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Der Bärenhäuter
Der Bärenhäuter Märchen

Der Bärenhäuter - Märchen der Gebrüder Grimm

Vorlesezeit für Kinder: 15 min

Es war einmal ein junger Kerl, der ließ sich als Soldat anwerben, hielt sich tapfer und war immer der vorderste, wenn es blaue Bohnen regnete. So lange der Krieg dauerte, ging alles gut, aber als Friede geschlossen war, erhielt er seinen Abschied, und der Hauptmann sagte er könnte gehen wohin er wollte. Seine Eltern waren tot, und er hatte keine Heimat mehr, da ging er zu seinen Brüdern und bat sie möchten ihm so lange Unterhalt geben bis der Krieg wieder anfinge. Die Brüder aber waren hartherzig und sagten „was sollen wir mit dir? wir können dich nicht brauchen, sieh zu wie du dich durchschlägst.“

Der Soldat hatte nichts übrig als sein Gewehr, das nahm er auf die Schulter und wollte in die Welt gehen. Er kam auf eine große Heide, auf der nichts zu sehen war als ein Ring von Bäumen: darunter setzte er sich ganz traurig nieder und sann über sein Schicksal nach. „Ich habe kein Geld,“ dachte er, „ich habe nichts gelernt als das Kriegshandwerk, und jetzt weil Friede geschlossen ist, brauchen sie mich nicht mehr; ich sehe voraus ich muss verhungern.“

Auf einmal hörte er ein Brausen, und wie er sich umblickte, stand ein unbekannter Mann vor ihm, der einen grünen Rock trug, recht stattlich aussah, aber einen garstigen Pferdefuß hatte. „Ich weiß schon was dir fehlt,“ sagte der Mann, „Geld und Gut sollst du haben, so viel du mit aller Gewalt durchbringen kannst, aber ich muss zuvor wissen ob du dich nicht fürchtest, damit ich mein Geld nicht umsonst ausgebe.“ – „Ein Soldat und Furcht, wie passt das zusammen?“ antwortete er, „du kannst mich auf die Probe stellen.“ – „Wohlan,“ antwortete der Mann, „schau hinter dich.“

Der Soldat kehrte sich um und sah einen großen Bär, der brummend auf ihn zutrabte. „Oho,“ rief der Soldat, „dich will ich an der Nase kitzeln, dass dir die Lust zum Brummen vergehen soll,“ legte an und schoss den Bär auf die Schnauze, dass er zusammenfiel und sich nicht mehr regte. „Ich sehe wohl,“ sagte der Fremde, „dass dir’s an Mut nicht fehlt, aber es ist noch eine Bedingung dabei, die musst du erfüllen.“ – „Wenn mir’s an meiner Seligkeit nicht schadet,“ antwortete der Soldat, der wohl merkte wen er vor sich hatte, „sonst lasst ich mich auf nichts ein.“ – „Das wirst du selber sehen,“ antwortete der Grünrock, „du darfst in den nächsten sieben Jahren dich nicht waschen, dir Bart und Haare nicht kämmen, die Nägel nicht schneiden und kein Vaterunser beten.

Dann will ich dir einen Rock und Mantel geben, den musst du in dieser Zeit tragen. Stirbst du in diesen sieben Jahren, so bist du mein, bleibst du aber leben, so bist du frei und bist reich dazu für dein Lebtag.“ Der Soldat dachte an die große Not, in der er sich befand, und da er so oft in den Tod gegangen war, wollte er es auch jetzt wagen und willigte ein. Der Teufel zog den grünen Rock aus, reichte ihn dem Soldaten hin und sagte, „wenn du den Rock an deinem Leibe hast und in die Tasche greifst, so wirst du die Hand immer voll Geld haben.“ Dann zog er dem Bären die Haut ab und sagte „das soll dein Mantel sein und auch dein Bett, denn darauf musst du schlafen und darfst in kein anderes Bett kommen. Und dieser Tracht wegen sollst du Bärenhäuter heißen.“ Hierauf verschwand der Teufel.

