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Hans mein Igel
Grimm Märchen

Hans mein Igel - Märchen der Gebrüder Grimm

Vorlesezeit für Kinder: 15 min

Es war einmal ein Bauer, der hatte viel Geld und Gut, aber so reich er auch war, so fehlte doch etwas an seinem Glück: er hatte mit seiner Frau keine Kinder, öfters, wenn er mit den anderen Bauern in die Stadt ging, spotteten sie über ihn und fragten, warum er keine Kinder hätte. Da wurde er zornig, und als er nach Hause kam, sprach er: „Ich will ein Kind haben, und sollte’s ein Igel sein!“ Da kriegte seine Frau ein Kind, das war oben ein Igel und unten ein Junge, und als sie das Kind sah, erschrak sie und sprach: „Siehst du, du hast uns verwünscht!“

Da sprach der Mann: „Was kann das alles helfen, getauft muss der Junge werden, aber wir können keinen Gevatter dazu nehmen.“ Die Frau sprach: „Wir können ihn auch nicht anders taufen als Hans mein Igel.“ Als er getauft war, sagte der Pfarrer: „Der kann wegen seiner Stacheln in kein ordentliches Bett kommen.“ Da wurde hinter dem Ofen ein wenig Stroh zurechtgemacht und Hans mein Igel daraufgelegt. Er konnte auch an der Mutter nicht trinken, denn er hätte sie mit seinen Stacheln gestochen. So lag er da hinter dem Ofen acht Jahre, und sein Vater war ihn müde und dachte, wenn er nur stürbe; aber er starb nicht, sondern blieb da liegen.

Nun trug es sich zu, dass in der Stadt ein Markt war, und der Bauer wollte hingehen, da fragte er seine Frau, was er ihr sollte mitbringen. „Ein wenig Fleisch und ein paar Wecke, was zum Haushalt gehört,“ sprach sie. Darauf fragte er die Magd, die wollte ein Paar Toffeln und Zwickelstrümpfe. Endlich sagte er auch: „Hans mein Igel, was willst du denn haben?“ – „Väterchen,“ sprach er, „bring mir doch einen Dudelsack mit!“ Wie nun der Bauer wieder nach Hause kam, gab er der Frau, was er ihr gekauft hatte, Fleisch und Wecke, dann gab er der Magd die Toffeln und die Zwickelstrümpfe, endlich ging er hinter den Ofen und gab dem Hans mein Igel den Dudelsack.

Und als Hans mein Igel den Dudelsack hatte, sprach er: „Väterchen, geht doch vor die Schmiede und lasst mir meinen Gockelhahn beschlagen, dann will ich fortreiten und will nimmermehr wiederkommen.“ Da war der Vater froh, dass er ihn loswerden sollte, und ließ ihm den Hahn beschlagen, und als er fertig war, setzte sich Hans mein Igel darauf, ritt fort, nahm auch Schweine und Esel mit, die wollte er draußen im Walde hüten. Im Wald aber musste der Hahn mit ihm auf einen hohen Baum fliegen, da saß er und hütete die Esel und Schweine und saß lange Jahre, bis die Herde ganz groß war, und wusste sein Vater nichts von ihm. Wenn er aber auf dem Baum saß, blies er seinen Dudelsack und machte Musik, die war sehr schön.

Einmal kam ein König vorbeigefahren, der hatte sich verirrt, und hörte die Musik. Da verwunderte er sich darüber und schickte seinen Diener hin, er sollte sich einmal umgucken, wo die Musik herkäme. Er guckte sich um, sah aber nichts als ein kleines Tier auf dem Baum oben sitzen, das war wie ein Gockelhahn, auf dem ein Igel saß, und der machte die Musik. Da sprach der König zum Bedienten, er sollte fragen, warum er dasäße und ob er nicht wüsste, wo der Weg in sein Königreich ginge. Da stieg Hans mein Igel vom Baum und sprach, er wollte den Weg zeigen, wenn der König ihm wollte verschreiben und versprechen, was ihm zuerst begegnete am königlichen Hofe, sobald er nach Haus käme.

