erstmals 1859 in einer Sammlung von drei Geschichten. Es ist nicht so bekannt wie seine berühmteren Werke, enthält aber dennoch viele Elemente, die in Andersens Märchen üblich sind.

Themen: Wie in vielen von Andersens Märchen werden auch in „Im Entenhof“ wichtige Themen behandelt, darunter Vorurteile, Individualität und die Suche nach der eigenen Identität.

Einflüsse: Hans Christian Andersen hat sich von seiner eigenen Kindheit und seinen Erfahrungen inspirieren lassen, um seine Märchen zu schreiben. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und erlebte Ausgrenzung und Mobbing. Dies spiegelt sich in seinen Geschichten wider, in denen die Hauptfiguren oft Außenseiter sind, die letztendlich ihren Wert beweisen und die Anerkennung finden, die sie verdienen. Andersen verwendete oft Elemente aus seinem eigenen Leben in seinen Geschichten. Die Thematik von Identität, Zugehörigkeit und Akzeptanz in „Im Entenhof“ könnte seine eigenen Erfahrungen widerspiegeln, als er darum kämpfte, seinen Platz in der Gesellschaft zu finden und als Künstler anerkannt zu werden.

Stil: „Im Entenhof“ ist in Andersens typischem, einfachen und dennoch ausdrucksstarken Stil geschrieben. Die Geschichte ist leicht verständlich und enthält viele bildhafte Beschreibungen, die sowohl für Kinder als auch für Erwachsene ansprechend sind. Andersen hat ein Talent dafür, alltägliche Situationen und Tiere mit menschenähnlichen Eigenschaften und Gefühlen zu versehen, was seinen Geschichten eine universelle Qualität verleiht. Andersen wurde von Volkserzählungen und Mythen beeinflusst, die er auf seinen Reisen durch Dänemark und Europa sammelte. Es ist möglich, dass „Im Entenhof“ auf einer solchen Erzählung basiert oder von einer inspiriert wurde.

Naturverbundenheit: Andersen war ein Naturliebhaber und verbrachte viel Zeit in der Natur. In vielen seiner Geschichten spielen Tiere eine wichtige Rolle, und er beschreibt ihre Verhaltensweisen und Umgebungen detailliert. „Im Entenhof“ ist ein Beispiel dafür, wie er die Tierwelt nutzt, um menschliche Verhaltensweisen und gesellschaftliche Themen zu reflektieren.

Gesellschaftskritik: Wie viele seiner anderen Märchen, könnte auch „Im Entenhof“ als Kritik an der Gesellschaft und den sozialen Hierarchien seiner Zeit interpretiert werden. Andersen wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und erlangte später Ruhm und Anerkennung durch sein schriftstellerisches Talent. Er war oft Zeuge von Vorurteilen und Standesdünkel in der Gesellschaft, was sich in einigen seiner Geschichten widerspiegelt.

Zusammenfassend ist „Im Entenhof“ ein interessantes und lehrreiches Märchen von Hans Christian Andersen, das Themen wie Vorurteile, Individualität und Akzeptanz behandelt. Obwohl es nicht so bekannt ist wie einige seiner anderen Werke, ist es dennoch ein wertvoller Teil der Sammlung von Märchen, die Andersen der Welt hinterlassen hat.

Interpretationen zum Märchen „Im Entenhof“

„Im Entenhof“ von Hans Christian Andersen ist ein Märchen, das sich auf verschiedene Weise interpretieren lässt. Hier sind einige mögliche Interpretationen und Bedeutungen, die aus der Geschichte gezogen werden können:

Toleranz und Akzeptanz: Die Geschichte zeigt die Bedeutung von Toleranz und Akzeptanz gegenüber anderen, unabhängig von ihren Unterschieden. Der kleine Singvogel ist anders als die Enten, doch die Portugiesin zeigt ihm Liebe und Fürsorge. Allerdings führt ihre Unfähigkeit, seine Unterschiede vollständig zu akzeptieren, letztendlich zu seinem Tod.