Der Soldat zog den Rock an, griff gleich in die Tasche und fand dass die Sache ihre Richtigkeit hatte. Dann hing er die Bärenhaut um, ging in die Welt, war guter Dinge und unterließ nichts was ihm wohl und dem Gelde wehe tat. Im ersten Jahr ging es noch leidlich, aber in dem zweiten sah er schon aus wie ein Ungeheuer. Das Haar bedeckte ihm fast das ganze Gesicht, sein Bart glich einem Stück grobem Filztuch, seine Finger hatten Krallen, und sein Gesicht war so mit Schmutz bedeckt, dass wenn man Kresse hinein gesät hätte, sie aufgegangen wäre.

Wer ihn sah, lief fort, weil er aber aller Orten den Armen Geld gab, damit sie für ihn beteten dass er in den sieben Jahren nicht stürbe, und weil er alles gut bezahlte, so erhielt er doch immer noch Herberge. Im vierten Jahr kam er in ein Wirtshaus, da wollte ihn der Wirt nicht aufnehmen und wollte ihm nicht einmal einen Platz im Stall anweisen, weil er fürchtete seine Pferde würden scheu werden. Doch als der Bärenhäuter in die Tasche griff und eine Hand voll Dukaten herausholte, so ließ der Wirt sich erweichen, und gab ihm eine Stube im Hintergebäude; doch musste er versprechen, sich nicht sehen zu lassen, damit sein Haus nicht in bösen Ruf käme.

Als der Bärenhäuter abends allein saß und von Herzen wünschte, dass die sieben Jahre herum wären, so hörte er in einem Nebenzimmer ein lautes Jammern. Er hatte ein mitleidiges Herz, öffnete die Türe und erblickte einen alten Mann, der heftig weinte und die Hände über dem Kopf zusammen schlug. Der Bärenhäuter trat näher, aber der Mann sprang auf und wollte entfliehen. Endlich, als er eine menschliche Stimme vernahm, ließ er sich bewegen, und durch freundliches Zureden brachte es der Bärenhäuter dahin, dass er ihm die Ursache seines Kummers offenbarte. Sein Vermögen war nach und nach geschwunden, er und seine Töchter mussten darben, und er war so arm, dass er den Wirt nicht einmal bezahlen konnte und in’s Gefängnis sollte gesetzt werden. „Wenn ihr weiter keine Sorgen habt,“ sagte der Bärenhäuter, „Geld habe ich genug.“

Er ließ den Wirt herbeikommen, bezahlte ihn und steckte dem Unglücklichen noch einen Beutel voll Gold in die Tasche. Als der alte Mann sich aus seinen Sorgen erlöst sah, wusste er nicht womit er sich dankbar beweisen sollte. „Komm mit mir,“ sprach er zu ihm, „meine Töchter sind Wunder von Schönheit, wähle dir eine davon zur Frau. Wenn sie hört was du für mich getan hast, so wird sie sich nicht weigern. Du siehst freilich ein wenig seltsam aus, aber sie wird dich schon wieder in Ordnung bringen.“ Dem Bärenhäuter gefiel das wohl und er ging mit. Als ihn die älteste erblickte, entsetzte sie sich so gewaltig vor seinem Antlitz, dass sie aufschrie und fort lief. Die zweite blieb zwar stehen und betrachtete ihn, von Kopf bis zu Füßen, dann aber sprach sie „wie kann ich einen Mann nehmen, der keine menschliche Gestalt mehr hat?

Da gefiel mir der rasierte Bär noch besser, der einmal hier zu sehen war und sich für einen Menschen ausgab, der hatte doch einen Husarenpelz an und weiße Handschuhe. Wenn er nur hässlich wäre, so könnte ich mich an ihn gewöhnen.“ Die jüngste aber sprach „lieber Vater, das muss ein guter Mann sein, der euch aus der Not geholfen hat, habt ihr ihm dafür eine Braut versprochen, so muss euer Wort gehalten werden.“ Es war Schade, dass das Gesicht des Bärenhäuters von Schmutz und Haaren bedeckt war, sonst hätte man sehen können wie ihm das Herz im Leibe lachte, als er diese Worte hörte. Er nahm einen Ring von seinem Finger, brach ihn entzwei und gab ihr die eine Hälfte, die andere behielt er für sich. In ihre Hälfte aber schrieb er seinen Namen und in seine Hälfte schrieb er ihren Namen und bat sie ihr Stück gut aufzuheben. Hierauf nahm er Abschied und sprach „ich muss noch drei Jahre wandern. Komm ich aber nicht wieder, so bist du frei, weil ich dann tot bin. Bitte aber Gott dass er mir das Leben erhält.“