Da dachte der König: Das kann ich leicht tun, Hans mein Igel versteht’s doch nicht, und ich kann schreiben, was ich will. Da nahm der König Feder und Tinte und schrieb etwas auf, und als es geschehen war, zeigte ihm Hans mein Igel den Weg, und er kam glücklich nach Haus. Seine Tochter aber, wie sie ihn von weitem sah, war so voll Freuden, dass sie ihm entgegenlief und ihn küsste. Da gedachte er an Hans mein Igel und erzählte ihr, wie es ihm ergangen wäre und dass er einem wunderlichen Tiere hätte verschreiben sollen, was ihm daheim zuerst begegnen würde, und das Tier hätte auf einem Hahn wie auf einem Pferd gesessen und schöne Musik gemacht; er hätte aber geschrieben, es sollte’s nicht haben, denn Hans mein Igel könnt es doch nicht lesen. Darüber war die Prinzessin froh und sagte, das wäre gut, denn sie wäre doch nimmermehr hingegangen.

Hans mein Igel aber hütete die Esel und Schweine, war immer lustig, saß auf dem Baum und blies auf seinem Dudelsack. Nun geschah es, dass ein anderer König gefahren kam mit seinen Bedienten und Läufern, und hatte sich verirrt und wusste nicht, wieder nach Haus zu kommen, weil der Wald so groß war. Da hörte er gleichfalls die schöne Musik von weitem und sprach zu seinem Läufer, was das wohl wäre, er sollte einmal zusehen. Da ging der Läufer hin unter den Baum und sah den Gockelhahn sitzen und Hans mein Igel oben drauf. Der Läufer fragte ihn, was er da oben vorhätte. „Ich hüte meine Esel und Schweine; aber was ist Euer Begehren?“

Der Läufer sagte, sie hätten sich verirrt und könnten nicht wieder ins Königreich, ob er ihnen den Weg nicht zeigen wollte. Da stieg Hans mein Igel vom Baum herunter und sagte zu dem alten König, er wolle ihm den Weg zeigen, wenn er ihm zu eigen geben wollte, was ihm zu Haus vor seinem königlichen Schloss als erstes begegnen würde. Der König sagte ja – und unterschrieb dem Hans mein Igel, er sollte es haben. Als das geschehen war, ritt er auf dem Gockelhahn voraus und zeigte ihm den Weg, und gelangte der König glücklich wieder in sein Reich. Wie er auf den Hof kam, war große Freude darüber.

Nun hatte er eine einzige Tochter, die war sehr schön, lief ihm entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn und freute sich, dass ihr alter Vater wiederkam. Sie fragte ihn auch, wo er so lange in der Welt gewesen wäre; da erzählte er ihr, er hätte sich verirrt und wäre beinahe gar nicht wiedergekommen, aber als er durch einen großen Wald gefahren wäre, hätte einer, halb wie ein Igel, halb wie ein Mensch, rittlings auf einem Hahn in einem hohen Baum gesessen und schöne Musik gemacht, der hätte ihm fortgeholfen und den Weg gezeigt, er aber hätte ihm dafür versprochen, was ihm am königlichen Hofe zuerst begegnete, und das wäre sie, und das täte ihm nun so leid. Da versprach sie ihm aber, sie wollte gerne mit ihm gehen, wann er käme, ihrem alten Vater zuliebe.

Hans mein Igel aber hütete seine Schweine, und die Schweine bekamen wieder Schweine und wurden so viel, dass der ganze Wald voll war. Da wollte Hans mein Igel nicht länger im Walde leben und ließ seinem Vater sagen, sie sollten alle Ställe im Dorf räumen, denn er käme mit einer so großen Herde, dass jeder schlachten könnte, der nur schlachten wollte. Da war sein Vater betrübt, als er das hörte, denn er dachte, Hans mein Igel wäre schon längst gestorben.

Hans mein Igel aber setzte sich auf seinen Gockelhahn, trieb die Schweine vor sich hin ins Dorf und ließ schlachten. Hu! da war ein Gemetzel und ein Hacken, dass man’s zwei Stunden weit hören konnte. Danach sagte Hans mein Igel: „Väterchen, lasst mir meinen Gockelhahn noch einmal vor der Schmiede beschlagen, dann reit ich fort und komme mein Lebtag nicht wieder.“ Da ließ der Vater den Gockelhahn beschlagen und war froh, dass Hans mein Igel nicht wiederkommen wollte.