Kommunikation und Missverständnisse: Im Märchen gibt es viele Beispiele für Kommunikationsschwierigkeiten und Missverständnisse zwischen den Charakteren. Die Enten und der Singvogel sprechen unterschiedliche „Sprachen“, und die Portugiesin versteht die Bedürfnisse des Singvogels nicht. Diese Missverständnisse können als Metapher für die Schwierigkeiten gelten, die Menschen manchmal haben, wenn sie mit anderen kommunizieren, die aus unterschiedlichen Hintergründen oder Kulturen stammen.

Hierarchie und sozialer Status: Die Geschichte zeigt auch die Rolle von Hierarchie und sozialem Status in einer Gemeinschaft. Die Portugiesin ist stolz auf ihre Herkunft und glaubt, dass sie eine höhere Bildung und Kultur hat als die anderen Enten. Die Chinesinnen halten sich ebenfalls für überlegen. Diese Haltung führt zu Spaltungen und Vorurteilen innerhalb der Gemeinschaft.

Identität und Zugehörigkeit: Der kleine Singvogel sucht nach einem Ort, an dem er sich zugehörig fühlt und akzeptiert wird. Die Portugiesin gibt ihm zunächst das Gefühl der Zugehörigkeit, doch letztendlich führt ihre Unfähigkeit, seine Unterschiede zu akzeptieren, zu seinem tragischen Ende. Diese Thematik kann als Anregung dienen, über die Bedeutung von Identität und Zugehörigkeit in der heutigen Gesellschaft nachzudenken.

Insgesamt bietet „Im Entenhof“ von Hans Christian Andersen mehrere Interpretationsmöglichkeiten, die den Leser dazu anregen, über wichtige Themen wie Vorurteile, Individualität, Resilienz und Identität nachzudenken. Wie bei vielen von Andersens Märchen handelt es sich um eine zeitlose Geschichte, die sowohl Kinder als auch Erwachsene anspricht und zum Nachdenken anregt.

Adaptionen zum Märchen „Im Entenhof“

Obwohl „Im Entenhof“ nicht so bekannt ist wie einige der anderen Märchen von Hans Christian Andersen, gibt es dennoch einige Adaptionen und kreative Interpretationen, die auf dieser Geschichte basieren. Hier sind einige Beispiele:

Theateraufführungen und Musicals: Es gibt verschiedene Bühnenadaptionen von „Im Entenhof“, die in lokalen Theatern und Schulen aufgeführt wurden. Diese Adaptionen erweitern oft die Geschichte, fügen zusätzliche Charaktere und Handlungsstränge hinzu und verwenden Musik, um das Publikum zu unterhalten und die Botschaft des Märchens zu vermitteln.

Kinderbücher und illustrierte Versionen: „Im Entenhof“ wurde in verschiedenen Kinderbuchsammlungen und illustrierten Märchenbüchern aufgenommen. Diese Versionen betonen oft die lebendigen Beschreibungen und die bildhafte Sprache, die Andersen in seiner Geschichte verwendet, und verwenden farbenfrohe Illustrationen, um die Handlung und die Charaktere zum Leben zu erwecken.

Animationsfilme und Kurzfilme: Obwohl es keine großen Film- oder Fernsehadaptionen von „Im Entenhof“ gibt, sind einige unabhängige Filmemacher und Animatoren von der Geschichte inspiriert worden und haben Kurzfilme oder Animationen geschaffen, die auf dem Märchen basieren. Diese Adaptionen bieten eine visuelle Interpretation der Handlung und der Charaktere und verwenden oft moderne Techniken, um die Geschichte für ein zeitgenössisches Publikum neu zu erzählen.

