Childstories.org Logo
Menü
Childstories.org Logo
  • 1
  • Alle Grimm
    Märchen
  • 2
  • Nach Lesezeit
    sortiert
  • 3
  • Perfekt zum
    Vorlesen für Kinder
Die Eule
Grimm Märchen

Die Eule - Märchen der Gebrüder Grimm

Vorlesezeit für Kinder: 7 min

Vor ein paar hundert Jahren, als die Leute noch lange nicht so klug und verschmitzt waren, als sie heutzutage sind, hat sich in einer kleinen Stadt eine seltsame Geschichte zugetragen. Von ungefähr war eine von den großen Eulen, die man Schuhu nennt, aus dem benachbarten Walde bei nächtlicher Weile in die Scheuer eines Bürgers geraten und wagte sich, als der Tag anbrach, aus Furcht vor den anderen Vögeln, die, wenn sie sich blicken lässt, ein furchtbares Geschrei erheben, nicht wieder aus ihrem Schlupfwinkel heraus.

Als nun der Hausknecht morgens in die Scheuer kam, um Stroh zu holen, erschrak er bei dem Anblick der Eule, die da in einer Ecke saß, so gewaltig, dass er fortlief und seinem Herrn ankündigte, ein Ungeheuer, wie er zeit seines Lebens keins erblickt hätte, säße in der Scheuer, drehte die Augen im Kopf herum und könnte einen ohne Umstände verschlingen. „Ich kenne dich schon,“ sagte der Herr, „einer Amsel im Felde nachzujagen, dazu hast du Mut genug, aber wenn du ein totes Huhn liegen siehst, so holst du dir erst einen Stock, ehe du ihm nahe kommst. Ich muss nur selbst einmal nachsehen, was das für ein Ungeheuer ist,“ setzte der Herr hinzu, ging ganz tapfer zur Scheuer hinein und blickte umher. Als er aber das seltsame und gräuliche Tier mit eigenen Augen sah, so geriet er in nicht geringere Angst als der Knecht. Mit ein paar Sätzen sprang er hinaus, lief zu seinen Nachbarn und bat sie flehentlich, ihm gegen ein unbekanntes und gefährliches Tier Beistand zu leisten; ohnehin könnte die ganze Stadt in Gefahr kommen, wenn es aus der Scheuer, wo es säße, heraus bräche.

Es entstand großer Lärm und Geschrei in allen Straßen: die Bürger kamen mit Spießen, Heugabeln, Sensen und Äxten bewaffnet herbei, als wollten sie gegen den Feind ausziehen: zuletzt erschienen auch die Herren des Rats mit dem Bürgermeister an der Spitze. Als sie sich auf dem Markt geordnet hatten, zogen sie zu der Scheuer und umringten sie von allen Seiten. Hierauf trat einer der beherztesten hervor und ging mit gefälltem Spieß hinein, kam aber gleich darauf mit einem Schrei und totenbleich wieder herausgelaufen, und konnte kein Wort hervorbringen. Noch zwei andere wagten sich hinein, es erging ihnen aber nicht besser. Endlich trat einer hervor, ein großer starker Mann, der wegen seiner Kriegestaten berühmt war, und sprach „mit bloßem Ansehen werdet ihr das Ungetüm nicht vertreiben, hier muss Ernst gebraucht werden, aber ich sehe, dass ihr alle zu Weibern geworden seid und keiner den Fuchs beißen will.“

Er ließ sich Harnisch, Schwert und Spieß bringen und rüstete sich. Alle rühmten seinen Mut, obgleich viele um sein Leben besorgt waren. Die beiden Scheunentore wurden aufgetan, und man erblickte die Eule, die sich indessen in die Mitte auf einen großen Querbalken gesetzt hatte. Er ließ eine Leiter herbeibringen, und als er sie anlegte und sich bereitete hinaufzusteigen, so riefen ihm alle zu, er solle sich männlich halten, und empfahlen ihn dem heiligen Georg, der den Drachen getötet hatte. Als er bald oben war, und die Eule sah, dass er an sie wollte, auch von der Menge und dem Geschrei des Volks verwirrt war und nicht wusste, wohinaus, so verdrehte sie die Augen, sträubte die Federn, sperrte die Flügel auf, gnappte mit dem Schnabel und ließ ihr uhu, uhu mit rauer Stimme hören. „Stoß zu, stoß zu!“ rief die Menge draußen dem tapferen Helden zu. „Wer hier stände, wo ich stehe,“ antwortete er, „der würde nicht stoß zu rufen.“ Er setzte zwar den Fuß noch eine Staffel höher, dann aber fing er an zu zittern und machte sich halb ohnmächtig auf den Rückweg.