Die arme Braut kleidete sich ganz schwarz, und wenn sie an ihren Bräutigam dachte, so kamen ihr die Tränen in die Augen. Von ihren Schwestern ward ihr nichts als Hohn und Spott zu Teil. „Nimm dich in Acht,“ sagte die älteste, „wenn du ihm die Hand reichst, so schlägt er dir mit der Tatze darauf.“ – „Hüte dich,“ sagte die zweite, „die Bären lieben die Süßigkeit, und wenn du ihm gefällst, so frisst er dich auf.“ – „Du musst nur immer seinen Willen tun,“ hub die älteste wieder an, „sonst fängt er an zu brummen.“ Und die zweite fuhr fort „aber die Hochzeit wird lustig sein, Bären die tanzen gut.“ Die Braut schwieg still und ließ sich nicht irre machen. Der Bärenhäuter aber zog in der Welt herum, von einem Ort zum anderen, tat Gutes, wo er konnte und gab den Armen reichlich, damit sie für ihn beteten.

Endlich als der letzte Tag von den sieben Jahren anbrach, ging er wieder hinaus auf die Heide, und setzte sich unter den Ring von Bäumen. Nicht lange, so sauste der Wind, und der Teufel stand vor ihm und blickte ihn verdrießlich an; dann warf er ihm den alten Rock hin und verlangte seinen grünen zurück. „So weit sind wir noch nicht,“ antwortete der Bärenhäuter, „erst sollst du mich reinigen.“ Der Teufel mochte wollen oder nicht, er musste Wasser holen, den Bärenhäuter abwaschen, ihm die Haare kämmen, und die Nägel schneiden. Hierauf sah er wie ein tapferer Kriegsmann aus, und war viel schöner als je vorher.

Als der Teufel glücklich abgezogen war, so war es dem Bärenhäuter ganz leicht ums Herz. Er ging in die Stadt, tat einen prächtigen Sammetrock an, setzte sich in einen Wagen mit vier Schimmeln bespannt und fuhr zu dem Haus seiner Braut. Niemand erkannte ihn, der Vater hielt ihn für einen vornehmen Feldobrist und führte ihn in das Zimmer, wo seine Töchter saßen. Er musste sich zwischen den beiden ältesten niederlassen: sie schenkten ihm Wein ein, legten ihm die besten Bissen vor und meinten sie hätten keinen schöneren Mann auf der Welt gesehen. Die Braut aber saß in schwarzem Kleide ihm gegenüber, schlug die Augen nicht auf und sprach kein Wort. Als er endlich den Vater fragte, ob er ihm eine seiner Töchter zur Frau geben wollte, so sprangen die beiden ältesten auf, liefen in ihre Kammer und wollten prächtige Kleider anziehen, denn eine jede bildete sich ein sie wäre die Auserwählte.

Der Fremde, sobald er mit seiner Braut allein war, holte den halben Ring hervor und warf ihn in einen Becher mit Wein, den er ihr über den Tisch reichte. Sie nahm ihn an, aber als sie getrunken hatte und den halben Ring auf dem Grund liegen fand, so schlug ihr das Herz. Sie holte die andere Hälfte, die sie an einem Band um den Hals trug, hielt sie daran, und es zeigte sich das beide Teile vollkommen zu einander passten. Da sprach er „ich bin dein verlobter Bräutigam, den du als Bärenhäuter gesehen hast, aber durch Gottes Gnade habe ich meine menschliche Gestalt wieder erhalten, und bin wieder rein geworden.“

Er ging auf sie zu, umarmte sie und gab ihr einen Kuss. Indem kamen die beiden Schwestern in vollem Putz herein, und als sie sahen dass der schöne Mann der jüngsten zu Teil geworden war, und hörten dass das der Bärenhäuter war, liefen sie voll Zorn und Wut hinaus; die eine ersäufte sich im Brunnen, die andere erhängte sich an einem Baum. Am Abend klopfte jemand an der Türe, und als der Bräutigam öffnete, so war’s der Teufel im grünen Rock, der sprach „siehst du, nun habe ich zwei Seelen für deine eine.“

Lesen Sie ein Kurz-Märchen (5 min)