Hans mein Igel ritt fort in das erste Königreich. Da hatte der König befohlen, wenn einer käme auf einem Hahn geritten, und hätte einen Dudelsack bei sich, dann sollten alle auf ihn schießen, hauen und stechen, damit er nicht ins Schloss käme. Als nun Hans mein Igel dahergeritten kam, drangen sie mit Bajonetten auf ihn ein, aber er gab dem Hahn die Sporen, flog auf, über das Tor hin vor des Königs Fenster, ließ sich da nieder und rief ihm zu, er sollt ihm geben, was er versprochen hätte, sonst so wollt er ihm und seiner Tochter das Leben nehmen.

Da gab der König seiner Tochter gute Worte, sie möchte zu ihm hinausgehen, damit sie ihm und sich das Leben rettete. Da zog sie sich weiß an, und ihr Vater gab ihr einen Wagen mit sechs Pferden und herrliche Bediente, Geld und Gut. Sie setzte sich ein, und Hans mein Igel mit seinem Hahn und Dudelsack neben sie, dann nahmen sie Abschied und zogen fort, und der König dachte, er kriegte sie nicht wieder zu sehen. Es ging aber anders, als er dachte, denn als sie ein Stück Weges von der Stadt waren, da zog Hans mein Igel der Königstochter die schönen Kleider aus und stach sie mit seiner Igelhaut, bis sie ganz blutig war, und sagte: „Das ist der Lohn für eure Falschheit, geh hin, ich will dich nicht,“ und jagte sie damit nach Haus, und war sie beschimpft ihr Lebtag.

Hans mein Igel aber ritt weiter auf seinem Gockelhahn und mit seinem Dudelsack nach dem zweiten Königreich, wo er dem König auch den Weg gezeigt hatte. Der aber hatte bestellt, wenn einer käme, wie Hans mein Igel, sollten sie das Gewehr präsentieren, ihn frei hereinführen, Vivat! rufen und ihn ins königliche Schloss bringen. Wie ihn nun die Königstochter sah, war sie erschrocken, weil er doch gar zu wunderlich aussah; sie dachte aber, es wäre nicht anders, sie hätte es ihrem Vater versprochen.

Da ward Hans mein Igel von ihr willkommen geheißen und mit ihr vermählt, und er musste mit an die königliche Tafel gehen und sie setzte sich zu seiner Seite, und sie aßen und tranken. Wie’s nun Abend war, und sie schlafen gehen wollten, da fürchtete sie sich sehr vor seinen Stacheln. Er aber sprach, sie sollte sich nicht fürchten, es geschähe ihr kein Leid, und sagte zu dem alten König, er sollte vier Mann bestellen, die sollten vor der Kammertür wachen und ein großes Feuer anmachen, und wann er in die Kammer ginge und sich ins Bett legen wollte, würde er aus seiner Igelhaut herauskriechen und sie vor dem Bett liegen lassen.

Dann sollten die Männer hurtig herbeispringen und sie ins Feuer werfen, auch dabeibleiben, bis sie vom Feuer verzehrt wäre. Wie die Glocke nun elf schlug, da ging er in die Kammer, streifte die Igelhaut ab und ließ sie vor dem Bette liegen. Da kamen die Männer, holten sie geschwind und warfen sie ins Feuer, und als sie das Feuer verzehrt hatte, da war er erlöst und lag im Bett als ein normaler Mensch, aber er war kohlschwarz wie gebrannt. Der König schickte nach seinem Arzt, der wusch ihn mit guten Salben und balsamierte ihn, da ward er weiß und war ein schöner, junger Herr. Als das die Königstochter sah, war sie froh, und am anderen Morgen standen sie mit Freuden auf, aßen und tranken, und nun wurde die Vermählung erst recht gefeiert, und Hans mein Igel bekam das Königreich vom alten König.

