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Das Hirtenbüblein
Grimm Märchen

Das Hirtenbüblein - Märchen der Gebrüder Grimm

Vorlesezeit für Kinder: 4 min

Es war einmal ein Hirtenbübchen, das war wegen seiner weisen Antworten, die es auf alle Fragen gab, weit und breit berühmt.

Der König des Landes hörte auch davon, glaubte es nicht und ließ das Bübchen kommen.

Da sprach er zu ihm „kannst du mir auf drei Fragen, die ich dir vorlegen will, Antwort geben, so will ich dich ansehen wie mein eigen Kind, und du sollst bei mir in meinem königlichen Schloss wohnen.“

Sprach das Büblein „wie lauten die drei Fragen?“

Der König sagte „die erste lautet wie viel Tropfen Wasser sind in dem Weltmeer?“

Hirtenbüblein Märchen Grimm

Das Hirtenbüblein antwortete „Herr König, lasst alle Flüsse auf der Erde verstopfen, damit kein Tröpflein mehr daraus ins Meer lauft, das ich nicht erst gezählt habe, so will ich euch sagen, wie viel Tropfen im Meere sind.“

Sprach der König „die andere Frage lautet wie viel Sterne stehen am Himmel?“

Das Hirtenbübchen sagte „gebt mir einen großen Bogen weiß Papier,“ und dann machte es mit der Feder so viel feine Punkte darauf, dass sie kaum zu sehen und fast gar nicht zu zählen waren und einem die Augen vergingen, wenn man darauf blickte.

Darauf sprach es „so viel Sterne stehen am Himmel, als hier Punkte auf dem Papier zählt sie nur.“ Aber niemand war dazu im Stand.

Sprach der König „die dritte Frage lautet wie viel Sekunden hat die Ewigkeit?“

Da sagte das Hirtenbüblein „in Hinterpommern liegt der Demantberg, der hat eine Stunde in die Höhe, eine Stunde in die Breite und eine Stunde in die Tiefe. Dahin kommt alle hundert Jahr ein Vöglein und wetzt sein Schnäblein daran, und wenn der ganze Berg abgewetzt ist, dann ist die erste Sekunde von der Ewigkeit vorbei.“

Sprach der König „du hast die drei Fragen aufgelöst wie ein Weiser und sollst fortan bei mir in meinem königlichen Schlosse wohnen, und ich will dich ansehen wie mein eigenes Kind.“

Hintergründe zum Märchen „Das Hirtenbüblein“

„Das Hirtenbüblein“ ist ein Märchen aus der Sammlung der Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm (KHM 152), das ursprünglich aus der bayerischen Volksmundart stammt und von Ludwig Aurbacher an die Brüder Grimm weitergegeben wurde. Die Geschichte ist ein Schwank und fällt in die Kategorie ATU 922, die auf Aarne-Thompson-Uther-Klassifikation für volkstümliche Erzählungen basiert.

Das Märchen erzählt von einem Hirtenjungen, der für seine weisen Antworten bekannt ist. Der König ruft ihn zu sich und verspricht, ihn zu adoptieren, wenn er drei schwierige Fragen beantworten kann. Der Junge beantwortet die Fragen auf kreative und unerwartete Weise und gewinnt so die Gunst des Königs. Die Geschichte hat eine lehrreiche Botschaft über Weisheit und den Wert unkonventionellen Denkens.

Die Brüder Grimm, Jacob und Wilhelm, sammelten im 19. Jahrhundert Märchen, Sagen und Legenden aus verschiedenen Regionen Deutschlands, darunter auch „Das Hirtenbüblein“. Die Sammlung wurde erstmals 1812 veröffentlicht und erfuhr mehrere Überarbeitungen, wobei „Das Hirtenbüblein“ ab der zweiten Auflage von 1819 enthalten ist.

Die Geschichte enthält Motive und Elemente, die in vielen anderen Erzählungen und Legenden auftauchen, wie beispielsweise die Rolle des Rätsellösers und die Idee, dass der Held durch seinen Verstand und seine Weisheit erfolgreich ist. Das Märchen wurde mit verschiedenen anderen Geschichten verglichen, die ähnliche Fragen und Antworten beinhalten, wie zum Beispiel die Gesta Romanorum, die 1001 Nacht und die Erzählungen von Till Eulenspiegel.

