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Die drei schwarzen Prinzessinnen
Grimm Märchen

Die drei schwarzen Prinzessinnen - Märchen der Gebrüder Grimm

Vorlesezeit für Kinder: 6 min

Ostindien wurde vom Feind belagert, der die Stadt nicht eher verlassen wollte, als bis er sechshundert Taler erhalten hatte. Da ließen sie austrommeln, wer das Geld zur Stelle schaffen könnte, der sollte Bürgermeister werden. Nun gab es da einen armen Fischer, der fischte auf der See mit seinem Sohn. Da kam der Feind, nahm den Sohn gefangen und gab ihm dafür sechshundert Taler.

Da ging der Vater hin und gab sie den Herren in der Stadt, und daraufhin zog der Feind ab, und der Fischer wurde Bürgermeister. Dann wurde ausgerufen, wer nicht „Herr Bürgermeister“ sagte, der sollte am Galgen hingerichtet werden.

Der Sohn konnte dem Feind wieder entfliehen und kam in einen großen Wald auf einem hohen Berg. Der Berg tat sich auf, da kam er in ein großes verwunschenes Schloss, worin Stühle, Tische und Bänke alle schwarz behangen waren. Da kamen drei Prinzessinnen, die ganz schwarz angezogen waren und nur ein wenig Weiß im Gesicht zeigten. Die sagten zu ihm, er solle nicht bang sein, sie wollten ihm nichts tun, er könne sie erlösen. Da sagte er, das wolle er gern tun, wenn er nur wüsste, wie er das machen solle.

Da sagten sie, er sollte ein ganzes Jahr nicht mit ihnen sprechen, und sie auch nicht ansehen; was er gern haben wollte, das sollte er nur sagen: wenn sie Antwort geben dürften, wollten sie es tun. Als er eine Zeit lang dagewesen war, sagte er, er wollte gern einmal zu seinem Vater gehen. Da sagten sie, das solle er nur tun, und diesen Beutel mit Gold solle er mitnehmen und diese Kleider solle er anziehen, und in acht Tagen müsste er wieder hier sein.

Da wurde er aufgehoben, und war gleich in Ostindien. Doch konnte er seinen Vater in der Fischerhütte nicht mehr finden und fragte die Leute, wo der arme Fischer geblieben wäre. Da sagten sie, das dürfe er nicht sagen, sonst käme er an den Galgen. Dann kam er zu seinem Vater und sagte zu ihm: „Fischer, wie seid Ihr dazu gekommen?“

Da sagte sein Vater: „Das dürft Ihr nicht sagen, wenn das die Herren von der Stadt gewahr werden, kommt Ihr an den Galgen!“ Er wollte es aber gar nicht lassen, und wurde deshalb zum Galgen gebracht. Als er dort angelangt war, sagte er: „Oh, meine Herren, gebt mir die Erlaubnis, dass ich noch einmal zu der alten Fischerhütte gehen darf.“

Dort zog er seinen alten Kittel an, kam wieder zu den Herren zurück und sagte: „Seht ihr es nun? Bin ich nicht dem armen Fischer sein Sohn? In diesem Zeug habe ich meinem Vater und meiner Mutter das Brot verdient.“

Da erkannten sie ihn, baten ihn um Verzeihung und nahmen ihn mit nach Haus. Da erzählte er allen, wie es ihm ergangen war. Dass er in einen Wald gekommen sei auf einem hohen Berg. Da hätte sich der Berg aufgetan, und er wäre in ein verwunschenes Schloss gekommen, worin alles schwarz gewesen sei, und drei Prinzessinnen wären gekommen, die wären schwarz gewesen, nur im Gesicht etwas weiß.

Die hätten ihm gesagt, er solle nicht bange sein, denn er könne sie erlösen. Da sagte seine Mutter, das möchte wohl nichts Gutes sein. Er solle eine geweihte Wachskerze nehmen und ihnen glühendes Wachs ins Gesicht tropfen.

Er ging nun wieder hin, und da graute ihm so. Er tropfte ihnen Wachs ins Gesicht, als sie schliefen, und da wurden sie halb weiß. Da sprangen alle drei Prinzessinnen auf und sagten: „Du verfluchter Hund, unser Blut soll über dich Rache schreien! Nun ist kein Mensch auf der Welt geboren und es wird auch keiner geboren, der uns erlösen kann!