Wie etliche Jahre herum waren, fuhr er mit seiner Gemahlin zu seinem Vater und sagte, er wäre sein Sohn; der Vater aber sprach, er hätte keinen, er hätte nur einen gehabt, der wäre aber wie ein Igel mit Stacheln geboren worden und wäre in die Welt gegangen. Da gab er sich aber zu erkennen und der alte Vater freute sich sehr und ging sodann mit ihm in sein Königreich.

Lesen Sie ein Kurz-Märchen (5 min)

Hintergründe zum Märchen „Hans mein Igel“

„Hans mein Igel“ ist ein deutsches Märchen, das von den Gebrüdern Grimm gesammelt wurde (KHM 108). Es ist von Aarne-Thompson Typ 441. Das Märchen folgt den Ereignissen im Leben eines winzigen halb Igels, halb Menschen namens Hans, der schließlich seine Tierhaut ablegt und nach dem Gewinn einer Prinzessin ganz Mensch wird. Die Erzählung wurde erstmals von den Brüdern Grimm in Kinder- und Hausmärchen, Band 2, (1815) als Erzählung Nr. 22 veröffentlicht. Von der zweiten Auflage an erhielt es die Nr. 108. Ihre Quelle war die deutsche Erzählerin Dorothea Viehmann (1755-1815).

Die Figur Hans der Igel ist ein Halbigel, von eindeutig winziger Statur. In der Erzählung reitet er auf einem Hahn wie ein Pferd, und die beiden zusammen werden für ein „kleines Tier“ gehalten. Hans wird in seiner Volksmärchenwelt als „Monster“ behandelt und unterscheidet sich damit von Thumbling oder Tom Thumb, die nur winzige Menschen sind. Im Gegensatz zu den anderen Grimmschen Märchenfiguren, die als vollwertige Tiergestalt dargestellt werden, ist Hans der einzige halb tierische Halb-Mensch-Hybrid, was seine allgemeine Absonderlichkeit noch verstärkt.

Die Forscherin Ann Schmiesing beschäftigt sich mit einer behindertenwissenschaftlichen Analyse der Erzählung und ihres Protagonisten. Ihrer Meinung nach deuten die Grimms implizit darauf hin, dass Hans‘ äußeres symbolisch für „eine Krankheit oder Beeinträchtigung steht, die das körperliche oder kognitive Wachstum verkümmern lässt“, und so soll Hans‘ Zustand sowohl mit Behinderung als auch mit Missbildung in Verbindung gebracht werden. Hans wird daher als „Krüppel“ oder vielmehr als „Superkrüppel (supercrip)“ Heldenfigur eingestuft. Der märchenhafte „Krüppel“ wird stereotyp geächtet und von der Gesellschaft gemieden, aber selbst nachdem er zum „Superkrüppel“ geworden ist, d.h. „ausserordentliche Fähigkeiten“ und „Übererfüllung“ zeigt, rechtfertigt ihn dies in den Augen der anderen Erzählenden nicht, sondern verschärft laut Schmiesing nur seine „Ausrasterung“. Für die Leserschaft ist der fähige Underdog jedoch eine Figur, die „dem Mitleid trotzt“.

„Grimms Erzählung „Hans, mein Igel“ zeigt das Motiv D721.3 „Entzauberung durch Zerstörung der Haut (Bedeckung)“. Dieses Motiv findet sich in anderen Grimmschen Märchen und Mythen als Symbol der psychologischen Metamorphose. Hans wurde halb als Igel geboren, und er kann den Zauber erst brechen, wenn er seine stachelige Igelhaut verbrennen kann.
Dasselbe Motiv der Verbrennung falscher oder alternativer Häute bei dem Versuch, ein einheitliches Ganzes zu schaffen, findet sich auch in der Grimmschen Erzählung vom „Esel“ (Das Eselein). In diesen Fällen zieht sich der Bräutigam bei der Heirat „buchstäblich aus der Eselshaut oder den Federkielen aus… und wirft die Häute wie alte Kleidungsstücke beiseite“, so die Forscherin Carole Scott, die die Tierhaut somit als eine Art „magisches Kleid“ betrachtet. Indem er die Haut/das Kleid ablegt, hat Hans eine neue Identität angenommen.

