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Die drei Männlein im Walde
Die drei Männlein im Walde Märchen

Die drei Männlein im Walde - Märchen der Gebrüder Grimm

Vorlesezeit für Kinder: 15 min

Vorgelesen von Henning Vieser

Es war ein Mann, dem starb seine Frau, und eine Frau, der starb ihr Mann. Und der Mann hatte eine Tochter, und die Frau hatte auch eine Tochter. Die Mädchen waren miteinander bekannt und gingen zusammen spazieren und kamen hernach zu der Frau ins Haus. Da sprach sie zu des Mannes Tochter: „Hör, sage deinem Vater, ich wollt ihn heiraten, dann sollst du jeden Morgen dich in Milch waschen und Wein trinken, meine Tochter aber soll sich in Wasser waschen und Wasser trinken.“ Das Mädchen ging nach Haus und erzählte seinem Vater, was die Frau gesagt hatte.

Der Mann sprach: „Was soll ich tun? Das Heiraten ist eine Freude und ist auch eine Qual.“ Endlich, weil er keinen Entschluss fassen konnte, zog er seinen Stiefel aus und sagte: „Nimm diesen Stiefel, der hat in der Sohle ein Loch, geh damit auf den Boden, häng ihn an den großen Nagel und gieß dann Wasser hinein. Hält er das Wasser, so will ich wieder eine Frau nehmen, läuft’s aber durch, so will ich nicht.“

Das Mädchen tat, wie ihm geheißen war; aber das Wasser zog das Loch zusammen, und der Stiefel ward voll bis obenhin. Es verkündigte seinem Vater, wie’s ausgefallen war. Da stieg er selbst hinauf, und als er sah, dass es seine Richtigkeit hatte, ging er zu der Witwe und freite sie, und die Hochzeit ward gehalten.

Am anderen Morgen, als die beiden Mädchen sich aufmachten, da stand vor des Mannes Tochter Milch zum Waschen und Wein zum Trinken, vor der Frau Tochter aber stand Wasser zum Waschen und Wasser zum Trinken. Am zweiten Morgen stand Wasser zum Waschen und Wasser zum Trinken so gut vor des Mannes Tochter als vor der Frau Tochter. Und am dritten Morgen stand Wasser zum Waschen und Wasser zum Trinken vor des Mannes Tochter und Milch zum Waschen und Wein zum Trinken vor der Frau Tochter, und dabei blieb’s. Die Frau ward ihrer Stieftochter spinnefeind und wusste nicht, wie sie es ihr von einem Tag zum anderen schlimmer machen sollte. Auch war sie neidisch, weil ihre Stieftochter schön und lieblich war, ihre rechte Tochter aber hässlich und widerlich.

Einmal im Winter, als es steinhart gefroren hatte und Berg und Tal vollgeschneit lag, machte die Frau ein Kleid von Papier, rief das Mädchen und sprach: „Da, zieh das Kleid an, geh hinaus in den Wald und hol mir ein Körbchen voll Erdbeeren. Ich habe Verlangen danach.“

„Du lieber Gott,“ sagte das Mädchen, „im Winter wachsen ja keine Erdbeeren, die Erde ist gefroren, und der Schnee hat auch alles zugedeckt. Und warum soll ich in dem Papierkleide gehen? Es ist draußen so kalt, dass einem der Atem friert. Da weht ja der Wind hindurch, und die Dornen reißen mir’s vom Leib.“

„Willst du mir noch widersprechen?“ sagte die Stiefmutter. „Mach, dass du fortkommst, und lass dich nicht eher wieder sehen, als bis du das Körbchen voll Erdbeeren hast.“ Dann gab sie ihm noch ein Stückchen hartes Brot und sprach: „Davon kannst du den Tag über essen,“ und dachte: Draußen wird’s erfrieren und verhungern und mir nimmermehr wieder vor die Augen kommen. Nun war das Mädchen gehorsam, tat das Papierkleid an und ging mit dem Körbchen hinaus. Da war nichts als Schnee die Weite und Breite, und war kein grünes Hälmchen zu merken. Als es in den Wald kam, sah es ein kleines Häuschen, daraus guckten drei kleine Haulemännerchen.