Wir haben noch drei Brüder, die sind an sieben Ketten angeschlossen, die sollen dich zerreißen!“ Da gab es jäh ein großes Geschrei im. ganzen Schloss, und er sprang aus dem Fenster und brach sich ein Bein, und das Schloss sank wieder in den Grund, der Berg war wieder zu, und niemand wusste, wo es gewesen war.

Hintergründe zum Märchen „Die drei schwarzen Prinzessinnen“

„Die drei schwarzen Prinzessinnen“ (KHM 137) ist ein Märchen aus der Sammlung der Brüder Grimm. Hier sind einige Hintergründe zum Märchen:

Herkunft: Das Märchen stammt aus dem Münsterland und wurde von Jenny von Droste-Hülshoff gesammelt. Es wurde im zweiten Teil der Erstauflage der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm aufgenommen.

Motive und Themen: Das Märchen beinhaltet eine Reihe von Motiven und Themen, die in anderen Märchen und Sagen auch vorkommen. Dazu gehören das verwunschene Schloss, die verzauberten Prinzessinnen, die Notwendigkeit von Schweigen und Bedingungen für Erlösung. Die Prüfungen, denen der Protagonist begegnet, sind typisch für Märchen, in denen ein Held versucht, jemanden zu erlösen oder eine Aufgabe zu erfüllen.

Keltischer Sagenkreis: Das Motiv des verzauberten Schlosses und der gefangenen oder verfluchten Edelfrauen und Prinzessinnen taucht auch in mittelalterlichen Epen und dem keltischen Sagenkreis auf. Es könnte auf eine keltische Vorstellung der Jenseitswelt hindeuten.

Parallelen zu anderen Märchen: „Die drei schwarzen Prinzessinnen“ weist Parallelen und Vergleiche mit anderen Märchen und Motiven auf, darunter verwünschte Schlösser, Rat der Mutter und Fluch des Kerzenwachses. Das Märchen hat Parallelen zu anderen Geschichten wie KHM 58 Das Eselein, KHM 3 Marienkind, KHM 62 Die Bienenkönigin, KHM 121 Der Königssohn, der sich vor nichts fürchtet und KHM 92 Der König vom goldenen Berg. Das verwunschene Schloss und die gefangenen Prinzessinnen sind auch in mittelalterlichen Epen wie „Parzival“ von Wolfram von Eschenbach zu finden und werden häufig dem keltischen Sagenkreis zugeordnet. Es könnte eine Anspielung auf eine keltische Vorstellung der Jenseitswelt sein.

Erzählforschung: Der Erzählforscher Hans-Jörg Uther vermutet, dass die Erlösung im Gegensatz zu anderen Märchen wie KHM 121 nicht gelingt, weil es sich nicht um tugendhafte Menschen handelt, da der Vater seinen Sohn verkaufte. Dies könnte darauf hindeuten, dass das Märchen eine moralische Botschaft vermittelt, die besagt, dass untugendhafte Handlungen und Entscheidungen negative Konsequenzen haben können.

Sprache: Das Märchen ist auf Plattdeutsch verfasst, einer Regionalsprache, die in Norddeutschland gesprochen wird. Dies spiegelt die Herkunft des Märchens aus dem Münsterland wider und zeigt die sprachliche Vielfalt der Märchensammlung der Brüder Grimm.

Interpretationen zum Märchen „Die drei schwarzen Prinzessinnen“

Das Märchen „Die drei schwarzen Prinzessinnen“ (KHM 137) bietet verschiedene Interpretationsmöglichkeiten. Hier sind einige mögliche Interpretationen:

Erlösung und Bedingungen: Das Märchen zeigt, dass Erlösung nicht immer leicht ist und oft an bestimmte Bedingungen geknüpft ist. Der Held muss den Prinzessinnen ein Jahr lang gehorchen, ohne sie anzusehen oder anzusprechen, um sie zu erlösen. Die Geschichte zeigt, dass das Versagen, diese Bedingungen zu erfüllen, fatale Konsequenzen haben kann.

