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Der Buchweizen
Grimm Märchen

Der Buchweizen - Märchen von Hans Christian Andersen

Vorlesezeit für Kinder: 6 min

Vorgelesen von Henning Vieser

Häufig, wenn man nach einem Gewitter an einem Acker vorübergeht, auf dem Buchweizen wächst, sieht man, dass er ganz schwarz geworden und abgesengt ist. Es ist gerade, als ob eine Feuerflamme über ihn hingefahren wäre, und der Landmann sagt dann: »Das hat er vom Blitze bekommen!« Aber warum bekam er das?

Ich will erzählen, was der Sperling mir gesagt hat, und der Sperling hat es von einem alten Weidenbaume gehört, der bei einem Buchweizenfelde steht. Es ist ein ehrwürdiger, großer Weidenbaum, aber verkrüppelt und alt, er ist in der Mitte geborsten, und es wachsen Gras und Brombeerranken aus der Spalte hervor. Der Baum neigt sich vornüber, und die Zweige hängen ganz auf die Erde hinunter, gerade als ob sie langes, grünes Haar wären.

Auf allen Feldern ringsumher wuchsen Korn, Roggen, Gerste und Hafer, ja der herrliche Hafer, der, wenn er reif ist, gerade wie eine Menge kleiner, gelber Kanarienvögel an einem Zweige aussieht. Das Korn stand gesegnet, und je schwerer es war, desto tiefer neigte es sich in frommer Demut. Aber da war auch ein Feld mit Buchweizen, und dieses Feld war dem alten Weidenbaume gerade gegenüber.

Der Buchweizen neigte sich durchaus nicht wie das übrige Korn, sondern prangte stolz und steif. »Ich bin wohl so reich wie die Ähre«, sagte er. »Überdies bin ich weit hübscher. Meine Blumen sind schön wie die Blüten des Apfelbaumes. Es ist eine Freude, auf mich und die Meinigen zu blicken! Kennst du etwas Prächtigeres als uns, du alter Weidenbaum?«

Der Weidenbaum nickte mit dem Kopfe, gerade als ob er damit sagen wollte: »Ja, freilich!« Aber der Buchweizen spreizte sich aus lauter Hochmut und sagte: »Der dumme Baum, er ist so alt, dass ihm Gras im Leibe wächst!« Nun zog ein schrecklich böses Gewitter auf. Alle Feldblumen falteten ihre Blätter zusammen oder neigten ihre kleinen Köpfe herab, während der Sturm über sie dahinfuhr.

Aber der Buchweizen prangte in seinem Stolze. »Neige dein Haupt wie wir!« sagten die Blumen. »Das ist durchaus nicht nötig«, erwiderte der Buchweizen. »Senke dein Haupt wie wir!« rief das Korn. »Nun kommt der Engel des Sturmes geflogen! Er hat Schwingen, die oben von den Wolken bis gerade herunter zur Erde reichen, und er schlägt dich mittendurch, bevor du bitten kannst, er möge dir gnädig sein!«

»Aber ich will mich nicht beugen!« sagte der Buchweizen. »Schließe deine Blumen und neige deine Blätter!« sagte der alte Weidenbaum. »Sieh nicht zum Blitze empor, wenn die Wolke birst. Selbst die Menschen dürfen das nicht, denn im Blitze kann man in Gottes Himmel hineinsehen; aber dieser Anblick kann selbst die Menschen blenden. Was würde erst uns, den Gewächsen der Erde, geschehen, wenn wir es wagten, wir, die doch weit geringer sind!«

»Weit geringer?« sagte der Buchweizen. »Nun will ich gerade in Gottes Himmel hineinsehen!« Und er tat es in seinem Übermut und Stolz. Es war, als ob die ganze Welt in Flammen stände, so blitzte es. Als das böse Wetter vorbei war, standen die Blumen und das Korn in der stillen, reinen Luft erfrischt vom Regen, aber der Buchweizen war vom Blitz kohlschwarz gebrannt. Er war nun ein totes Unkraut auf dem Felde.

