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Die Lebenszeit
Grimm Märchen

Die Lebenszeit - Märchen der Gebrüder Grimm

Vorlesezeit für Kinder: 5 min

Als Gott die Welt geschaffen hatte und allen Kreaturen ihre Lebenszeit bestimmen wollte, kam der Esel und fragte „Herr, wie lange soll ich leben?“ – „Dreißig Jahre,“ antwortete Gott, „ist dir das recht?“

„Ach Herr,“ erwiderte der Esel, „das ist eine lange Zeit. Bedenke mein mühseliges Dasein: von Morgen bis in die Nacht schwere Lasten tragen, Kornsäcke in die Mühle schleppen, damit andere das Brot essen, mit nichts als mit Schlägen und Fußtritten ermuntert und aufgefrischt zu werden! Erlass mir einen Teil der langen Zeit.“

Da erbarmte sich Gott und schenkte ihm achtzehn Jahre. Der Esel ging getröstet weg, und der Hund erschien. „Wie lange willst du leben?“ sprach Gott zu ihm, „dem Esel sind dreißig Jahre zu viel, du aber wirst damit zufrieden sein.“

„Herr,“ antwortete der Hund, „ist das dein Wille? bedenke, was ich laufen muss, das halten meine Füße so lange nicht aus. Und habe ich erst die Stimme zum Bellen verloren und die Zähne zum Beißen, was bleibt mir übrig, als aus einer Ecke in die andere zu laufen und zu knurren?“ Gott sah, dass er Recht hatte, und erließ ihm zwölf Jahre.

Darauf kam der Affe. „Du willst wohl gerne dreißig Jahre leben?“ sprach der Herr zu ihm, „du brauchst nicht zu arbeiten wie der Esel und der Hund, und bist immer guter Dinge.“

„Ach Herr,“ antwortete er, „das sieht so aus, ist aber anders. Wenn’s Hirsebrei regnet, habe ich keinen Löffel. Ich soll immer lustige Streiche machen, Gesichter schneiden, damit die Leute lachen, und wenn sie mir einen Apfel reichen und ich beiße hinein, so ist er sauer. Wie oft steckt die Traurigkeit hinter dem Spaß! Dreißig Jahre halte ich das nicht aus.“ Gott war gnädig und schenkte ihm zehn Jahre.

Endlich erschien der Mensch, war freudig, gesund und frisch und bat Gott, ihm seine Zeit zu bestimmen. „Dreißig Jahre sollst du leben,“ sprach der Herr, „ist dir das genug?“

„Welch eine kurze Zeit!“ rief der Mensch, „wenn ich mein Haus gebaut habe, und das Feuer auf meinem eigenen Herde brennt: wenn ich Bäume gepflanzt habe, die blühen und Früchte tragen, und ich meines Lebens froh zu werden gedenke, so soll ich sterben! o Herr, verlängere meine Zeit.“

„Ich will dir die achtzehn Jahre des Esels zulegen,“ sagte Gott. „Das ist nicht genug,“ erwiderte der Mensch. „Du sollst auch die zwölf Jahre des Hundes haben.“

„Immer noch zu wenig.“

„Wohlan,“ sagte Gott, „ich will dir noch die zehn Jahre des Affen geben, aber mehr erhältst du nicht.“ Der Mensch ging fort, war aber nicht zufriedengestellt.

Also lebt der Mensch siebzig Jahre. Die ersten dreißig sind seine menschlichen Jahre, die gehen schnell dahin. Da ist er gesund, heiter, arbeitet mit Lust und freut sich seines Daseins. Hierauf folgen die achtzehn Jahre des Esels, da wird ihm eine Last nach der anderen aufgelegt: er muss das Korn tragen, das andere nährt, und Schläge und Tritte sind der Lohn seiner treuen Dienste.

Dann kommen die zwölf Jahre des Hundes, da liegt er in den Ecken, knurrt und hat keine Zähne mehr zum Beißen. Und wenn diese Zeit vorüber ist, so machen die zehn Jahre des Affen den Beschluss. Da ist der Mensch schwachköpfig und närrisch, treibt alberne Dinge und wird ein Spott der Kinder.