Moralische Botschaft: Die Geschichte kann auch als eine Warnung vor den Folgen untugendhafter Handlungen interpretiert werden. Der Vater verkauft seinen Sohn für Geld, was letztendlich dazu führt, dass der Held seine Mission nicht erfüllen kann. Die Geschichte zeigt, dass Entscheidungen, die auf Eigennutz und Gier beruhen, negative Konsequenzen haben können.

Das Scheitern der Erlösung: Im Gegensatz zu vielen Märchen, in denen der Held erfolgreich ist und am Ende triumphiert, gelingt es dem Protagonisten hier nicht, die Prinzessinnen zu erlösen. Dies könnte darauf hindeuten, dass das Märchen eine realistischere und weniger idealisierte Perspektive auf die menschliche Natur und die Schwierigkeiten des Lebens bietet.

Die Rolle der Mutter: Die Mutter in der Geschichte gibt dem Sohn den Rat, den Prinzessinnen geweihtes Wachs ins Gesicht zu tropfen. Obwohl dies dazu führt, dass die Prinzessinnen den Helden verfluchen, zeigt es auch die Ambivalenz der mütterlichen Figur in der Geschichte. Die Mutter zeigt sowohl Fürsorge als auch Einfluss auf das Schicksal ihres Sohnes.

Die Macht von Verwandlungen: Das Märchen zeigt die Macht von Verwandlungen und Verkleidungen. Der Held wechselt zwischen seiner Identität als Fischer und der Rolle des Helden, der versucht, die Prinzessinnen zu erlösen. Die Verwandlung zeigt die Dualität der menschlichen Natur und die Fähigkeit, verschiedene Rollen im Leben einzunehmen.

Keltische Mythologie: Da das verzauberte Schloss und die gefangenen oder verfluchten Edelfrauen und Prinzessinnen im keltischen Sagenkreis auftauchen, könnte das Märchen keltische Mythologie und Vorstellungen von der Jenseitswelt reflektieren. Das verwunschene Schloss und die gefangenen Prinzessinnen sind ein wiederkehrendes Motiv in verschiedenen Märchen und Legenden, insbesondere im keltischen Sagenkreis. Solche Motive könnten auf keltische Vorstellungen der Jenseitswelt hindeuten. In der Erzählung zeigt sich, dass das Bedürfnis nach Verborgenheit und Schweigen eine wichtige Rolle spielt, ähnlich wie in anderen Märchen der Brüder Grimm, wie KHM 58 Das Eselein und KHM 3 Marienkind.

Insgesamt bietet das Märchen „Die drei schwarzen Prinzessinnen“ eine Vielzahl von Interpretationsmöglichkeiten, die sich mit Themen wie Erlösung, Moral, Verwandlung und keltischer Mythologie auseinandersetzen.

Adaptionen zum Märchen „Die drei schwarzen Prinzessinnen“

Obwohl das Märchen „Die drei schwarzen Prinzessinnen“ (KHM 137) nicht so bekannt ist wie andere Geschichten aus der Sammlung der Brüder Grimm, gibt es dennoch einige Adaptionen und Variationen des Märchens. Hier sind einige Beispiele:

Literarische Adaptionen: „Die drei schwarzen Prinzessinnen“ wurde in verschiedenen Märchensammlungen und Anthologien veröffentlicht, die Geschichten der Brüder Grimm enthalten. Diese Sammlungen bieten oft Illustrationen und Interpretationen der Geschichte durch verschiedene Autoren und Illustratoren.

Theater- und Bühnenproduktionen: „Die drei schwarzen Prinzessinnen“ wurde gelegentlich als Theaterstück oder als Teil von Märchentheaterproduktionen adaptiert. Zum Beispiel wurde das Stück von Erich Kästner in seiner Sammlung „Bei uns zu Hause: Theatergeschichten für Kinder“ aufgenommen und für die Bühne adaptiert.

Film und Fernsehen: Obwohl es keine direkten Verfilmungen des Märchens gibt, wurden Elemente und Motive aus „Die drei schwarzen Prinzessinnen“ in anderen Film- und Fernsehproduktionen verwendet. Zum Beispiel finden sich in einigen Märchenfilmen Motive wie das verzauberte Schloss und die Bedingungen der Erlösung.