Der alte Weidenbaum bewegte seine Zweige im Winde, und es fielen große Wassertropfen von den grünen Blättern, gerade als ob der Baum weine, und die Sperlinge fragten: »Weshalb weinst du? Hier ist es ja so gesegnet! Sieh, wie die Sonne scheint, sieh, wie die Wolken ziehen! Kannst du den Duft von Blumen und Büschen bemerken: Warum weinst du, alter Weidenbaum?«

Und der Weidenbaum erzählte vom Stolze des Buchweizens, von seinem Übermute und der Strafe, die immer darauf folgt. Ich, der die Geschichte erzähle, habe sie von den Sperlingen gehört. Sie erzählten sie mir eines Abends, als ich sie um ein Märchen bat.

Hintergründe zum Märchen „Der Buchweizen“

„Der Buchweizen“ ist ein weniger bekanntes Märchen des dänischen Autors Hans Christian Andersen, der für seine zahlreichen und weltberühmten Geschichten wie „Die Prinzessin auf der Erbse“, „Das hässliche Entlein“ und „Die kleine Meerjungfrau“ bekannt ist. Das Märchen „Der Buchweizen“ wurde erstmals 1857 veröffentlicht und ist Teil der Sammlung „Neue Märchen und Geschichten“.

Das Märchen erzählt die Geschichte einer Ackerfrucht, des Buchweizens, und handelt von Hochmut, Demut und den Folgen von Naturgewalten. In der Geschichte wird der Buchweizen von einem mächtigen Donnerschlag getroffen, weil er sich nicht wie die anderen Pflanzen in Demut vor dem Sturm beugt. Der Buchweizen prahlt mit seiner Stärke und seinem Wert, während die anderen Pflanzen sich bücken, um sich vor der Zerstörung des Sturms zu schützen. Am Ende wird der Buchweizen durch die Gewalt des Donners vernichtet.

Der Buchweizen ist in der Geschichte eine Metapher für Hochmut und Stolz. Sie vermittelt die Botschaft, dass diese Eigenschaften oft zu einer Person oder einer Sache Untergang führen können. Indem Andersen eine Ackerfrucht als Protagonist wählt, verleiht er dem Märchen eine universelle Qualität, die es sowohl für Kinder als auch für Erwachsene zugänglich macht.

„Der Buchweizen“ ist ein Beispiel für die Art von moralischen Erzählungen, die Andersen in vielen seiner Märchen verwendet. Die Verwendung von Pflanzen und Naturphänomenen ist in seiner Arbeit häufig anzutreffen, ebenso wie die Verwendung von Tieren und fiktiven Wesen, um tiefere Bedeutungen und Botschaften zu vermitteln. Hans Christian Andersen ist dafür bekannt, sowohl originelle Märchen als auch Adaptionen traditioneller Geschichten zu schreiben. „Der Buchweizen“ fällt in die Kategorie der originellen Märchen, da es nicht auf einer älteren Volksgeschichte oder Legende basiert. Obwohl es vielleicht nicht so bekannt ist wie einige seiner anderen Werke, ist es dennoch ein interessantes Beispiel für Andersens Fähigkeit, einfache Geschichten mit tiefer Bedeutung zu erzählen.

Interpretationen zum Märchen „Der Buchweizen“

„Der Buchweizen“ von Hans Christian Andersen kann auf verschiedene Weisen interpretiert werden. Hier sind einige mögliche Interpretationsansätze für dieses Märchen:

Hochmut kommt vor dem Fall: Eine zentrale Botschaft des Märchens ist die Warnung vor Hochmut und Selbstüberschätzung. Der Buchweizen steht für diese Charaktereigenschaften, da er sich für stark und wertvoll hält und sich nicht vor den Naturgewalten beugt. Sein Stolz führt letztendlich zu seiner Zerstörung. Diese Moral kann als universelle Lebensweisheit verstanden werden, die Menschen dazu ermahnt, demütig und respektvoll gegenüber anderen und der Natur zu sein.

Die Macht der Natur: Eine andere Interpretation des Märchens betont die Macht und Unberechenbarkeit der Natur. Der Buchweizen wird von einem gewaltigen Donnerschlag zerstört, der als Symbol für die zerstörerische Kraft der Natur dient. Diese Interpretation kann als Erinnerung daran dienen, dass der Mensch trotz all seiner Errungenschaften und Vorstellungen von Kontrolle letztendlich der Natur unterworfen ist.