Die drei Männlein im Walde

Es wünschte ihnen die Tageszeit und klopfte bescheidenlich an die Tür. Sie riefen „Herein,“ und es trat in die Stube und setzte sich auf die Bank am Ofen, da wollte es sich wärmen und sein Frühstück essen. Die Haulemännerchen sprachen: „Gib uns auch etwas davon.“ – „Gerne,“ sprach es, teilte sein Stückchen Brot entzwei und gab ihnen die Hälfte. Sie fragten: „Was willst du zur Winterzeit in deinem dünnen Kleidchen hier im Wald?“

„Ach,“ antwortete es, „ich soll ein Körbchen voll Erdbeeren suchen und darf nicht eher nach Hause kommen, als bis ich es mitbringe.“ Als es sein Brot gegessen hatte, gaben sie ihm einen Besen und sprachen: „Kehre damit an der Hintertür den Schnee weg.“ Wie es aber draußen war, sprachen die drei Männerchen untereinander: „Was sollen wir ihm schenken, weil es so artig und gut ist und sein Brot mit uns geteilt hat.“ Da sagte der erste: „Ich schenk ihm, dass es jeden Tag schöner wird.“ Der zweite sprach: „Ich schenk ihm, dass Goldstücke ihm aus dem Mund fallen, sooft es ein Wort spricht.“ Der dritte sprach: „Ich schenk ihm, dass ein König kommt und es zu seiner Gemahlin nimmt.“

Die drei Männlein im Walde

Das Mädchen aber tat, wie die Haulemännerchen gesagt hatten, kehrte mit dem Besen den Schnee hinter dem kleinen Hause weg, und was glaubt ihr wohl, das es gefunden hat? Lauter reife Erdbeeren, die ganz dunkelrot aus dem Schnee hervorkamen. Da raffte es in seiner Freude sein Körbchen voll, dankte den kleinen Männern, gab jedem die Hand und lief nach Haus und wollte der Stiefmutter das Verlangte bringen. Wie es eintrat und „Guten Abend“ sagte, fiel ihm gleich ein Goldstück aus dem Mund. Darauf erzählte es, was ihm im Walde begegnet war, aber bei jedem Worte, das es sprach, fielen ihm die Goldstücke aus dem Mund, so dass bald die ganze Stube damit bedeckt ward.

Die drei Männlein im Walde

„Nun sehe einer den Übermut,“ rief die Stiefschwester, „das Geld so hinzuwerfen,“ aber heimlich war sie neidisch darüber und wollte auch hinaus in den Wald und Erdbeeren suchen. Die Mutter: „Nein, mein liebes Töchterchen, es ist zu kalt, du könntest mir erfrieren.“ Weil sie ihr aber keine Ruhe ließ, gab sie endlich nach, nähte ihm einen prächtigen Pelzrock, den es anziehen musste, und gab ihm Butterbrot und Kuchen mit auf den Weg.

Das Mädchen ging in den Wald und gerade auf das kleine Häuschen zu. Die drei kleinen Haulemänner guckten wieder, aber es grüßte sie nicht, und ohne sich nach ihnen umzusehen und ohne sie zu grüßen, stolperte es in die Stube hinein, setzte sich an den Ofen und fing an, sein Butterbrot und seinen Kuchen zu essen.