Musik: In einigen musikalischen Interpretationen und Kompositionen wurden Elemente aus dem Märchen „Die drei schwarzen Prinzessinnen“ aufgegriffen. Zum Beispiel wurde das Märchen als Teil von musikalischen Märchenprojekten präsentiert, bei denen Komponisten Musikstücke auf der Grundlage von Grimm’schen Märchen schreiben.

Bildende Kunst: Künstler und Illustratoren haben „Die drei schwarzen Prinzessinnen“ in verschiedenen Formen dargestellt, z. B. in Gemälden, Zeichnungen und Skulpturen. Einige dieser Darstellungen sind Teil von Ausstellungen und Sammlungen, die sich auf die Märchen der Brüder Grimm konzentrieren.

Pädagogische Anwendungen: Das Märchen „Die drei schwarzen Prinzessinnen“ wurde in pädagogischen Kontexten verwendet, um Themen wie Moral, Erlösung und die Konsequenzen von Handlungen zu diskutieren. Lehrer und Erzieher nutzen das Märchen, um mit Kindern und Jugendlichen über diese Themen zu sprechen und sie zum Nachdenken über ihre eigenen Entscheidungen und Handlungen anzuregen.

Obwohl „Die drei schwarzen Prinzessinnen“ nicht so bekannt ist wie andere Märchen der Brüder Grimm, gibt es dennoch Adaptionen und Variationen des Märchens in verschiedenen Medien und Kunstformen.

Zusammenfassung der Handlung

Im Märchen „Die drei schwarzen Prinzessinnen“ (KHM 137) von den Gebrüder Grimm geht es um einen armen Fischer, der zum Bürgermeister einer belagerten Stadt ernannt wird, nachdem ihm der Feind seinen Sohn geraubt und ihm dafür 600 Taler gegeben hat. Wer ihn nicht „Herr Bürgermeister“ nennt, soll hängen. Der entführte Sohn entkommt und entdeckt im Wald ein verzaubertes schwarzes Schloss, in dem drei schwarz gekleidete Prinzessinnen gefangen sind. Er kann sie erlösen, wenn er sie ein Jahr lang weder ansieht noch anspricht, sondern ihnen nur sagt, was er von ihnen möchte. Als er seinen Vater besuchen will, bekommt er Geld, Kleider und acht Tage Zeit.

In der Stadt sucht er seinen Vater und nennt ihn Fischer. Als er am Galgen steht, bittet er darum, noch einmal zur Fischerhütte gehen zu dürfen. Er zieht seine alte Kleidung an, gibt sich zu erkennen und wird von seinem Vater aufgenommen. Er erzählt von dem Schloss, und auf Rat seiner Mutter tropft er den Prinzessinnen geweihtes Wachs ins Gesicht, um sie zu erlösen. Die Prinzessinnen werden daraufhin halb weiß, verfluchen aber den Helden, weil sie nun unerlösbar sind. Der Held springt aus dem Fenster, bricht sich ein Bein, und das Schloss verschwindet. Die Geschichte zeigt, dass das Scheitern, die Bedingungen für die Erlösung einzuhalten, fatale Konsequenzen haben kann und warnt vor den Folgen untugendhafter Handlungen.

Informationen für wissenschaftliche Analysen


Statistiken zum Märchen
Wert
NummerKHM 137
Aarne-Thompson-Uther-IndexATU Typ 401A
Übersetzungen DE, EN, DA, ES, PT, IT, JA, NL, PL, RU, TR, VI, ZH,
Lesbarkeitsindex nach Amstad77.7
Lesbarkeitsindex nach Björnsson33.3
Flesch-Reading-Ease Index66.3
Flesch–Kincaid Grade-Level8.3
Gunning Fog Index9.7
Coleman–Liau Index11
SMOG Index10.3
Automated Readability Index8.6
Zeichen-Anzahl3.806
Anzahl der Buchstaben2.989
Anzahl der Sätze38
Wortanzahl657
Durchschnittliche Wörter pro Satz17,29
Wörter mit mehr als 6 Buchstaben105
Prozentualer Anteil von langen Wörtern16%
Silben gesamt955
Durchschnittliche Silben pro Wort1,45
Wörter mit drei Silben58
Prozentualer Anteil von Wörtern mit drei Silben8.8%

Bildquellen: © Andrea Danti / Shutterstock

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