Nun war keiner mehr übrig, der sich in die Gefahr hätte begeben wollen. „Das Ungeheuer,“ sagten sie, „hat den stärksten Mann, der unter uns zu finden war, durch sein Gnappen und Anhauchen allein vergiftet und tödlich verwundet, sollen wir anderen auch unser Leben in die Schanze schlagen?“ Sie beratschlagten, was zu tun wäre, wenn die ganze Stadt nicht sollte zugrunde gehen. Lange Zeit schien alles vergeblich, bis endlich der Bürgermeister einen Ausweg fand. „Meine Meinung geht dahin,“ sprach er, „dass wir aus gemeinem Säckel diese Scheune samt allem, was darin liegt, Getreide, Stroh und Heu, dem Eigentümer bezahlen und ihn schadlos halten, dann aber das ganze Gebäude und mit ihm das fürchterliche Tier abbrennen, so braucht doch niemand sein Leben daran zu setzen.

Hier ist keine Gelegenheit zu sparen, und Knauserei wäre übel angewendet.“ Alle stimmten ihm bei. Also ward die Scheune an vier Ecken angezündet, und mit ihr die Eule jämmerlich verbrannt. Wer‘s nicht glauben will, der gehe hin und frage selbst nach.

Lesen Sie ein Kurz-Märchen (5 min)

Hintergründe zum Märchen „Die Eule“

„Die Eule“ ist ein deutsches Märchen, das von den Gebrüdern Grimm in Grimms Märchen, Nummer 174, gesammelt wurde. Es ist Aarne-Thompson Typ 1281 – Verbrennen der Scheune, um ein unbekanntes Tier zu vernichten.

Handlung und Zusammenfassung des Märchen

In der Geschichte fliegt eine Horneule in eine Scheune, die einem Einheimischen in der nahe gelegenen Stadt gehört. Die Eule erschreckt schnell alle Stadtbewohner, die versuchen, die Scheune zu betreten. Am selben Tag verkündet ein Mann, der für seinen Mut und seine Tapferkeit in kriegerischen Auseinandersetzungen bekannt ist, der Bevölkerung, dass sie sich „alle wie Frauen verhalten“. Dann wagt er sich mit einem Speer in die Scheune. Die Eule brüllt ihn an, und er flieht in Angst und Schrecken. Die Stadtbewohner kommen schließlich zu dem Entschluss, die Scheune niederzubrennen und die Eule für immer loszuwerden.

Informationen für wissenschaftliche Analysen


Statistiken zum Märchen
Wert
NummerKHM 174
Aarne-Thompson-Uther-IndexATU Typ 1281
Übersetzungen english
Lesbarkeitsindex nach Amstad63.6
Lesbarkeitsindex nach Björnsson47.6
Flesch-Reading-Ease Index49.5
Flesch–Kincaid Grade-Level12
Gunning Fog Index13.5
Coleman–Liau Index12
SMOG Index12
Automated Readability Index12
Zeichen-Anzahl4.713
Anzahl der Buchstaben3.772
Anzahl der Sätze30
Wortanzahl764
Durchschnittliche Wörter pro Satz25,47
Wörter mit mehr als 6 Buchstaben169
Prozentualer Anteil von langen Wörtern22.1%
Silben gesamt1.187
Durchschnittliche Silben pro Wort1,55
Wörter mit drei Silben82
Prozentualer Anteil von Wörtern mit drei Silben10.7%

Bildquellen: © Andrea Danti / Shutterstock

Copyright-Hinweis: Hintergrund-Informationen, Zusammenfassungen und Analysen zum Märchen sind selbst verfasste urheberrechtlich geschützte Texte, die Sie nicht kopieren dürfen. Die Erstellung dieser Informationen, hat sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Wir bedanken uns für Ihr Verständnis. Sie können den Beitrag gerne auf Facebook, WhatsApp, in Foren oder auf Ihrer eigenen Webseite verlinken.

Fragen, Anmerkungen oder Erfahrungsberichte?

Datenschutzerklärung.

Die besten Märchen

Copyright © 2021 - Alle Rechte vorbehalten | Impressum | DatenschutzPowered by childstories.org

Keine Internetverbindung


Sie sind nicht mit dem Internet verbunden. Bitte überprüfen Sie Ihre Netzwerkverbindung.


Versuchen Sie Folgendes:


  • 1. Prüfen Sie Ihr Netzwerkkabel, ihren Router oder Ihr Smartphone

  • 2. Aktivieren Sie ihre Mobile Daten -oder WLAN-Verbindung erneut

  • 3. Prüfen Sie das Signal an Ihrem Standort

  • 4. Führen Sie eine Netzwerkdiagnose durch