Hintergründe zum Märchen „Der Bärenhäuter“

„Der Bärenhäuter“ (Englisch: Bearskin) ist ein Märchen, das von den Gebrüdern Grimm gesammelt wurde (KHM 101). Eine Variante aus Sizilien, „Don Giovanni de la Fortuna“, wurde von Laura Gonzenbach im Sizilianischen Märchen gesammelt und von Andrew Lang in Das rosa Märchenbuch aufgenommen. Italo Calvino nahm eine weitere italienische Version, „Die Bärenhäuter“ aus Bologna, in seine italienischen Volksmärchen auf. Es handelt sich um Aarne-Thompson Typ 361, Bärenfell, in dem ein Mann ein Vermögen und eine schöne Braut gewinnt, indem er einen Pakt mit dem Teufel eingeht.

Die moderne Version der Erzählung wurde ursprünglich als Erzählung der Gebrüder Grimm in der ersten Ausgabe der Kinder- und Hausmärchen Bd. 2 (1815) Nr. 15 unter dem Titel „Der Teufel Grünrock“ veröffentlicht und in der 5. Auflage des Buches wesentlich überarbeitet. Ihre Geschichte basiert auf der von der Familie von Haxthausen gesammelten Fassung und auf der Erzählung „Vom Ursprung des Namens Bärnhäuter“, die 1670 von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen erstmals veröffentlicht wurde.

Die Geschichte hat viel gemeinsam mit der Schöne und das Biest und anderen Geschichten von monströsen Bräutigamen (oder Bräuten), aber im Gegensatz zu den meisten anderen ist die Hauptfigur der verwandelte Bräutigam. Einige andere Märchen, wie z.B. Hans mein Igel, haben eine solche Hauptfigur, unterscheiden sich aber dadurch, dass im Bärenfell die Hochzeit nicht der Auslöser dafür ist, dass er seine menschliche Gestalt wieder annimmt.

Der Held der deutschen Version ist ein Soldat. Die Geschichte entstand zu einer Zeit, als viele deutsche Könige viele weitere Männer in ihre Armeen einberiefen und die Menschen auf dem Land und in der Stadt, die gezwungen waren, Steuern zu zahlen, um solche neuen Armeen zu unterstützen und zu beherbergen. Soldaten verließen oft das Land, sei es durch irgendeine Entlassung oder durch Desertion, und ein solcher Ex-Soldat musste sich oft wie der Held aus Bärenfell in der Welt zurechtfinden.

Handlung und Zusammenfassung des Märchen

Ein Mann war Soldat, aber als der Krieg zu Ende ging, waren seine Eltern tot, und seine Brüder hatten keinen Platz für ihn.

Ein grün gekleideter Mann mit einem Paarhuf erschien ihm und bot ihm an, ihn reich zu machen, wenn er ihm sieben Jahre lang nicht die Haare schneiden, die Nägel schneiden, baden oder beten und einen Mantel und Umhang tragen würde, den er ihm schenken würde. Am Ende, wenn er überlebte, würde er reich und frei sein. Würde er während dieser Zeit sterben, würde ihn der Teufel holen. Der verzweifelte Soldat willigte ein, und der Teufel gab ihm den grünen Mantel, in dem er ihm sagte, dass seine Taschen immer voll von unbegrenztem Geld sein würden, und dann ein Bärenfell, in dem ihm gesagt wurde, dass er darin schlafen müsse und dass er deshalb als Bärenfell bekannt sein würde.

Das Bärenfell machte sich auf den Weg und gab den Armen viel Geld, damit sie für ihn beten würden, um die sieben Jahre zu überleben. Nach einigen Jahren wurde er so abstoßend, dass er für eine Unterkunft teuer bezahlen musste. Im vierten Jahr hörte er einen alten Mann klagen und überredete ihn, seine Geschichte zu erzählen: Er hatte sein ganzes Geld verloren, wusste nicht, wie er für seine Töchter sorgen sollte, und konnte den Gastwirt nicht bezahlen, so dass er ins Gefängnis kam. Bärenfell bezahlte den Gastwirt und gab dem alten Mann auch einen Geldbeutel mit Gold.

Der alte Mann sagte, dass er ihn aus Dankbarkeit mit einer seiner Töchter verheiraten würde. Die Älteste lief schreiend vor dem Anblick weg. Die mittlere sagte, er sei schlimmer als ein Bär, der versucht habe, sich als Mensch auszugeben. Die Jüngste willigte ein, das Versprechen ihres Vaters zu erfüllen. Bärenfell gab ihr einen halben Ring und versprach, in drei Jahren zurückzukehren. Ihre Schwestern machten sich lange über sie lustig.