Die drei Männlein im Walde

„Gib uns etwas davon“ riefen die Kleinen, aber es antwortete: „Es schickt mir selber nicht, wie kann ich anderen noch davon abgeben?“ Als es nun fertig war mit dem Essen, sprachen sie: „Da hast du einen Besen, kehr uns draußen vor der Hintertür rein.“

„Ei, kehrt euch selber,“ antwortete es, „ich bin eure Magd nicht.“ Wie es sah, dass sie ihm nichts schenken wollten, ging es zur Türe hinaus. Da sprachen die kleinen Männer untereinander: „Was sollen wir ihm schenken, weil es so unartig ist und ein böses, neidisches Herz hat, das niemand etwas gönnt?“ Der erste sprach: „Ich schenk ihm, dass es jeden Tag hässlicher wird.“ Der zweite sprach: „Ich schenk ihm, dass ihm bei jedem Wort, das es spricht, eine Kröte aus dem Munde springt.“ Der dritte sprach: „Ich schenk ihm, dass es eines unglücklichen Todes stirbt.“

Das Mädchen suchte draußen nach Erdbeeren, als es aber keine fand, ging es verdrießlich nach Haus. Und wie es den Mund auftat und seiner Mutter erzählen wollte, was ihm im Walde begegnet war, da sprang ihm bei jedem Wort eine Kröte aus dem Mund, so dass alle einen Abscheu vor ihm bekamen.

Nun ärgerte sich die Stiefmutter noch viel mehr und dachte nur darauf, wie sie der Tochter des Mannes alles Herzeleid antun wollte, deren Schönheit doch alle Tage größer ward. Endlich nahm sie einen Kessel, setzte ihn zum Feuer und sott Garn darin. Als es gesotten war, hing sie es dem armen Mädchen auf die Schulter und gab ihm eine Axt dazu, damit sollte es auf den gefrorenen Fluss gehen, ein Eisloch hauen und das Garn schlittern. Es war gehorsam, ging hin und hackte ein Loch in das Eis, und als es mitten im Hacken war, kam ein prächtiger Wagen hergefahren, worin der König saß. Der Wagen hielt still, und der König fragte: „Mein Kind, wer bist du, und was machst du da?“

„Ich bin ein armes Mädchen und schlittere Garn.“ Da fühlte der König Mitleiden, und als er sah, wie es so gar schön war, sprach er: „Willst du mit mir fahren?“

„Ach ja, von Herzen gern,“ antwortete es, denn es war froh, dass es der Mutter und Schwester aus den Augen kommen sollte.

Also stieg es in den Wagen und fuhr mit dem König fort, und als sie auf sein Schloss gekommen waren, ward die Hochzeit mit großer Pracht gefeiert, wie es die kleinen Männlein dem Mädchen geschenkt hatten. Über ein Jahr gebar die junge Königin einen Sohn, und als die Stiefmutter von dem großen Glücke gehört hatte, so kam sie mit ihrer Tochter in das Schloss und tat, als wollte sie einen Besuch machen. Als aber der König einmal hinausgegangen und sonst niemand zugegen war, packte das böse Weib die Königin am Kopf, und ihre Tochter packte sie an den Füßen, hoben sie aus dem Bett und warfen sie zum Fenster hinaus in den vorbeifließenden Strom. Darauf legte sich ihre hässliche Tochter ins Bett, und die Alte deckte sie zu bis über den Kopf.

Als der König wieder zurückkam und mit seiner Frau sprechen wollte, rief die Alte: „Still, still, jetzt geht das nicht, sie liegt in starkem Schweiß, Ihr müsst sie heute ruhen lassen.“ Der König dachte nichts Böses dabei und kam erst den anderen Morgen wieder, und wie er mit seiner Frau sprach und sie ihm Antwort gab, sprang bei jedem Wort eine Kröte hervor, während sonst ein Goldstück herausgefallen war. Da fragte er, was das wäre, aber die Alte sprach, das hätte sie von dem starken Schweiß gekriegt und würde sich schon wieder verlieren.