Pädagogische Materialien und Lehrpläne: Aufgrund der wichtigen Themen und Botschaften, die in „Im Entenhof“ behandelt werden, ist das Märchen in vielen pädagogischen Materialien und Lehrplänen enthalten. Lehrer verwenden die Geschichte, um Themen wie Vorurteile, Akzeptanz, Individualität und Identität zu diskutieren und Schüler dazu anzuregen, über diese Themen nachzudenken und sie in Bezug auf ihre eigenen Erfahrungen zu analysieren.

Während „Im Entenhof“ vielleicht nicht die gleiche Popularität genießt wie einige der bekannteren Märchen von Hans Christian Andersen, hat es dennoch eine Reihe von Adaptionen und kreativen Interpretationen inspiriert. Diese Beispiele zeigen, dass die Geschichte weiterhin relevant ist und sowohl Kinder als auch Erwachsene anspricht, indem sie wichtige Themen und Botschaften aufgreift und zum Nachdenken anregt.

Zusammenfassung der Handlung

In dem Märchen „Im Entenhof“ von Hans Christian Andersen geht es um eine Ente namens Portugiesin, die sich als letzte ihrer Familie im Entenhof befindet. Hier leben auch Hühner und ein hochmütiger Hahn. Die Portugiesin beneidet die Singvögel im Nachbargarten um ihre liebliche Stimme. Eines Tages fällt ein kleiner Singvogel mit einem gebrochenen Flügel in den Entenhof. Die Portugiesin und die anderen Enten kümmern sich um ihn.

Die Portugiesin versucht dem kleinen Vogel zu helfen, indem sie ihm ein Bad bereitet, aber das endet fast in einer Katastrophe. Trotzdem fühlt sie sich gut und verlangt, dass die anderen Enten ihr Beispiel befolgen. Der kleine Vogel bemerkt, dass die anderen Enten und Hühner im Hof nicht so gebildet sind wie die Portugiesin, aber sie versuchen trotzdem nett zu sein. Zwei chinesische Hühner versichern dem kleinen Singvogel, dass die Portugiesin die einzige ist, die Bildung hat und mit der man Umgang pflegen kann.

Als der kleine Singvogel der Portugiesin seine Dankbarkeit durch Gesang ausdrücken möchte, verlangt sie stattdessen zu schlafen. Später, als sie aufwacht, legt der kleine Vogel ein Körnchen zu ihren Füßen, aber sie ist schlecht gelaunt und zürnt ihm. Der kleine Vogel versteht nicht, was er falsch gemacht hat.

Als die Portugiesin glaubt, der kleine Singvogel habe sie mit dem Kater verglichen, wird sie wütend und beißt ihm den Kopf ab, woraufhin er stirbt. Sie glaubt, ihm eine gute Mutter gewesen zu sein. Der Hahn kommentiert, dass dort, wo der kleine Vogel hingefallen ist, nicht viel liegt. Die Portugiesin besteht darauf, dass man von ihm mit Achtung sprechen solle, da er Ton, Gesang und hohe Bildung besessen habe.


Informationen für wissenschaftliche Analysen

Kennzahl
Wert
ÜbersetzungenDE, EN, DA, ES, IT
Lesbarkeitsindex nach Amstad77.4
Lesbarkeitsindex nach Björnsson32.3
Flesch-Reading-Ease Index63.9
Flesch–Kincaid Grade-Level7.5
Gunning Fog Index7.6
Coleman–Liau Index12
SMOG Index10.1
Automated Readability Index7.3
Zeichen-Anzahl12.180
Anzahl der Buchstaben9.549
Anzahl der Sätze159
Wortanzahl2.004
Durchschnittliche Wörter pro Satz12,60
Wörter mit mehr als 6 Buchstaben394
Prozentualer Anteil von langen Wörtern19.7%
Silben gesamt3.083
Durchschnittliche Silben pro Wort1,54
Wörter mit drei Silben230
Prozentualer Anteil von Wörtern mit drei Silben11.5%
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