Solidarität und Zusammenhalt: Das Märchen kann auch als Plädoyer für Solidarität und Zusammenhalt gelesen werden. Während der Buchweizen sich von den anderen Pflanzen abhebt und auf seine Stärke pocht, beugen sich die anderen Pflanzen gemeinsam dem Sturm. In dieser Lesart kann die Geschichte als Aufruf verstanden werden, zusammenzuarbeiten und füreinander einzustehen, um Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen.

Demut und Anpassungsfähigkeit: Die Fähigkeit, sich an verändernde Umstände anzupassen, ist ein weiteres zentrales Thema des Märchens. Während die anderen Pflanzen dem Sturm standhalten, indem sie sich beugen und anpassen, besteht der Buchweizen auf seinem Stolz und seiner Unnachgiebigkeit. Diese Interpretation betont die Bedeutung von Demut und Flexibilität im Umgang mit den Widrigkeiten des Lebens.

Verbindung von Natur und Moral: Schließlich kann das Märchen auch als ein Beispiel für Andersens Fähigkeit interpretiert werden, Naturphänomene mit moralischen Botschaften zu verbinden. Die Verwendung von Pflanzen und Naturgewalten, um eine Geschichte über Stolz, Demut und Zusammenhalt zu erzählen, zeigt, wie Andersen in seinen Märchen oft menschliche Erfahrungen und Lehren in die natürliche Welt projiziert.

Wie bei vielen Märchen von Hans Christian Andersen gibt es mehrere Interpretationsmöglichkeiten für „Der Buchweizen“. Die hier vorgestellten Ansätze sind nur einige Beispiele dafür, wie das Märchen gelesen und verstanden werden kann.

Adaptionen zum Märchen „Der Buchweizen“

Obwohl „Der Buchweizen“ von Hans Christian Andersen nicht so bekannt ist wie einige seiner anderen Märchen, gibt es dennoch einige Adaptionen und Variationen dieses Werks. Hier sind einige Beispiele für Adaptionen des Märchens:

Illustrierte Bücher und Sammlungen: „Der Buchweizen“ wurde in verschiedene Sammlungen von Hans Christian Andersen-Märchen aufgenommen und von unterschiedlichen Illustratoren dargestellt. Die Illustrationen bereichern das Märchen und machen es zugänglicher für ein jüngeres Publikum. Beispiele für solche Sammlungen sind „Hans Christian Andersen: Märchen“ (mit Illustrationen von Anastassija Archipowa) oder „Hans Christian Andersen: Die schönsten Märchen“ (illustriert von Silke Leffler).

Hörbücher und Hörspiele: „Der Buchweizen“ ist auch in Form von Hörbüchern und Hörspielen erhältlich, in denen das Märchen von Schauspielern oder Erzählern interpretiert wird. Diese Adaptionen ermöglichen es, das Märchen auf eine andere Weise zu erleben und die Atmosphäre und die Botschaft der Geschichte durch die Stimme des Erzählers und die verwendeten Soundeffekte zu vermitteln.

Filme: Obwohl es keine großen Film- oder Fernsehadaptionen von „Der Buchweizen“ gibt, kann die Geschichte in Kurzfilmen oder animierten Filmen eingeflossen sein.

Obwohl „Der Buchweizen“ nicht so häufig adaptiert wurde wie einige der bekannteren Märchen von Hans Christian Andersen, bietet die Geschichte dennoch zahlreiche Möglichkeiten für kreative Adaptionen und Interpretationen. Die verschiedenen Medien und Formate, in denen das Märchen präsentiert werden kann, tragen dazu bei, das Interesse an der Geschichte und ihren Botschaften aufrechtzuerhalten und sie neuen Generationen näherzubringen.

Zusammenfassung des Märchen „Der Buchweizen“

„Der Buchweizen“ ist ein Märchen von Hans Christian Andersen, das von Hochmut, Demut und den Folgen von Naturgewalten handelt. Die Geschichte spielt in einem Feld, in dem verschiedene Pflanzen wie Gerste, Roggen, Hafer und Buchweizen wachsen.