In der Nacht aber sah der Küchenjunge, wie eine Ente durch die Gosse geschwommen kam, die sprach:

„König, was machst du?
Schläfst du oder wachst du?“

Und als er keine Antwort gab, sprach sie:

„Was machen meine Gäste?“

Da antwortete der Küchenjunge:

„Sie schlafen feste.“

Fragte sie weiter:

„Was macht mein Kindelein?“

Antwortete er:

„Es schläft in der Wiege fein.“

Da ging sie in der Königin Gestalt hinauf, gab ihm zu trinken, schüttelte ihm sein Bettchen, deckte es zu und schwamm als Ente wieder durch die Gosse fort. So kam sie zwei Nächte, in der dritten sprach sie zu dem Küchenjungen: „Geh und sage dem König, dass er sein Schwert nimmt und auf der Schwelle dreimal über mir schwingt.“ Da lief der Küchenjunge und sagte es dem König, der kam mit seinem Schwert und schwang es dreimal über dem Geist. Und beim dritten Mal stand seine Gemahlin vor ihm, frisch, lebendig und gesund, wie sie vorher gewesen war.

Nun war der König in großer Freude, er hielt aber die Königin in einer Kammer verborgen bis auf den Sonntag, wo das Kind getauft werden sollte. Und als es getauft war, sprach er: „Was gehört einem Menschen, der den anderen aus dem Bett trägt und ins Wasser wirft?“

„Nichts Besseres,“ antwortete die Alte, „als dass man den Bösewicht in ein Fass steckt und den Berg hinab ins Wasser rollt.“ Da sagte der König: „Du hast dein Urteil gesprochen,“ ließ ein Fass holen und die Alte mit ihrer Tochter hineinstecken, dann ward der Boden zugehämmert und das Fass bergab gekullert, bis es in den Fluss rollte.

Hintergründe zum Märchen „Die drei Männlein im Walde“

„Die drei Männlein im Walde“ ist ein deutsches Märchen, das von den Brüdern Jacob und Wilhelm Grimm gesammelt und veröffentlicht wurde. Es ist Teil ihrer berühmten Sammlung „Kinder- und Hausmärchen“, die erstmals im Jahr 1812 veröffentlicht wurde. Das Märchen ist auch bekannt unter der KHM-Nummer 13, die für die Nummerierung innerhalb der Sammlung steht. Es handelt sich um Aarne-Thompson Typ 403B („Die schwarze und die weiße Braut“), mit einer Episode vom Typ 480 („Die freundlichen und die unfreundlichen Mädchen“). Die Erzählung wurde 1812 von den Brüdern Grimm in der ersten Ausgabe von Kinder- und Hausmärchen veröffentlicht. Ihre Quelle war Wilhelm Grimms Freundin und spätere Ehefrau Dortchen Wild (1795-1867). Die zweite Ausgabe wurde mit Material erweitert, das von der Erzählerin Dorothea Viehmann (1755-1815) und von Amalie Hassenpflug (1800-1871) zur Verfügung gestellt wurde.

Die drei Männlein im Walde

Das Märchen erzählt die Geschichte eines armen, verwitweten Mannes und seiner Tochter, die in einem kleinen Haus im Wald leben. Eines Tages trifft das Mädchen auf drei Männlein (Zwerge), die in einer Hütte im Wald wohnen. Die Männlein sind magische Wesen, die ihr drei Wünsche gewähren, weil sie freundlich und hilfsbereit zu ihnen ist. Die Wünsche führen dazu, dass das Mädchen schließlich einen Prinzen heiratet und ein glückliches Leben führt. Wie viele Märchen der Gebrüder Grimm hat auch „Die drei Männlein im Walde“ seinen Ursprung in mündlichen Erzählungen, die in verschiedenen Regionen Deutschlands verbreitet waren. Die Brüder Grimm sammelten diese Geschichten und schrieben sie in einer literarischen Form nieder. Wie in vielen Märchen der Gebrüder Grimm, steht auch in „Die drei Männlein im Walde“ die Moral der Geschichte im Vordergrund. Die Hauptfigur, das Mädchen, wird für ihre Freundlichkeit, Bescheidenheit und Hilfsbereitschaft belohnt, während andere, die diese Tugenden nicht besitzen, bestraft werden.