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Hintergründe zum Märchen „Die Lebenszeit“

„Die Lebenszeit“ (KHM 176) ist eine Fabel aus der Sammlung der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. Die Geschichte handelt von Gott, der Esel, Hund, Affe und Mensch jeweils dreißig Jahre Lebenszeit gibt. Die Tiere leiden unter verschiedenen Widrigkeiten während ihrer Lebenszeit und erbitten eine Verringerung ihrer Lebenszeit, woraufhin der Mensch die übrigen Jahre erhält.

Herkunft: Die Geschichte wurde den Brüdern Grimm von einem Bauern aus Zwehrn bei Kassel im Jahr 1838 erzählt. Die Grimms nahmen die Geschichte in die 4. Auflage ihrer Kinder- und Hausmärchen auf. Die Erzählung ist jedoch älter und reicht mindestens bis ins 2. Jahrhundert zurück, wie die Version bei Babrios zeigt.

Vergleichbare Geschichten: Ähnliche Geschichten gibt es in verschiedenen Kulturen. Die Version von Babrios ist eine unlogischere Variante, in der Pferd, Stier und Hund dem Menschen Lebensjahre schenken, um sich im Haus wärmen und Nahrung erhalten zu können. Die jüdische Überlieferung des Stoffs findet sich im hebräischen Gedicht von Jehuda Levy Krakau Ben Sef aus dem Jahr 1788.

Allegorische Bedeutung: Die Fabel stellt eine Allegorie für die verschiedenen Lebensphasen des Menschen dar. Die verschiedenen Tiere symbolisieren unterschiedliche Abschnitte im Leben eines Menschen, in denen er verschiedene Herausforderungen bewältigen muss.

Ikonographie: Die Allegorie findet sich auch in der Ikonographie, zum Beispiel in der sogenannten Lebenstreppe, bei der Tiere unter den Stufen stehen und menschliche Lebensphasen symbolisieren. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Idee vom Auf und Ab des Lebens, die diese Darstellung ablöste.

Interpretation: Die Geschichte kann als Kritik an der menschlichen Gier nach mehr Lebenszeit verstanden werden. Durch das Streben nach mehr Lebensjahren müssen Menschen auch die negativen Aspekte der Lebensphasen der Tiere übernehmen und leiden somit unter den Konsequenzen ihres Begehrens.

Das Märchen „Die Lebenszeit“ bietet eine interessante Perspektive auf die menschliche Natur und die verschiedenen Herausforderungen, die Menschen im Laufe ihres Lebens bewältigen müssen. Die Brüder Grimm haben diese Erzählung aufgenommen und sie zu einem Teil ihres berühmten Werks gemacht, das bis heute von vielen Generationen gelesen und geschätzt wird.

Interpretationen zum Märchen „Die Lebenszeit“

Das Märchen „Die Lebenszeit“ (KHM 176) von den Gebrüder Grimm lässt Raum für verschiedene Interpretationen. Hier sind einige mögliche Interpretationsansätze:

Kritik an menschlicher Gier: Die Geschichte kann als Kritik an der menschlichen Gier und dem Streben nach einer längeren Lebenszeit gesehen werden. Der Mensch erhält die übrigen Jahre der Tiere, aber anstatt dankbar zu sein, muss er auch die negativen Aspekte dieser Lebensphasen übernehmen und leidet somit unter den Konsequenzen seines Begehrens.

Allegorie des Lebens: Die Fabel dient als Allegorie für die verschiedenen Lebensphasen des Menschen, indem jedes Tier einen bestimmten Lebensabschnitt und die damit verbundenen Herausforderungen repräsentiert. Zum Beispiel steht der Esel für die harte Arbeit und das Tragen von Lasten, der Hund für den Verlust von Zähnen und die Schwächung im Alter, und der Affe für das Verhalten, das von anderen belächelt wird.