In der Rezeption hat „Das Hirtenbüblein“ verschiedene kulturelle Adaptionen und Referenzen erfahren, wie beispielsweise in der TV-Serie Doctor Who, in Romanen und in modernen Nacherzählungen des Märchens.

Interpretationen zum Märchen „Das Hirtenbüblein“

„Das Hirtenbüblein“ (KHM 152) von den Gebrüder Grimm lässt Raum für verschiedene Interpretationen. Hier sind einige mögliche Deutungen der Geschichte:

Weisheit und Intelligenz: Das Märchen zeigt, dass Weisheit und Intelligenz oft wichtiger sind als herkömmliche Bildung oder sozialer Status. Der Hirtenjunge kommt aus einfachen Verhältnissen, doch durch seine Fähigkeit, auf kreative und unkonventionelle Weise zu denken, beeindruckt er den König und wird zu seinem Nachfolger.

Macht der Kreativität: Der Hirtenjunge findet ungewöhnliche und überraschende Lösungen für die Fragen des Königs, die auf den ersten Blick unlösbar scheinen. Dies unterstreicht die Bedeutung von Kreativität und originellem Denken, um Herausforderungen zu meistern.

Relativität der Wahrheit: Die Antworten des Hirtenjungen auf die Fragen des Königs zeigen, dass es nicht immer eine absolute Wahrheit gibt. Stattdessen gibt es verschiedene Perspektiven und Herangehensweisen, um komplexe Fragestellungen zu lösen. Diese Idee wird besonders in der Antwort zur Frage der Ewigkeit deutlich, in der der Junge die Relativität der Zeit veranschaulicht.

Demut und Bescheidenheit: Der Hirtenjunge kommt aus einfachen Verhältnissen und ist trotz seiner Weisheit bescheiden. Dies steht im Kontrast zum König, der seine Macht nutzt, um den Jungen auf die Probe zu stellen. Die Geschichte lehrt, dass Demut und Bescheidenheit wichtige Tugenden sind und oft zu größerem Erfolg führen als Arroganz oder Selbstüberschätzung.

Bildung und soziale Mobilität: Das Märchen zeigt, dass auch Menschen aus einfachen Verhältnissen die Chance haben, ihre soziale Position durch Bildung und Klugheit zu verbessern. Der Hirtenjunge steigt durch seine Weisheit und Fähigkeit, schwierige Fragen zu beantworten, in der Gesellschaft auf und wird vom König adoptiert.

Insgesamt bietet „Das Hirtenbüblein“ eine Reihe von Interpretationsmöglichkeiten, die sich um Themen wie Weisheit, Kreativität, Relativität der Wahrheit, Demut und soziale Mobilität drehen. Die Geschichte zeigt, dass Erfolg oft von inneren Werten und Fähigkeiten abhängt und nicht allein von äußeren Umständen oder sozialem Status bestimmt wird.

Adaptionen zum Märchen „Das Hirtenbüblein“

Das Märchen „Das Hirtenbüblein“ (KHM 152) von den Gebrüder Grimm hat im Laufe der Zeit verschiedene Adaptionen und Referenzen in verschiedenen Medien erfahren. Hier sind einige konkrete Beispiele:

Filme und Fernsehen: In der 11. Episode der 9. Staffel der britischen Science-Fiction-Serie Doctor Who mit dem Titel „Die Angst des Doktors“ zitiert der 12. Doctor, gespielt von Peter Capaldi, einen Teil des Märchens. Das in dieser Episode von Murray Gold komponierte Musikstück „The Shepherd’s Boy“ (deutsch: Das Hirtenbüblein) bezieht sich ebenfalls auf das Grimm’sche Märchen.