„Die drei Männlein im Walde“ enthält typische Motive und Symbole, die in vielen Märchen vorkommen, wie die magischen Wünsche, die hilfreichen Zwerge und das Motiv der Prüfung und Belohnung. Die Zwerge symbolisieren hierbei Weisheit und Güte, während die Erfüllung der Wünsche auf die Idee von Schicksal und Vorsehung verweist. „Die drei Männlein im Walde“ gehört zu den weniger bekannten Märchen der Gebrüder Grimm, hat aber dennoch seinen Weg in verschiedene Aspekte der Populärkultur gefunden. Es gibt verschiedene Adaptionen des Märchens in Form von Theaterstücken, Hörspielen, Filmen und Fernsehserien, die sich an Kinder und Erwachsene richten.

Insgesamt ist „Die drei Männlein im Walde“ ein typisches Beispiel für die Märchen der Gebrüder Grimm, die eine moralische Botschaft vermitteln und auf volkstümlichen Erzählungen basieren. Die Geschichte veranschaulicht die Bedeutung von Freundlichkeit, Bescheidenheit und Hilfsbereitschaft und zeigt, dass gute Taten belohnt werden.

Interpretationen zum Märchen „Die drei Männlein im Walde“

„Die drei Männlein im Walde“ ist ein Märchen, das sich auf verschiedenen Ebenen interpretieren lässt. Hier sind einige mögliche Interpretationsansätze:

Die drei Männlein im Walde

Belohnung von Tugend und Bestrafung von Laster: Eine zentrale Interpretation des Märchens bezieht sich auf die moralische Botschaft, die es vermittelt. Das Mädchen wird für ihre Tugenden wie Freundlichkeit, Bescheidenheit und Hilfsbereitschaft belohnt, während die Stiefmutter und Stiefschwester, die von Neid und Missgunst geprägt sind, bestraft werden. Diese Interpretation unterstreicht die Wichtigkeit von ethischem Verhalten und die Konsequenzen, die sich aus gutem oder schlechtem Handeln ergeben können.

Initiation und Selbstfindung: Das Märchen kann auch als eine Art Initiationsritus betrachtet werden, bei dem das Mädchen durch Prüfungen und Herausforderungen zu einer selbstbewussten, reifen Persönlichkeit heranwächst. Die Begegnung mit den drei Männlein und die Bewältigung der Schwierigkeiten, die ihr widerfahren, führen sie schließlich zu einem glücklichen, erfüllten Leben.

Die Rolle von Zufall und Schicksal: Eine weitere Interpretation beschäftigt sich mit der Rolle von Zufall und Schicksal in der Geschichte. Das Mädchen trifft die drei Männlein zufällig im Wald, und ihre Begegnung führt zu einer Reihe von Ereignissen, die ihr Leben grundlegend verändern. Dies kann als eine Botschaft über die Unvorhersehbarkeit des Lebens und die Möglichkeit von glücklichen Zufällen gedeutet werden, die das Schicksal positiv beeinflussen können.

Feministische Perspektive: Aus einer feministischen Sichtweise könnte das Märchen auch als eine Kritik an den damals vorherrschenden Geschlechterrollen und der Unterdrückung von Frauen gelesen werden. Das Mädchen wird von ihrer Stiefmutter und Stiefschwester schlecht behandelt und muss zahlreiche Demütigungen ertragen. Durch ihre Begegnung mit den drei Männlein und die Erfüllung ihrer Wünsche wird sie jedoch aus dieser Unterdrückung befreit und kann ihr eigenes, selbstbestimmtes Leben führen.

Die Kraft der Natur: Schließlich kann das Märchen auch als eine Allegorie für die Kraft der Natur und ihre Verbindung zur menschlichen Seele betrachtet werden. Das Mädchen findet Trost und Hilfe in der natürlichen Umgebung des Waldes und bei den magischen Wesen, die dort leben. Diese Interpretation betont die Bedeutung der Natur als Quelle von Weisheit, Schutz und Inspiration.