Am Ende der sieben Jahre fand Bearskin den Teufel wieder und forderte ihn auf, sein Versprechen zu erfüllen. Der Teufel fährt dann fort, Bärenfell zu baden, seine Nägel zu schneiden und seine Haare zu schneiden, bis er so gut wie neu ist. Dann verlangt Bärenfell, dass der Teufel das Gebet des Herrn spricht. Der Teufel warnt Bärenfell davor, sein Glück zu strapazieren, da er bereits ihr Geschäft gewonnen hat und verschwindet. Sauber und mit seinem Geld zog er sich wie ein feiner Herr an und ging zum Haus des alten Mannes, wo ihn die älteren Schwestern bedienten, und seine Braut (in schwarz gekleidet) zeigte keine Reaktion auf ihn. Er sagte dem alten Mann, dass er eine seiner Töchter heiraten würde. Die beiden älteren Schwestern liefen los, um sich prächtig zu kleiden, und Bärenfell ließ seine Ringhälfte in einen Weinbecher fallen und gab sie seiner Braut. Sie trank ihn und erkannte, dass er ihr Bräutigam war.

Sie heirateten. Als sie erkannten, wer er war und was sie aufgegeben hatten, erhängte sich eine Schwester vor Wut und die andere ertränkte sich. In dieser Nacht klopfte der Teufel an die Tür, um Bärenfell mitzuteilen, dass er zwei Seelen zum Preis von einer bekommen hatte.

Varianten und Adaptionen des Märchen

Die Geschichte ähnelt anderen AT-361-Märchen wie dem schweizerischen „Der Teufel als Partner“, dem österreichischen „Torwächter der Hölle“, dem russischen „Never-Wash“, dem sizilianischen „Don Giovanni de la Fortuna“ oder dem philippinischen „Die Belohnung der Güte“.

In „Don Giovanni de la Fortuna“ ist Don Giovanni kein Soldat; er vergeudete das Vermögen, das ihm sein Vater hinterlassen hatte, und traf beim Betteln auf den Teufel. Die Frist beträgt drei Jahre, drei Monate und drei Tage, und in dieser Zeit kauft er ein Haus, und sein Ruhm breitet sich aus; der König bittet ihn, ihm Geld zu leihen, und so kommt es zu dem Versprechen, zu heiraten. Die Schwestern, auch wenn sie sterben, werden nicht ausdrücklich vom Teufel geholt.

Die „Reithose des Teufels“ steht in der Nähe von „Don Giovanni de la Fortuna“, aber während der Held auch sein Geld verschwendet, versucht er, seinen Lebensunterhalt durch Arbeit als Diener zu bestreiten, ein Versuch, der scheitert, weil sich alle Frauen oder Schwestern seiner Herren in ihn verlieben und er jede Arbeitsstelle verlassen muss. Calvino stellt fest, dass die Schwestern in seinen Quellen lediglich neidisch waren, und fügte ihren ausdrücklichen Wunsch hinzu, dass sie wegen ihrer Wut gerne vom Teufel geholt werden würden.

„Hell’s Gatekeeper“ ist eine andere Version des Bärenfells, die kürzer ist als die anderen Versionen. In „Hell’s Gatekeeper“ ist die Hauptfigur kein Soldat, sondern ein Kind, das sein ganzes Leben lang schmutzig war. Dies führt dazu, dass der Junge in die Hölle geschickt wird und sieben Jahre lang als Torwächter der Hölle dient, woraufhin er freigelassen wird. Der Junge gelobt, nach dieser Erfahrung für immer sauber zu bleiben, um zu vermeiden, für immer in die Hölle geschickt zu werden.

Eine weitere Version von Bärenfell ist „Die Belohnung der Güte“, eine Geschichte über ein Paar, das kein Kind bekommen kann, so dass die Frau ihrem Kind verspricht, dem Teufel zu dienen, wenn sie nur ein Kind bekommen könnte. Die Frau bekommt dann ein Kind, und der Teufel nimmt es ihr weg und versucht, es in seinen Dienst zu locken. Das Kind weigert sich, für den Teufel zu arbeiten, und schließlich gibt der Teufel auf und erlaubt dem Kind, seinen Dienst für immer aufzugeben, wenn es einen großen Sack Geld nimmt und damit erst in sieben Jahren Gutes tut. Das Kind tut in den sieben Jahren Gutes und kehrt zum Teufel zurück und wird dann aus dem Dienst des Teufels befreit und lebt ein glückliches Leben.