Literatur: In Kathleen Winsors Roman „Sterntaler“ versucht die Mutter, ihrer Tochter das Konzept der Ewigkeit zu erklären, indem sie das Beispiel des Vögelchens aus „Das Hirtenbüblein“ verwendet. Die Autorin Linde Knoch hat das Märchen neu erzählt und in ihrem Buch „Kraft der Elemente auf Sylt“ veröffentlicht, das von Ingo Kühl illustriert wurde. „Das Hirtenbüblein“ ist häufig in Lesebüchern enthalten, besonders in solchen, die sich auf Rätselmärchen konzentrieren. Hier dient es als Beispiel für kreatives Denken und unkonventionelle Lösungsansätze.

Theater: Das Märchen wurde gelegentlich für die Bühne adaptiert, wobei sowohl Kinder- als auch Erwachsenentheatergruppen das Stück aufführen. Die Adaptionen variieren in ihrer Treue zum Originaltext und in der Art und Weise, wie sie die Geschichte darstellen.

Hörspiele und Audiobücher: „Das Hirtenbüblein“ wurde auch als Hörspiel oder in Audiobuchsammlungen von Märchen der Gebrüder Grimm aufgenommen, wodurch das Märchen einem breiteren Publikum zugänglich gemacht wird.

Diese Beispiele zeigen, dass „Das Hirtenbüblein“ auch heute noch in verschiedenen Formen und Medien präsent ist und weiterhin Menschen unterschiedlichen Alters und Kulturen anspricht. Die Geschichte regt zur Reflexion über Weisheit, Kreativität und unkonventionelle Problemlösungen an und inspiriert neue Interpretationen und Adaptionen.

Zusammenfassung der Handlung

„Das Hirtenbüblein“ (KHM 152) von den Gebrüder Grimm erzählt die Geschichte eines weisen Hirtenjungen, der vom König aufgrund seiner Klugheit zu sich gerufen wird. Der König verspricht, den Jungen zu adoptieren, wenn er drei schwierige Fragen beantworten kann. Die erste Frage des Königs lautet, wie viele Tropfen Wasser das Weltmeer enthält. Der Hirtenjunge antwortet, dass der König zunächst alle Zuflüsse verstopfen solle, damit keine weiteren Tropfen hinzukommen. Dann könne er die genaue Zahl nennen.

Die zweite Frage betrifft die Anzahl der Sterne am Himmel. Der Junge malt auf ein Blatt unzählige Punkte, wobei jeder Punkt für einen Stern steht, um zu zeigen, dass ihre Anzahl nicht exakt bestimmbar ist. Die dritte Frage dreht sich um die Anzahl der Sekunden, die die Ewigkeit hat. Der Junge antwortet mit der Erzählung von einem Vögelchen, das alle hundert Jahre seinen Schnabel an einem Berg wetzt. Wenn der Berg vollständig abgetragen ist, sei die erste Sekunde der Ewigkeit vergangen.

Der König ist von den Antworten des Hirtenjungen beeindruckt und hält sein Versprechen, ihn zu adoptieren. Die Geschichte zeigt die Bedeutung von Weisheit, Kreativität und unkonventionellem Denken und lehrt, dass Erfolg nicht allein von äußeren Umständen oder sozialem Status abhängt.

Informationen für wissenschaftliche Analysen


Kennzahl
Wert
NummerKHM 152
Aarne-Thompson-Uther-IndexATU Typ 922
ÜbersetzungenDE, EN, DA, ES, FR, PT, FI, HU, IT, JA, NL, PL, RU, TR, VI, ZH
Lesbarkeitsindex nach Amstad72.6
Lesbarkeitsindex nach Björnsson35.1
Flesch-Reading-Ease Index61.1
Flesch–Kincaid Grade-Level10.3
Gunning Fog Index10.2
Coleman–Liau Index11.3
SMOG Index10.7
Automated Readability Index11.4
Zeichen-Anzahl1.861
Anzahl der Buchstaben1.434
Anzahl der Sätze14
Wortanzahl311
Durchschnittliche Wörter pro Satz22,21
Wörter mit mehr als 6 Buchstaben40
Prozentualer Anteil von langen Wörtern12.9%
Silben gesamt453
Durchschnittliche Silben pro Wort1,46
Wörter mit drei Silben24
Prozentualer Anteil von Wörtern mit drei Silben7.7%
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