Insgesamt bietet „Die drei Männlein im Walde“ verschiedene Interpretationsmöglichkeiten, die den Leser dazu anregen, über moralische Werte, persönliche Reifung, Schicksal, Geschlechterrollen und die Bedeutung der Natur nachzudenken.

Adaptionen zum Märchen „Die drei Männlein im Walde“

„Die drei Männlein im Wald“ ist ein deutsches Märchen, das 1812 von den Gebrüdern Grimm in Grimms Märchen gesammelt wurde (KHM 13). Obwohl „Die drei Männlein im Walde“ zu den weniger bekannten Märchen der Gebrüder Grimm gehört, gibt es dennoch einige Adaptionen der Geschichte in verschiedenen Medien. Hier sind einige konkrete Beispiele:

Die drei Männlein im Walde

Film: Im Jahr 1988 wurde eine deutsche Fernsehproduktion mit dem Titel „Die drei Männlein im Walde“ veröffentlicht. Der Film gehört zur Reihe „Grimms Märchen Klassiker“ und wurde von Günter Meyer inszeniert. In dieser Adaption treten die Schauspieler Uwe Ochsenknecht und Andrea Sawatzki in den Hauptrollen auf.

Theater: „Die drei Männlein im Walde“ wurde auch als Theaterstück für Kinder adaptiert. Zum Beispiel gibt es eine Version von Peter Kühn, die für die Bühne bearbeitet und inszeniert wurde. Diese Adaption hält sich eng an die Originalgeschichte und betont die moralischen Aspekte des Märchens.

Hörspiel: Es gibt verschiedene Hörspielversionen des Märchens, die sich an Kinder richten. Eine davon ist die Produktion von Europa, die Teil der Reihe „Die schönsten Märchen der Gebrüder Grimm“ ist. Diese Hörspieladaption erzählt die Geschichte auf lebendige und anschauliche Weise, wodurch die Zuhörer in die Welt des Märchens eintauchen können.

Bilderbuch: „Die drei Männlein im Walde“ wurde auch als Bilderbuch für Kinder adaptiert. Beispielsweise gibt es eine Version von Susanne Wechdorn, die den Text des Märchens in einer modernen und ansprechenden Weise illustriert. Das Buch lädt junge Leser dazu ein, die Geschichte in einem neuen, visuellen Kontext zu entdecken.

Animation: Das Märchen wurde auch als animierter Kurzfilm umgesetzt, wie zum Beispiel in der sowjetischen Zeichentrickserie „Grimms Märchen“ (1987-1988), die auf Geschichten der Gebrüder Grimm basiert. In dieser Adaption wird die Geschichte durch Animationen und Musik lebendig und vermittelt die moralischen Botschaften auf unterhaltsame Weise.

Diese Beispiele zeigen, dass „Die drei Männlein im Walde“ in verschiedenen Formen und Medien adaptiert wurde, die sich an unterschiedliche Altersgruppen und Interessen richten. Dabei wurde die Geschichte häufig modernisiert oder neu interpretiert, um sie für ein zeitgenössisches Publikum ansprechend zu gestalten.

Zusammenfassung des Märchen „Die drei Männlein im Walde“

„Die drei Männlein im Walde“ ist ein Märchen der Gebrüder Grimm, das die Geschichte eines armen, verwitweten Mannes und seiner Tochter erzählt. Die Tochter ist bescheiden, freundlich und hilfsbereit, während ihre Stiefmutter und Stiefschwester sie schlecht behandeln und sie zwingen, im Wald Holz zu sammeln. Eines Tages trifft das Mädchen im tiefen Schnee auf eine Hütte im Wald, in der drei kleine Männlein (Zwerge) leben. Sie bittet um Unterschlupf und Essen und hilft den Männlein bei ihren Aufgaben. Als Dank für ihre Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft gewähren die Männlein ihr drei Wünsche: dass sie jeden Tag schöner wird, dass aus ihrem Mund bei jedem Wort ein Goldstück fällt und dass sie einen Königssohn heiraten möge.