Schicksal und Verantwortung: Die Geschichte vermittelt auch eine Botschaft über Schicksal und Verantwortung. Indem der Mensch die Lebensjahre der Tiere annimmt, übernimmt er auch ihre Schicksale und Lasten. Dies zeigt, dass Entscheidungen und Wünsche oft mit Konsequenzen verbunden sind, die man akzeptieren und verantworten muss.

Vergänglichkeit des Lebens: Die Fabel unterstreicht die Vergänglichkeit des Lebens und die unvermeidlichen Veränderungen, die im Laufe des Lebens auftreten. Die Lebensabschnitte, die durch die verschiedenen Tiere repräsentiert werden, erinnern daran, dass der Mensch verschiedenen Phasen im Leben ausgesetzt ist, die von Jugend und Stärke über das Erwachsenenalter bis hin zum Alter und der damit verbundenen Schwäche reichen.

Akzeptanz des Lebens: Eine weitere mögliche Interpretation ist die Aufforderung zur Akzeptanz des Lebens und seiner natürlichen Begrenzungen. Die Tiere akzeptieren ihre Lebensdauer und erkennen die Schwierigkeiten an, die sie in ihrem Leben bewältigen müssen. Der Mensch hingegen begehrt mehr Lebenszeit und wird mit den zusätzlichen Lasten konfrontiert. Dies kann als Mahnung verstanden werden, die Grenzen des eigenen Lebens anzuerkennen und sich auf das zu konzentrieren, was man in der gegebenen Zeit erreichen kann.

Insgesamt bietet das Märchen „Die Lebenszeit“ von den Gebrüder Grimm eine tiefgründige Reflexion über menschliche Wünsche, Verantwortung, die Vergänglichkeit des Lebens und die verschiedenen Lebensphasen. Diese Interpretationen können dazu beitragen, das Märchen in einem neuen Licht zu sehen und die darin vermittelten Botschaften besser zu verstehen.

Adaptionen zum Märchen „Die Lebenszeit“

„Die Lebenszeit“ ist ein deutsches Märchen, das von den Gebrüdern Grimm in Grimms Märchen, Nummer 176, gesammelt wurde. Es wurde erstmals in ihre vierte Auflage aufgenommen. Im Aarne-Thompson-Klassifikationssystem wird es in die beiden Typen 173 und 828, Menschen, Tiere und die Spanne des Lebens, eingeteilt. Obwohl das Märchen „Die Lebenszeit“ (KHM 176) von den Gebrüder Grimm nicht so bekannt ist wie einige ihrer anderen Märchen, wurde es dennoch in verschiedenen Medien adaptiert und neu interpretiert. Hier sind einige Beispiele für Adaptionen dieser Geschichte:

Theater: Es gibt verschiedene Theaterstücke und Bühneninszenierungen, die auf dem Märchen „Die Lebenszeit“ basieren. Zum Beispiel wurde das Märchen in einer Fassung von Eberhard Streul als „Die Lebenszeit – Ein Märchen von Gebrüder Grimm“ inszeniert. Hierbei werden die Zuschauer dazu eingeladen, die verschiedenen Lebensphasen eines Menschen und die damit verbundenen Herausforderungen durch die Interaktion mit den verschiedenen Tierfiguren zu erkunden.

Hörspiele: In Hörspielen und Hörbuchsammlungen wurden Adaptionen des Märchens „Die Lebenszeit“ präsentiert. Ein Beispiel ist das Hörspiel „Grimms Märchen – Die Lebenszeit“, das von verschiedenen Sprechern interpretiert wurde und die Geschichte in einer leicht verständlichen und unterhaltsamen Form präsentiert.

Illustrationen und Malerei: Die Lebenszeit wurde von verschiedenen Künstlern in ihren Werken dargestellt. Ein bekanntes Beispiel sind die Illustrationen von Otto Ubbelohde aus dem Jahr 1909, die verschiedene Szenen aus der Geschichte in detailreichen Zeichnungen darstellen.