Tom Davenport produzierte eine amerikanisierte Version der Geschichte für die Serie Von den Brüdern Grimm. Die Geschichte spielt im ländlichen Virginia nach dem Bürgerkrieg, wobei der Protagonist ein verzweifelter Ex-Konföderationssoldat ist. Die einzigen Änderungen, die an der Geschichte vorgenommen wurden, sind, dass der weinende Mann ein Farmer ist, der sein ganzes Geld verloren hat und seine Farm verlieren wird, und dass der Teufel den Zuschauern und nicht Bearskin erzählt, dass er zwei Seelen zum Preis von einer bekommt. Die Erzählung wird oft als die erschreckendste der Serie angesehen.

Eine russische Version der Geschichte wurde von Boris Shergin geschrieben, genannt „Pron’ka der Schmutzige“ (russisch: Пронька Грезной), später zu einem Zeichentrickfilm namens Mister Pron’ka (Mister Пронька) umgearbeitet. Dort wird der Teufel durch einen gelangweilten reichen Amerikaner ersetzt, der mit einem Russen namens Pron’ka eine Wette mit einer Frist von 15 Jahren abschließt. Als Gegenleistung für die üblichen Beschränkungen erhält Pron’ka Waren, um in Russland ein groß angelegtes Geschäft zu starten. Der Amerikaner veröffentlicht in der Zwischenzeit wissenschaftliche Arbeiten und Artikel über das Experiment. Am Ende der Amtszeit ist der Zar selbst hoch verschuldet und schenkt Pron’ka eine seiner Töchter, um sich ein weiteres Darlehen zu sichern. Der Amerikaner wird nach seiner Rückkehr in sein Heimatland dafür kritisiert, dass er all die Zeit und das Geld verschwendet, aber die Kritik endet, sobald die anderen erfahren, dass die beiden anderen Töchter des Zaren, entsetzt über die Aussicht, Pron’ka als Schwager zu haben, mit den Brüdern des Amerikaners durchgebrannt sind; eine Tatsache von großem Nationalstolz.

Eine Version von „Bärenfell“ erscheint in der japanischen Zeichentrickserie „Grimms Meisterwerk Theater“ (in Übersee bekannt als Grimms Märchenklassiker). In dieser Version wird der Soldat Johann genannt. Die Schwestern seiner Freundin sind sichtlich verärgert, als sie herausfinden, was sie verloren haben, aber sie töten sich nicht wirklich selbst und der Teufel (hier ein „kleiner Dämon“) bekommt nichts.

Bärenfell ist eine Figur aus Bill Willinghams Serie Fables.

Der amerikanische Komponist Stephen DeCesare komponierte ein Musical, das auf diesem Märchen basiert: Bärenfell: (das Musical).

Die auf der Erzählung basierenden Opern wurden von Siegfried Wagner (op. 1, 1899) und von Arnold Mendelssohn (op.11, 1900) komponiert.

Informationen für wissenschaftliche Analysen


Statistiken zum Märchen
Wert
NummerKHM 101
Aarne-Thompson-Uther-IndexATU Typ 361
Übersetzungen english
Lesbarkeitsindex nach Amstad72.8
Lesbarkeitsindex nach Björnsson38.4
Flesch-Reading-Ease Index61.6
Flesch–Kincaid Grade-Level10.3
Gunning Fog Index11.1
Coleman–Liau Index11.3
SMOG Index10.7
Automated Readability Index11.6
Zeichen-Anzahl10.782
Anzahl der Buchstaben8.490
Anzahl der Sätze81
Wortanzahl1.844
Durchschnittliche Wörter pro Satz22,77
Wörter mit mehr als 6 Buchstaben288
Prozentualer Anteil von langen Wörtern15.6%
Silben gesamt2.663
Durchschnittliche Silben pro Wort1,44
Wörter mit drei Silben136
Prozentualer Anteil von Wörtern mit drei Silben7.4%

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