Die drei Männlein im Walde

Die Stiefmutter ist neidisch auf das Glück des Mädchens und schickt ihre eigene Tochter ebenfalls in den Wald, um ähnliche Wünsche zu erlangen. Doch die Stiefschwester ist faul und unhöflich und behandelt die Männlein schlecht. Daher verfluchen sie sie, indem sie hässlicher wird, bei jedem Wort eine Kröte aus ihrem Mund springt und sie eine schmerzhafte und unheilbare Krankheit erleiden muss. Der Königssohn entdeckt das Mädchen und ist von ihrer Schönheit und den Goldstücken, die sie ausspricht, fasziniert. Er bittet sie, seine Frau zu werden, und sie leben zusammen glücklich und zufrieden. Die böse Stiefmutter und Stiefschwester werden für ihr schlechtes Verhalten bestraft und erfahren ein unglückliches Schicksal.

Die Geschichte von „Die drei Männlein im Walde“ vermittelt eine moralische Botschaft über die Bedeutung von Freundlichkeit, Bescheidenheit und Hilfsbereitschaft. Gute Taten werden belohnt, während schlechtes Verhalten und Untugenden bestraft werden.

Die Handlung des Märchen

Eine Frau bietet einem Witwer ihre Hand zur Heirat an: Im Gegenzug würde ihre Tochter sich waschen und Wasser trinken, und die Tochter des Mannes würde sich mit Milch waschen und Wein trinken. Nachdem er einen Test durchgeführt hat, um seine Wahl zu bestimmen, heiratet er die Frau, die ihr Wort hält. Am zweiten Tag der Ehe baden und waschen sich beide Töchter jedoch mit Wasser. Am dritten Tag wäscht sich die Tochter des Mannes mit Wasser und trinkt es, während die Tochter der Frau Wein trinkt und sich mit Milch wäscht. Das bleibt auch danach so, weil die Frau insgeheim ihre Stieftochter hasst, weil sie hübscher ist als ihre eigene.

Die drei Männlein im Walde

Eines Tages im Winter zwingt die Stiefmutter ihre Stieftochter, ein Papierkleid anzuziehen und Erdbeeren zu suchen. Das Mädchen ist entsetzt darüber, da im Winter keine Früchte zu finden sind und das Kleid sie nicht vor der Kälte schützt. Die Stiefmutter zwingt sie, hinauszugehen, und verbietet ihr die Rückkehr, bis die Erdbeeren gebracht werden. In Wirklichkeit handelt es sich um ein Komplott, um das Mädchen loszuwerden, da die Stiefmutter einen immensen Hass gegen sie hegt. Das Mädchen findet bald ein kleines Haus mit drei kleinen Männern darin. Als Hausgast zeigt sie sich ihnen gegenüber sehr höflich, bietet ihnen ihr von der Stiefmutter gegebenes grobes Essen an und putzt auch für sie das Haus. Die Männer haben Mitleid mit ihrer Lage und beschliessen, ihr drei Geschenke zu machen: Sie wird jeden Tag hübscher werden, bei jedem Wort wird Gold aus ihrem Mund fallen, und eines Tages wird sie einen König heiraten. Das Mädchen findet schließlich Erdbeeren in der Nähe der Rückseite ihres Hauses und macht sich glücklich auf den Heimweg.

Das Mädchen kehrt nach Hause zurück, sieht sich aber dem Neid ihrer Stiefschwester gegenüber, die die gleiche Belohnung will. Ihre Mutter lässt sie zunächst nicht nach Erdbeeren suchen, aber die Stiefschwester bettelt, bis es ihr erlaubt wird. Sie bekommt einen warmen Mantel und gutes Essen und findet bald das Haus mit den drei kleinen Männern. Allerdings verhält sie sich ihnen gegenüber unhöflich und weigert sich, zu putzen. Als sie merkt, dass sie nichts bekommen wird, nimmt sie Abschied. Die drei Männer beschliessen, sie für ihr Verhalten zu bestrafen: Das Mädchen wird von Tag zu Tag hässlicher, bei jedem Wort springen ihr Kröten aus dem Mund, und sie wird einen schrecklichen Tod sterben. Die Stiefschwester kehrt unglücklich nach Hause zurück, und ihre Mutter ekelt sich vor den Kröten, die aus ihrem Mund kommen.