Handlung und Zusammenfassung des Märchen

Im Märchen „Hans mein Igel“ treten folgende Figuren in Erscheinung:

  • Hans – Hauptfigur, mit dem winzigen Unterkörper eines Menschen, aber mit Igelkopf und Igeltorso.
  • Landwirt (Hans‘ Vater) – wünscht sich einen Sohn, „auch wenn es ein Igel ist“.
  • Bäuerin (Hans‘ Mutter)
  • Erster König – verrät Hans und bricht sein Versprechen, belohnt ihn mit der Hand seiner Tochter.
  • Zweiter König – löst sein Versprechen ein und wird Hans‘ Schwiegervater.
  • Erste Prinzessin – weigert sich, Hans zu heiraten und wird bestraft, indem sie von Hans‘ Stacheln gestochen wird, bis sie blutet.
  • Zweite Prinzessin – Ehrt die Wünsche ihres Vaters und stimmt zu, Hans zu heiraten.

Ein wohlhabender, aber kinderloser Landwirt wünscht sich ein Kind, sogar einen Igel. Er kommt nach Hause und stellt fest, dass seine Frau einen kleinen Jungen zur Welt gebracht hat, der von der Taille aufwärts ein Igel ist. Sie nennen ihn dann „Hans Mein Igel“.

Nach acht Jahren verlässt Hans seine Familie auf einem beschlagenen Hahn, um sein Glück zu suchen. Er geht in den Wald und wacht über seine Esel und Schweine. Ein paar Jahre später stolpert ein verlorener König über Hans, nachdem er ihn schön auf dem Dudelsack spielen gehört hat. Hans macht einen Handel mit dem König: Er zeigt ihm den Weg nach Hause, wenn der König verspricht, alles zu überschreiben, was ihm bei seiner Rückkehr als erstes entgegenkommt. Der König hält Hans jedoch für einen Analphabeten und beschließt, ihn auszutricksen, indem er einen Befehl schreibt, dass Hans nichts erhalten soll. Als sie im Königreich ankommen, läuft die Tochter des Königs los, um ihn zu begrüßen. Der König erzählt ihr von dem Handel, den Hans zu machen versucht hat, und wie er ihn ausgetrickst hat. Unbekümmert über den Verrat, kümmert sich Hans weiterhin um seine Tiere im Wald.

Ein zweiter verlorener König stolpert über Hans und stimmt seinem Handel zu. Nach seiner Rückkehr eilt die einzige Tochter des zweiten Königs hinaus, um ihn zu begrüßen, und geht dabei in den Besitz von Hans über. Um ihres Vaters willen stimmt die Prinzessin dem Handel von Hans freudig zu.

Mit der Zeit geht Hans Mein Igel los, um seine Versprechen einzufordern. Der erste König versucht, seine Tochter zurückzuhalten, aber Hans zwingt ihn, sie aufzugeben. Hans zwingt sie, ihre Kleider auszuziehen, durchbohrt sie mit seinen Stacheln, bis sie überall blutig ist, und schickt sie in Schande zurück ins Königreich. Der zweite König stimmt der Heirat zu; die Prinzessin hält sich an ihr Versprechen gebunden und Hans Mein Igel heiratet sie. In ihrer Hochzeitsnacht befiehlt er dem König, ein Feuer zu machen und Wachen vor seiner Tür zu postieren. Hans entfernt sein Igelfell und weist die Wachen an, das Fell in das Feuer zu werfen und es zu bewachen, bis es vollständig verzehrt ist. Hans erscheint schwarz, als ob er verbrannt worden wäre. Nachdem die Ärzte ihn gereinigt haben, zeigt sich, dass er ein hübscher junger Herr ist. Nach einigen Jahren kehrt Hans nach Hause zurück, um seinen Vater abzuholen, und sie leben zusammen im Königreich.

Varianten und Adaptionen des Märchen

Es ähnelt anderen ATU 441-Märchen wie Straparolas literarischem Märchen Il re Porco („Königsschwein“) und Madame d’Aulnoys Prinz Marcassin.

Eine andere Version ist „Der Lustige Zaunigel“ („Der lustige Igel“; eigentlich „Stachelschwein“), das von Heinrich Pröhle gesammelt und 1854 veröffentlicht wurde. In den Notizen der Grimms heißt es, dass in diesen Märchen „Igel, Stachelschwein und Schwein hier gleichbedeutend sind, wie Porc und Porcaril“.