Kinder- und Jugendbücher: In manchen Kinder- und Jugendbuchsammlungen wurden Adaptionen des Märchens „Die Lebenszeit“ aufgenommen. Hierbei wird die Geschichte oft in modernerer Sprache präsentiert und durch Illustrationen ergänzt, um sie für jüngere Leser zugänglich zu machen.

Bildungsressourcen: „Die Lebenszeit“ wurde auch in verschiedenen Bildungsressourcen und Lehrmaterialien verwendet, um Schülern Themen wie Vergänglichkeit, Verantwortung und die verschiedenen Lebensphasen näherzubringen. Die Geschichte kann als Diskussionsgrundlage dienen, um die zugrunde liegenden Themen und Moralvorstellungen zu analysieren und kritisch zu betrachten.

Trotz der begrenzten Anzahl von Adaptionen im Vergleich zu anderen Grimms Märchen zeigt „Die Lebenszeit“ in den verschiedenen Adaptionen die vielfältigen Interpretationsmöglichkeiten der Geschichte und ihre Relevanz für verschiedene Altersgruppen und in unterschiedlichen Medien.

Zusammenfassung des Märchen „Die Lebenszeit“

Im Märchen „Die Lebenszeit“ (KHM 176) von den Gebrüder Grimm geht es um Gott, der Esel, Hund, Affe und Mensch jeweils dreißig Jahre Lebenszeit gibt. Die Tiere erleben jedoch verschiedene Schwierigkeiten in ihren Leben und wünschen sich eine Verringerung ihrer Lebenszeit. Der Esel muss schwer tragen und arbeiten, der Hund leidet unter dem Verlust seiner Zähne und Schwäche, und der Zirkusaffe wird ständig verspottet und muss immer lustig sein.

Sie bitten Gott um eine Verkürzung ihrer Lebenszeit um achtzehn, zwölf und zehn Jahre. Gott gewährt ihren Wunsch und gibt die übrigen Jahre dem Menschen, der nach mehr Lebenszeit strebt. Infolgedessen hat der Mensch nach seinen ursprünglichen dreißig Lebensjahren die Lasten des Esels zu tragen, verliert wie der Hund seine Zähne und wird schwach, und schließlich wird er wie der Affe zum Gespött der Kinder. Die Geschichte lehrt eine Lektion über die menschliche Gier nach mehr Lebenszeit und die Konsequenzen, die damit verbunden sind.

Die Handlung des Märchen

Gott gab den Tieren und Menschen ihre Lebenszeit und opferte alle dreißig Jahre. Er verminderte die Jahre des Esels wegen seiner Lasten, die des Hundes, weil er herumlaufen musste, und die des Affen, weil er die Menschen immer zu amüsieren hatte. Der Mensch aber wollte mehr Jahre, und so gab ihm Gott die Jahre von den anderen. Aus diesem Grund ist der Mensch nur in seinen ersten dreißig Jahren ein Mensch. Er trägt Lasten wie der Esel, muss dann wie der Hund in der Ecke sitzen und wird dann albern und einfach wie der Affe.


Informationen für wissenschaftliche Analysen

Kennzahl
Wert
NummerKHM 176
Aarne-Thompson-Uther-IndexATU Typ 173 und 828
ÜbersetzungenDE, EN, DA, ES, FR, PT, IT, JA, NL, PL, RU, TR, VI, ZH
Lesbarkeitsindex nach Amstad82.8
Lesbarkeitsindex nach Björnsson27.6
Flesch-Reading-Ease Index72
Flesch–Kincaid Grade-Level6.5
Gunning Fog Index7.6
Coleman–Liau Index11.5
SMOG Index8.8
Automated Readability Index7.1
Zeichen-Anzahl3.233
Anzahl der Buchstaben2.483
Anzahl der Sätze40
Wortanzahl536
Durchschnittliche Wörter pro Satz13,40
Wörter mit mehr als 6 Buchstaben76
Prozentualer Anteil von langen Wörtern14.2%
Silben gesamt768
Durchschnittliche Silben pro Wort1,43
Wörter mit drei Silben38
Prozentualer Anteil von Wörtern mit drei Silben7.1%
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