Der Hass der Stiefmutter auf ihre Stieftochter nimmt von Tag zu Tag zu, weil sie immer schöner wird. Sie taucht Garn in kochendes Wasser und gibt dem Mädchen eine Axt, mit der es ein Loch in einen vereisten Fluss schneiden kann, um ihn zu spülen. In der Zeit, in der sie dies tut, kommt ein König in seiner Kutsche an und ist in ihre Schönheit vernarrt. Er nimmt sie mit auf sein Schloss und heiratet sie, wie die drei Männer es vorhergesagt hatten. Bald darauf bekommt sie einen kleinen Jungen. Doch die Stiefmutter erfährt davon und kommt mit ihrer Tochter an und gibt vor, sie besuchen zu wollen. Als sie allein sind, ergreifen die beiden die Königin und werfen sie aus dem Fenster, wo sie in einen Bach fällt und ertrinkt. Die Tochter der Frau wird sofort auf den Platz der Königin gesetzt, und dem König wird mitgeteilt, dass sie krank ist, so dass nun statt Gold Kröten aus ihrem Mund kommen.

In der Nacht wird der Küchenjunge Zeuge, wie eine Ente den Rinnstein hinaufschwimmt und nach dem Status des Königs und des Babys fragt. Der Junge antwortet, dass sie ruhig schlafen. Die Ente verwandelt sich vorübergehend in die Königin, um sich um ihr Baby zu kümmern, und schwimmt als Ente durch den Rinnstein davon. Dies geschieht noch zwei weitere Male: Beim dritten Mal sagt sie dem Küchenjungen, er solle dem König sagen, er solle dreimal sein Schwert über sie schwingen. Der Junge sagt es dem König, der dies tut, und die Ente verwandelt sich wieder in die Königin, die wieder zum Leben erwacht.

Der König versteckt seine Frau während der Taufe seines Kindes, um die Stiefmutter und die falsche Königin zu konfrontieren. Er fragt die Stiefmutter, was die Strafe für jemanden sein sollte, der eine andere aus dem Bett zerrt und ertränkt: Die Frau antwortet törichterweise, dass sie in ein Fass mit Nägeln gelegt und einen Hügel hinunter ins Wasser gerollt werden sollte. Der König ruft dann aus, dass sie soeben ihren eigenen Satz gesprochen habe, so dass die Stiefmutter und die falsche Königin dann in das besagte Fass gelegt und einen Hügel hinunter in einen nahe gelegenen Fluss gerollt werden.

Informationen für wissenschaftliche Analysen


Statistiken zum Märchen
Wert
NummerKHM 13
Aarne-Thompson-Uther-IndexATU Typ 403B
Übersetzungen DE, EN, DA, ES, FR, PT, FI, HU, IT, JA, NL, PL, RU, TR, VI, ZH,
Lesbarkeitsindex nach Amstad76.9
Lesbarkeitsindex nach Björnsson36.6
Flesch-Reading-Ease Index66.1
Flesch–Kincaid Grade-Level8.9
Gunning Fog Index9.6
Coleman–Liau Index11.4
SMOG Index10.1
Automated Readability Index10.1
Zeichen-Anzahl10.917
Anzahl der Buchstaben8.550
Anzahl der Sätze95
Wortanzahl1.848
Durchschnittliche Wörter pro Satz19,45
Wörter mit mehr als 6 Buchstaben317
Prozentualer Anteil von langen Wörtern17.2%
Silben gesamt2.643
Durchschnittliche Silben pro Wort1,43
Wörter mit drei Silben138
Prozentualer Anteil von Wörtern mit drei Silben7.5%
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