Die schottische Version „The Hedgehurst“, rezitiert vom Traveller-Märchenerzähler Duncan Williamson, wurde ebenfalls in einer Buchsammlung veröffentlicht.

Hans mein Igel wurde von dem deutschen Kinderbuchautor Janosch neu adaptiert, in Janosch erzählt Grimms Märchen 1972, übersetzt mit Nicht ganz so wie Grimm. Das Märchenbuch von Janosch unterscheidet sich von allen bisherigen Märchenbüchern. Es lebt von der lebendigen, von der mündlichen Überlieferung geprägten Sprache. Es fordert zum Vorlesen auf: Es ist akustisch und zugleich durchlässig genug, damit das Kind selbst etwas aus dem Erzählten machen kann. Kurzum, es fehlt die anachronistische, für Kinder geschliffene Sprache des Kinderbuchs. Das märchenhafte Material, das die Brüder Grimm gesammelt hatten, verliert seine konservative Form. Mit der Lektüre von Janosch verlässt der Leser den feierlichen märchenhaften Ernst der Brüder Grimm. Das bedeutet nicht, dass er weniger als das hat, was die Brüder zu viel haben. Wie Jack Zipes zusammenfasst: „Hans verwandelt sich von einer stachelschweinähnlichen Figur in einen Hippie-Rocksänger, der Mundharmonika spielt. Als sein Vater ihm eine Sonnenbrille und ein Motorrad gibt, um ihn loszuwerden, geht er in die Stadt und wird schließlich ein Filmstar namens Jack Eagle (Jack Adler). Am Ende ist der Vater stolz auf ihn, und alle aus dem Dorf wollen so aussehen wie er“.

Er wurde 2012 zu einem Kinderbuch verarbeitet. Das Buch trägt den Titel Hans My Hedgehog und wird von Kate Coombs geschrieben und von John Nickle illustriert. Das Buch ist bei Atheneum Books for Young Readers erschienen.

Andrzej Sapkowskis Kurzgeschichte „Eine Frage des Preises“ in der Sammlung The Last Wish ist von Hans My Hedgehog inspiriert.

Die Geschichte wurde in der Episode „Ungarische Volksmärchen“ der U.S.A.-Fernsehserie „Vor langer Zeit und in weiter Ferne“ (1989 – 1993) in Form eines animierten Kurzfilms gezeigt.

Eine Version davon wurde auch als eine Episode von Jim Hensons Der Geschichtenerzähler produziert, in der Jason Carter die menschliche Gestalt von Hans, Terence Harvey die Stimme von Hans dem Igel, Abigail Cruttenden die Prinzessin, David Swift den König, Helen Lindsay die Königin, Eric Richard den Bauern und Maggie Wilkinson die Bäuerin spielt.

Der Hexer und Die Hexe, die aus Andrzej Sapkowskis Büchern Der Hexer adaptiert wurden, enthalten beide eine Adaption der Kurzgeschichte „Eine Frage des Preises“, die auf Hans Mein Igel basiert.

Informationen für wissenschaftliche Analysen


Statistiken zum Märchen
Wert
NummerKHM 108
Aarne-Thompson-Uther-IndexATU Typ 441
Übersetzungen english
Lesbarkeitsindex nach Amstad69.2
Lesbarkeitsindex nach Björnsson41
Flesch-Reading-Ease Index57.9
Flesch–Kincaid Grade-Level11.7
Gunning Fog Index12.6
Coleman–Liau Index10.9
SMOG Index11.3
Automated Readability Index12
Zeichen-Anzahl10.897
Anzahl der Buchstaben8.607
Anzahl der Sätze72
Wortanzahl1.899
Durchschnittliche Wörter pro Satz26,38
Wörter mit mehr als 6 Buchstaben278
Prozentualer Anteil von langen Wörtern14.6%
Silben gesamt2.742
Durchschnittliche Silben pro Wort1,44
Wörter mit drei Silben144
Prozentualer Anteil von Wörtern mit drei Silben7.6%

Bildquellen: © Andrea Danti / Shutterstock

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