Der Buchweizen, eine Ackerfrucht, ist sehr stolz und überzeugt von seiner eigenen Stärke und seinem Wert. Als ein mächtiger Sturm aufzieht, beugen sich die anderen Pflanzen in Demut vor der Gewalt des Wetters, um sich vor der Zerstörung zu schützen. Der Buchweizen jedoch bleibt aufrecht und prahlt mit seiner Stärke, weigert sich, sich dem Sturm zu beugen, und zeigt keinerlei Demut.

Schließlich kommt der heftige Donner und der Buchweizen wird von einem gewaltigen Donnerschlag getroffen. Sein Stolz und seine Weigerung, sich vor dem Sturm zu beugen, führen zu seiner Zerstörung. Die Geschichte endet damit, dass der Buchweizen durch die Kraft des Donners vernichtet wird, während die anderen Pflanzen überleben.

Die Handlung des Märchens „Der Buchweizen“ von Hans Christian Andersen dient als Metapher, die die Gefahren von Hochmut und Stolz aufzeigt. Sie vermittelt die Botschaft, dass diese Eigenschaften oft zu einer Person oder einer Sache Untergang führen können, und erinnert an die Bedeutung von Demut und Anpassungsfähigkeit.

Die Handlung des Märchen

„Der Buchweizen“ ist ein Märchen von Hans Christian Andersen, das von dem Stolz und der Bestrafung eines Buchweizenfeldes handelt. Auf einem Landstrich wuchsen verschiedene Getreidearten nebeneinander: Korn, Roggen, Gerste und Hafer. Der Buchweizen jedoch war sehr stolz auf seine Schönheit und Reichtum und hielt sich für besser als die anderen Pflanzen.

Ein alter Weidenbaum, der in der Nähe des Buchweizenfeldes stand, war Zeuge der Arroganz des Buchweizens. Als ein schweres Gewitter aufzog, neigten alle Pflanzen ihre Köpfe und schlossen ihre Blüten, um sich vor dem Sturm zu schützen. Der Buchweizen jedoch weigerte sich, sich zu beugen oder seine Blüten zu schließen. Der alte Weidenbaum warnte den Buchweizen, nicht in den Blitz hineinzublicken, da selbst Menschen dadurch geblendet werden könnten.

In seinem Stolz und seiner Arroganz ignorierte der Buchweizen die Warnungen und blickte während des Gewitters in den Himmel. Als das Gewitter vorbei war, waren alle anderen Pflanzen erfrischt und belebt, doch der Buchweizen war vom Blitz getroffen, kohlschwarz verbrannt und zu einem toten Unkraut geworden. Der alte Weidenbaum weinte, und die Sperlinge fragten ihn, warum er weine. Er erzählte ihnen von dem Stolz des Buchweizens, seinem Übermut und der darauf folgenden Strafe. Diese Geschichte wurde dem Erzähler von den Sperlingen weitergegeben, die sie ihm erzählten, als er sie um ein Märchen bat.

Informationen für wissenschaftliche Analysen


Statistiken zum Märchen
Wert
Übersetzungen DE, EN, DA, ES, IT, NL,
Lesbarkeitsindex nach Amstad83.5
Lesbarkeitsindex nach Björnsson31
Flesch-Reading-Ease Index72.2
Flesch–Kincaid Grade-Level6
Gunning Fog Index7
Coleman–Liau Index12
SMOG Index9.5
Automated Readability Index6.7
Zeichen-Anzahl1.543
Anzahl der Buchstaben1.232
Anzahl der Sätze23
Wortanzahl258
Durchschnittliche Wörter pro Satz11,22
Wörter mit mehr als 6 Buchstaben51
Prozentualer Anteil von langen Wörtern19.8%
Silben gesamt376
Durchschnittliche Silben pro Wort1,46
Wörter mit drei Silben27
Prozentualer Anteil von Wörtern mit drei Silben10.5%

Bildquellen: © Andrea Danti / Shutterstock

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